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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Ollendorfsche Methode; Ollerus; Ollivier; Olm; Ölmalerei

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Ollendorfsche Methode - Ölmalerei

müsesorten bereitet wird. In übertragener Bedeutung heißt O. p. soviel wie Mischmasch.

Ollendorfsche Methode, s. Sprachunterricht.

Ollerus, nord. Gottheit, s. Ullr.

Ollivier (spr. -wĭeh), Emile, franz. Staatsmann, geb. 2. Juli 1825 zu Marseille, widmete sich dem Studium der Rechte und wurde 1847 zu Paris Advokat. Nach der Februarrevolution schickte ihn 1848 die republikanische Regierung als Generalkommissar nach Marseille und ernannte ihn zum Präfekten daselbst, doch kehrte er schon im Jan. 1849 zu seinem Beruf zurück. 1857 wählte ihn ein Pariser Bezirk in den Gesetzgebenden Körper, wo er der nur aus fünf Mitgliedern bestehenden Opposition angehörte. 1865 ernannte ihn der Vicekönig von Ägypten zu seinem jurist. Beirat und Kommissar, infolgedessen er die Advokatur niederlegte. Immer mehr neigte sich O. nun der Regierung zu. Er veröffentlichte, um die Möglichkeit eines konstitutionellen Kaiserreichs nachzuweisen, eine Broschüre u. d. T. «Le 19 Janvier» (Par. 1869 u. ö.) und ließ im Gesetzgebenden Körper an der Spitze der neuen Mittelpartei (tiers-parti) der Regierungspolitik unbedingte Unterstützung angedeihen. Nach dem Rücktritt des sog. interimistischen Ministeriums Forcade de la Roquette wurde O. 27. Dez. 1869 mit Bildung eines homogenen Kabinetts beauftragt, das die Majorität des Gesetzgebenden Körpers vertreten sollte. Dieses Ministerium kam 2. Jan. 1870 definitiv zu stande. O. übernahm darin die Justiz und den Kultus und das Präsidium. Zunächst wurden mehrere liberale Verordnungen erlassen und auf die offiziellen Kandidaturen bei den Wahlen verzichtet. Auf den Wunsch des Kaisers arbeitete O. das Senatuskonsult aus, das die letzten konstitutionellen Veränderungen vollziehen sollte, und ließ es durch eine allgemeine Volksabstimmung sanktionieren. (S. Frankreich, Geschichte.) Willenlos ließ er sich in den Krieg gegen Preußen hineintreiben, und erklärte 15. Juli, daß das Ministerium «mit leichtem Herzen» die Verantwortung übernehme. In der Sitzung des 9. Aug. 1870 mußte O. mit seinen Kollegen vor einem Mißtrauensvotum der Kammer zurücktreten. Er begab sich nach Italien, kam aber 1872 wieder nach Frankreich zurück. Seit 1870 ist O. Mitglied der Französischen Akademie. Von seinen schriftstellerischen Arbeiten sind zu nennen: «Un visite à la chapelle de Médicis: Dialogue sur Michel-Ange et Raphaël» (Par. 1872), «Lamartine» (ebd. 1874), «Principes et conduite» (ebd. 1875), «L’ Église et l’État au concil du Vatican» (ebd. 1879), «Thiers à l’Académie et dans l’histoire» (ebd. 1879), «Nouveau manuel de droit ecclésiastique français» (ebd. 1885), «Michel-Ange» (ebd. 1892), «L’empire libéral» (ebd. 1894). O. ist auch Mitbegründer der «Revue du droit pratique» (seit 1856), in welcher Zeitschrift er zahlreiche jurist. Arbeiten veröffentlichte.

Olm, Grottenolm (Proteus anguineus Laur.; s. Tafel: Urodelen, Fig. 6), in den unterirdischen .Höhlengewässern von Kärnten, Kram und der Balkanhalbinsel vorkommende, zu den Perennibranchiaten gehörende, etwa 30 cm lange Amphibienart mit ringsum von einer Flosse umgebenem, plattgedrücktem Fischschwanze, sehr kleinen verkümmerten, drei- und zweizehigen Füßen und äußern Kiemenbüscheln an den Seiten des Halses. Die winzigen Augen liegen in der Tiefe zwischen den Muskeln, und die ungefärbte, von dem durchschimmernden Blute rötlich fleischfarbig erscheinende Haut geht glatt und gegen den übrigen Körper sogar etwas verdickt über die unbrauchbaren Sehorgane weg. Das enge Maul ist mit sehr kleinen Zähnchen bewaffnet. Der O. atmet durch Lungen und Kiemen zugleich und nährt sich von Schnecken und Würmern. In Aquarien ist er unschwer zu halten und mit kleingeschnittenen Regenwürmern zu ernähren; nur muß man ihm gehörige Verstecke (Tuffsteine u. s. w.) gewähren. Die Entwicklung vollzieht sich im wesentlichen ganz ähnlich wie bei den Wassermolchen, nur sind die jungen Larven, wenn sie sich zu bewegen anfangen, beim O. nicht unbedeutend weiter entwickelt als bei diesen. Bemerkenswert ist noch, daß die Augen der Larven höher entwickelt sind als beim erwachsenen O. Über seine Fortpflanzung ist kaum etwas bekannt. Mehrere ähnlich lebende Gattungen findet man in Amerika.

Ölmalerei, die Kunst, mit Ölfarben (s. d.) zu malen, hat wegen der Lebhaftigkeit, Kraft und Naturwahrheit der Farben, wegen der Mannigfaltigkeit und Mischung der Tinten und endlich wegen der großen Haltbarkeit vor allen übrigen Arten der Malerei (s. d.) große Vorzüge. Die Farben sind dunkler, aber auch saftiger, glänzender und feuriger als die Wasserfarben. Man erreicht in Ölfarben den Schmelz, womit die Natur die Gegenstände schmückt, die zarten Übergänge, das Durchsichtige der Schatten. Auch leiden die mit guten Materialien, reinen Ölen und Firnissen und entsprechend dauerhaften Pigmenten hergestellten Ölgemälde minder von Wasser und feuchter Luft, denn die Ölfarbe löst sich nicht wieder auf. Die einmal gut durchgetrockneten Stellen können vom Maler so oft, als es ihm notwendig erscheint, wieder übermalt werden. Durch öfteres Übermalen, nach Erfordernis mit Deck- oder Lasurfarben, aber wird die gewünschte Harmonie und die höchste Wirkung der Farben besser erreicht, als wenn man die Farben stehen lassen muß, wie sie zuerst aufgetragen worden sind. Bei der Übermalung mit den sog. Lasurfarben scheint die Untermalung stets noch durch, wodurch speciell nur der Ö. eigentümliche Wirkungen erzielt werden. Da die Ölfarbe stets eine gewisse Konsistenz hat und somit die nahe aneinander gelegten Tinten nicht ineinander fließen, so kann der Maler mit ihr eine bessere Mischung und bestimmtere Nebeneinandersetzung der Farben erreichen als in Wasserfarben. Durch einen Überzug von Firnis sucht man den Staub, der sich leicht auf der Bildfläche festsetzt, unschädlich zu machen und dieselbe gegen die Einwirkung der Feuchtigkeit, der Temperatur u. s. w. zu schützen. Am besten ist die Anwendung des Mastixfirnisses, einer Lösung von Mastixharz in Terpentinöl, welcher sich, wenn er gelb geworden, wieder entfernen und neu ersetzen läßt. Ein großer Vorteil der Ö. ist auch der, daß der Maler die Wirkung seiner Arbeit schon während des Arbeitens sicher beurteilen kann, indem die Farben im Trocknen sich nicht verändern wie die Wasserfarben; nur muß er, um dem Nachdunkeln vorzubeugen, gleich anfangs den Ton etwas kräftiger und heller halten, nicht viel Siccative verwenden und die richtige Auswahl in den Pigmenten treffen. Die Deutsche Gesellschaft zur Beförderung rationeller Malverfahren (s. d.) hat auf dem 1893 in München stattgehabten Kongreß genaue Normen für die Farben und Bindemittel der Ö. aufgestellt.

Man malt mit Öl gegenwärtig meist auf Leinwand , weniger auf Holz und Pappe. Man wendet