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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Orust - Os (Mund)
von 70000 E., ist gegenwärtig verfallen und zählt !
nur 6844 E.
Oruft (Oroust), die größte Insel an der schwed.
Westküste, nn Skagerrak, zum Län Göteborg und
Vohus gehörig, hat auf 336 ^m 21000 E., in den
zwischen kahlen Vergeshöhen liegenden fruchtbaren
Thälern hoch entwickelten Ackerbau, besonders aber
Seefahrt und Seefischerei.
Orvieto, Hauptstadt des Kreises O. (48844 E.)
in der ital. Provinz Perugia, nicht weit von der Pa-
glia, 6 km oberhalb ihrer Mündung in den Tiber
und gegenüber der Mündung der Chiana, an
der Linie Florenz-Rom des Adriatischen Netzes,
220 m über der Station, auf einem freistehenden
Tufffelsen (355 m), auf den eine Drahtseilbahn
sührt, Bischofssitz, hat (1881) 7304, als Gemeinde
15 931 E., berühmten Weinbau und Handel mit
Wem, Trauben, Getreide, Oliven, Seide und Vieh.
Der got. Dom (s. Tafel: Italienische Kunst I,
Fig. 4), aus Marmor, wurde im Wiederaufbau 1290
begonnen und Ende des 16. Jahrh, vollendet. Lo-
renzo Maitani aus Siena schuf 1310-30 die an
Reliefs und Mosaiken überreiche Facade. Das drei-
schiffige Innere (104 m lang, 32 in b'reit, im Mittel-
schiff 34 m hoch) enthält viele Kostbarkeiten. Am
Querschiff ist rechts die Cappella nuova mit der
Madonna di San Vrizio und den Fresken von Fra
Angelico da Fiesole (1547) und Luca Siguorelli
(1499; Detail s. Tafel: Italienische Kunst VII,
Fig. 2). Links am Querschiff die Cappella del Cor-
porale, mit marmornem Tabernakel und silbernem
Reliquienschrein, ein Kunstwerk von Ugolino di
Vieri aus Siena (1338). Andere Bauwerke sind:
die Kirchen San Giovenale (11. Jahrh.), San An-
drea mit zwölfeckigem Turm (11. Jahrh.), San Do-
menico mit Denkmal des Kardinals de Braye, von
Arnolfo di Cambio (1282), die Opera del Duomo
unt dem Museum (mittelalterliche Kunstwerke und
etrusk. Altertümer), die Paläste Vescovile (12. und
13. Jahrh.), dei Papi (1294 gegründet), Marsciano
(von Ant. da Sangallo dem Jüngern), del Popolo
oder del Capitano (12. und 13. Jahrh.), del Comune
(12. und 14. Jahrh., Facade von Scalza 1585, aber
unvollendet). Die 1364 von Kardinal Albornoz
angelegte Festung ist in einen öffentlichen Garten
mit Amphitheater umgewandelt; der berühmte,
1527 von A. da Sangallo begonnene, 1540 von
Mosca vollendete Brunnen il Pozzo di San Pa-
trizio (61 m tief, 13 m breit) hat Zwei spiralförmige
Treppen mit 248 Stufen; ein von Vespianani ge-
bautes, mit Fresken von Fracassini geschmücktes
Theater. Am Nordwestabhang des Felsens wurde
1876 ein etrusk. Begräbnisplatz Msei-oMi 6tru8c^)
entdeckt mit vielen Altertümern des 5. Jahrh. v. Chr.
- O., bev Prokop Urdidkntum, im 7. Jahrh. Ui-ds
vetuZ (alte Stadt), späterllrdevewmund H6i'dllnum
genannt, steht auf der Stelle des etrusk. Velsuna
oderVolsinii. Dieses, 280 v. Chr. erobert, ist von
Neuvolsinii verschieden, das 13 km südwestlich an
Stelle des jetzigen Bolsena (s. d.) lag. O. wurde
509 Bischofssitz, von Velisar 538 den Ostgoten ent-
rissen und war wiederholt Residenz der Päpste. -
Vgl. Della Valle, 8wri3. äki cwomo äi 0. (Rom
1791); Grüner, Die Vasreliefs an der Vorderseite
des Doms zu O. (mit 83 Kupfertafeln, Lpz. 1858);
Fumi, Ooäic" äipiomatico äßiia, cittü< äi ().: äocn-
menti 6 r6F63ti aal secolo XI 3.1 XV (Flor. 1885).
Or^otsropus, s. Erdferkel.
O5?"ts3, s. Nashornkäfer.
Oryktognösie (grch.), Mineralogie (s. d.) im
engsten Sinne, soweit dieselbe die Klassifizierung
und Beschreibung der einfachen Mineralien enthält.
Oryktogräphie (grch.), veraltete Bezeichnung
für Petrographie (s. d.).
Orzfx, s. Beisa und Säbelantilope.
Or^xa. ^., Pflanzengattung, s. Reis.
Orzegow, Dorf im Kreis Beuthen des preuß.
Reg.-Bez.Oppeln, an der Dampfstraßenbahn Glei-
witz-Königshütte-Veuthen, hatte 1890: 2945 E.,
darunter 42 Evangelische, 1895: 3397 E., elektrische
Beleuchtung; Zinkhütten Godulla und Gutehofs-
nungshütte, Steinkohlengruben Paulus und Hohen-
zollern, Gotthardschacht und den Vabnhof Morgen-
roth (s. d.). DerGutsbezirkO. hat (1895) 4237 E.,
darunter etwa 300 Katholiken.
Orzefche, Dorf mit Rittergut im Kreis Pleh
des preuh. Reg.-Vez. Oppeln, an der Linie Ratibor-
Kattowitz und der Nebenlinie Gleiwitz-Sohrau der
Preuß. Staatsbahnen, hatte 1890: 450, als Ge-
meinde 2255, 1895: 2397 meist poln. E., darunter
218 Evangelische und 33 Israeliten, Post, Tele-
graph; Glashütten, Steinkohlen- und Thoneisen-
steingruben und die Iosephinenzinthütte.
Orzefzkowa (spr. orschesckk-), Eliza, deutsch
Elise Orzeszko, geborene Pawtowska, poln.
Romanschriftstellerin, geb. 1842 bei Grodno, heiratete
1858 Peter von Orzeszko, der wegen Teilnahme am
Ausstand von 1863 nach Sibirien verbannt wurde.
Sie selbst kehrte auf ihr väterliches Gut zurück, leitete
dann 1880 eine Buchhandlung in Wilna, die jedoch
bald von der russ. Regierung unterdrückt wurde,
und lebt seitdem in Grodno. O. ist die fruchtbarste
und bedeutendste poln. Schriftstellerin; ihre ge-
sammelten Werke (Warsch. 1884-88) umfassen
44 Bünde. Die Romane und Novellen behandelten
früher die Stellung der Frau in der Gesellschaft
und das Leben und Treiben der Juden in Litauen,
später die Zustände der bäuerlichen und kleinadligen
Bevölkerung. Sie zeichnen sich aus durch eine
humane, fortschrittliche Tendenz und durch Wahr-
haftigkeit der Darstellung. Zu den bekanntesten ge-
boren "Herr Graba" (Lemb. 1872; deutsch von
Blumberg, 3 Bde., Verl. 1888), "Verlorene Seelen"
(Novellen; deutsch von Erlich, Vresl. 1887), "Zwei
Erzählungen" (darunter "Der starke Simson", ein
treffliches Genrebild aus dem jüd. Leben; deutsch
Berl. 1889), "Eli Makower" (Warsch. 1875), "Meir
Ezofowicz" (ebd. 1878; deutsch von Briren, 2 Bde.,
Dresd. 1885 u. ö.), "Am Niemen" (3 Bde., Warsck.
1888-89) u. a. Dazu aus der röm. Kaiserzeit
"Mirtala" (deutsch von Blumberg, Stuttg. 1890),
"Die Vestalin" (Warsch. 1891).
Os (lat., Mehrzahl 0333.), der Knochen (s. d.)->
0. Hnoiivmum 8. innomiiiÄtum, der Hüftknochen
ls. Becken ^anatomische und Hüfte), O. coco^is/das
Steißbein (s. 0.), 0. 00x^6, das Hüftbein (s. Becken),
0. oi-idröLum 8. otiimoiäöum, das Sieb- oder
Riechbein (s. d.), 0. lemöi-iZ, der Oberschenkel-
knochen (s. Bein), (). trontiZ, das Stirnbein (s. Stirn),
0. k^oidkum, das Zungenbein (s. Zunge), 0. ilsi,
das Darmbein (s. Becken), 0. i8okli, das Sitzbein
(s. Becken), 0. nl^vieuläro 8. Zcapiwiäöum, das
Kahnbein (s. d.), 0. occipltiZ, das Hinterhauptsbein
(s. Hinterhaupt), 0"i)udi8, das Schambein (s. Becken),
(). 8acrum, das Kreuzbein (s. Becken), (). 36iM"
(s. Sepia), 0. ^kenoiäöum, das Keilbein (s. d.),
(). tkmpöi'um, das Schläfenbein (s. Schläfe). (S. auch
O" (lat., Genitiv 01-13), der Mund. ^083a.)