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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Oscillation - Osiander
Wasser, kommen auch häufig in wannen Quellen
(Karlsbad) vor. Sic bilden oft lästige Überzüge
in Brunnen, Wasserkübeln, wie auch an den feuch-
ten Wänden der Gewächshäuser. In ganz Europa
verbreitet ist 0. viriäig ^anc/t. oder tenuig ^4</.
(s. Tafel: Algen II, Fig. 6 au. d).
Oscillation (lat.), f. Schwingung.
Öscillatörifche Entladung, schwingende oder
hin und her gehende Entladung, s. Elektrische
Osoinss, s. Singvogel. ^Schwingungen.
Osoinis, s. Halmfliege.
OsoitHtio (lat.), das Gähnen.
Osoniösa., Unterklasse der Strahlinge (s. d.).
Osoülum (lat.), der Kuh; 0. p^ci", der Friedens-
kuß (s. d.). ^auch soviel wie Ohr.
^>se, soviel wie Schleife oder Schlinge, zuweilen
Osek, czech. Name von Ossegg.
Vsel. 1) Kreis im westl. Teil des russ. Gouverne-
ments Livland, umfaßt nur die Inseln (O., Mohn,
Runö,Mro,Msand und einige kleinere) südlich vom
Sölasund, am Eingang zum Rigaischen Meerbusen
und hat 2862,8 ^m, 58 246 E., meist Esthen; Acker-
bau, Viehzucht, Fischerei, Schiffahrt, Steinbrüche
und Kalkbrennerei; der Sitz der Verwaltung ist in
Arensburg.- 2)O., esthnisch Xurr6 - Laari oder
8ai'6-niHa, Insel im Kreis A., die größte der Ostsee,
von der Insel Dagö durch den Sölasund (d. i. See-
hundsund), von Mohn durch den Kleinen Sund, von
Kurland durch die 38 Km breite Meerenge bei Do-
mesnäs getrennt, ist von Norden nach Süden 71,
von Osten nach Westen 87 kin lang, hat 580 km Um-
fang, 2617,9 hkm Flächenraum, darunter 21,8 ykm
Seen, und 42000 E. Die Küsten, bei denen eine
merkliche Hebung beobachtet wird, bilden viele Kalb-
inseln und Vorgebirge; am bedeutendsten ist im
S. die Halbinsel Sworbe (esthnisch 86nv6-ma3.),
30 Km lang. Nur wenige Buchten sind für Schiffe zu-
gänglich. Die Oberfläche ist flach, teilweife hügelig;
der Boden nicht unfruchtbar. Die Flüsse gehen nach
'Norden oder nach Süden; fchiffbar ist nur die Nafwa,
die den See Sur-lacht mit dem Meere verbindet.
Außerdem giebt es noch 7 größere und 14 kleinere
Seen fowie stellenweise Sümpfe. An Mineralien
finden sich silurifcher Kalk, Kalkfpat, im Dolomit
Eifen- und Schwefelkies, an den Küsten Jaspis und
Achat. Wälder sind nicht zahlreich. Die Bevölke-
rung, meist Esthen, treibt Ackerbau, Fischerei und
bedeutende Pferdezucht. Hauptort ist die Stadt
Arensburg. - Die Insel Ö. (Osilia. mit ihrer Haupt-
stadt Valäea) wurde Anfang des 13. Jahrh, zeit-
weilig vom dän. König Waldemar II. befetzt, 1227
von den Schwertrittern erobert. Der letzte Bifchof
von Ö., Johann von Münchhaufen, verkaufte die
Insel 1559 an Dünemark, worauf sie 1645 an
Schweden und 1721 an Rußland kam.
Ofenbrüggen, Eduard, Jurist, insbesondere
KrinnRMt, geb. 24. Dez. 1809 zu ütersen in Hol-
stein, studierte zu Kiel und Leipzig Philologie und
habilitierte sich 1835 zu Kiel. Durch Übernahme
der Bearbeitung der Novellen für die Kriegelsche
Ausgabe des "(^orpus Mi-i8 civilis", Bd. 3 (Lpz.
1840), wurde er der Jurisprudenz zugeführt. 1843
folgte er einem Rufe nach Dorpat als ord. Professor
des Kriminalrechts, der Rechtsgeschichte und jurist.
Litteratur, mußte 1851 wegen Mißhelligkeiten mit
der russ. Regierung sein Amt aufgeben und ging
als Professor des Strafrechts nach Zürich, wo er
9. Juni 1879 starb. Er fchrieb: "Theorie und Praxis
des livlä'nd., esthländ. und kurländ. Kriminalrechts"
(2Tle., Dorpat 1846-47), "Die Brandstiftung"
(Lpz. 1854), "Kasuistik des Kriminalrechts" (Schaffb.
1854), "Abhandlungen aus dem deutschen Straf-
recht" (Bd. 1, Erlangen 1857), "Der Hausfrieden"
(ebd. 1857), "Deutsche Rechtsaltertümer aus der
Schweiz" (Heft 1-3, Zur. 1858-59), "Das Ala-
mannifche Strafrecht" (Schafft). 1860), "Das Straf-
recht der Langobarden" (ebd. 1863), "Studien zur
deutschen und schweiz. Rechtsgeschichte" (ebd. 1868;
neue Ausg., Bas. 1881). Ferner veröffentlichte er
"Nordische Bilder" (Lpz. 1853; neue Ausg. 1864),
"Kulturhistor. Bilder aus der Schweiz" (ebd. 1862;
2. Aufl. 1867), "Neue kulturhistor. Bilder aus der
Schweiz" sebd. 1864), "Wanderstudien aus der
Sckweiz" (Bd. 1-5, Schaffh. 1867-76; Bd. 6 von
E. Busi, Vaf. 1881), das Prachtwerk "Das Hoch-
gebirge der Schweiz" (2. Aufl., Baf. 1875), "Die
Schweizer. Daheim und in der Fremde" (Berl. 1875),
"Der Gotthard und das Tefsin" (Bas. 1877), "Das
Berner Oberland" (mit Robock, Darmst. 1874).
Sseneinfetzmafchine, s. Schuhwarenfabrika-
tion.
Sser, Adam Friedr., Maler, Bildhauer und
Kupferstecher, geb. 17. Febr. 1717 zu Preßburg,
von fächf. Eltern stammend, trat zu Wien in die
Akademie ein und hatte im Bofsieren Raphael
Donner zum Lehrer. Später entschied er sich für
die Malerei und ging 1739 nach Dresden, wo er
bei Dietrich und Mengs lernte und Dekorationen
für das Theater malte. 1764 wurde er als Direktor
der neuen Kunstakademie nach Leipzig berufen, nach-
dem er schon früher den Titel als Professor der
Dresdener Kunstakademie und kursächs. Hofmaler
erhalten hatte. Er starb 18. März 1799 in Leipzig.
Große Verdienste erwarb er sich in Leipzig durch
die Bildung vieler Schüler, zu welchen auch Goethe
einige Zeit gehörte. Er bekämpfte eifrig die Rich-
tung des Barock lind Rokoko, ohne selbst sich von
letzterer ganz losmachen zu können, und trat mit
Winckelmann für die Antike ein. Seine Bilder offen-
baren Vorliebe für allegorische Darstellungen. Er
radierte 45 Blätter und entfaltete auch als Illu-
strator für Werke der schönen Litteratur (Wieland
u. s. w.) eine fruchtbare Thätigkeit. - Vgl. Dürr,
Adam Friedrich Ö. (Lpz. 1879). - Sein Sohn,
Johann Friedrich Ludwig Ö., geb. 1751 zu
Dresden, 1778 Professorder Malerei an der Kunst-
akademie, gest. 1792, malte Landfchaften, radierte
auch nach Rembrandt u. a.
Sser, Christian, f. Schrö'er, Tobias Gottfried.
O'Shannaffyfluß, s. Albertfluß.
Oshkofh (spr. öschkosch), Hauptstadt des County
Winnebago im nordamerik. Staate Wisconsin, noro-
nordwcstlich von Milwaukee, auf beiden Seiten der
Mündung des Foxflusses in den Winnebagofee,
Bahnknotenpunkt, hat (1890) 22836 E., Irrenan-
stalt und höhere Schule; Holzhandel, Sägemühlen,
Brauerei, Streichholz- und Möbelfabrikation.
Ofi, Fluh im äquatorialen Oftafrika, entspringt
etwa unter 2° 10' südl. Br., fließt zuerst südwärts,
dann östlich und mündet in die Ungama- oder For-
mosabai nördlich vom Tana, mit dem er durch den
Veledzoni, einen natürlichen, aber ungenügend er-
weiterten und vertieften Abfluß des Tana, in Ver-
bindung steht.
Osiander, Andreas, eigentlich Hosemann,
Förderer der Reformation, geb. 19. Dez. 1498 zu
Gunzenhausen bei Nürnberg, studierte zu Ingol-
stadt und Wittenberg, war seit 1522 erster evang.