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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Ossolinskisches Institut - Ostalpen
Wesens, zusammen, die er den galiz. Ständen ver-
machte und, mit bedeutenden Einkünften versehen,
in Lemberg aufstellen ließ (s. Ossolinskisches Insti-
tut). Er starb erblindet 17. März 1826. O.s be-
deutendstes Werk ist "^Viaäomoäci bistoi-xosno-
kr^t^ns äo ä2iH0^ litsratur^ MäkiH" (3 Bde.,
Krak. 1819; der 4. Band hg. von Bielowski, Lemb.
1852). Während seiner Erblindung verfaßte er
"No^mMkmia. 8i6p6Zo" ("Betrachtungen eines
Erblindeten"). Erst 1852 erschienen in Krakau seine
"'HViscöoi^daä6n8ki6" ("BadenerAbende"), Geister-
und Gespenstergeschichten.
Ossolinskisches Institut, eine 1817 vom Gra-
fen Iozef Maximilian Ossolinski (s. d.) in Lemberg
gegründete und 1826 eröffnete Anstalt, die neben
einer großen Bibliothek polnischer und auf Polen
bezügllcher Werke (gegen 100000) eine Bildergalerie,
Münz-, Waffensammlung u. s. w. umfaßt. Das
O. I. besitzt eine eigene Buchdruckerei und gab 1828
-32 und 1862-69 eine wissenschaftliche Zeitschrift
("02k80pi8M0 nauko^s", später "Lidliowka") her:
aus. Kuratoren sind (1894) Fürst G. Lubomirski
und A. Malecki, Direktor: A. von Kxtrzynski, der
einen Katalog der Handschriften des O. I. yeraus-
giebt (Lemb. 1883 fg.). ^s. Gonionds.
Ofsöwez, poln. OLmvisc, russ. Ort und Festung,
Offuna, span. Stadt, s. Osuna.
Ost (Osten), s. Himmelsgegenden.
Ostade, Adriaen van, Holland. Maler und Ra-
dierer, geb. 10. Dez. 1620 zu Haarlem, hatte Frans
Hals und Rembrandt zu Lehrern und Vrouwer zum
Freund und Ratgeber. Er arbeitete in Haarlem, wo
er 2. Mai 1685 begraben wurde. Ländliche Tanz-
plätze, Bauernhöfe und Ställe sowie das Innere von
Bauernhütten und Schenken sind die Schauplätze
der von ihm dargestellten Scenen. Seine Personeil
sind größtenteils derbe Bauern, betrunkene Tabak-
raucher oder mit ländlichen Arbeiten beschäftigte
Bäuerinnen. An Originalität und Energie hat er
zwar Brouwer nicht erreicht, auch ist er nicht frei
von Trivialität und Wiederholungen; aber feine
Ausführung ist sorgfältiger, sein Kolorit oft von
höchster Feinheit und seine Komik in der Erfindung
oft vyn unwiderstehlichem Reiz. Seine Bilder, meist
tleinen Formats, sind fast in allen Galerien der
Niedertande, Deutschlands, Frankreichs und Eng-
lands zu finden. Zu feinen Hauptwerken zählen:
Der Geiger (Haag, Museum), Vlämisches Trio
(Brüssel, Museum), Der Maler in seinem Atelier
(1663; Dresdener Galerie), Lustige Gesellschaft in
einem Bauernhause (München, Alte Pinakothek),
Inneres einer Hütte und Holländische Fischhändler
(Paris, Louvre), Tanz vor dem Wirtshaus (Peters-
burg, Eremitage). Sie sind vielfach, am besten
von Vischer und Suyderhoef, gestochen worden;
auch lieferte O. selbst viele geistreich in Kupfer ra-
dierte Blätter. - Vgl. Gaedertz, Adriaen van O.
Sein Leben und feine Kunst (Lüb. 1869); Vode,
Adriaen van O. als Zeichner und Maler (Wien
1880); Faucheux, OataloFus rai8onn6 äs tout68 Iss
68ta,ini)68 Hui lormsiit I'wuvre Arg,v6 ä'^ärisn van
0. (Par. 1862); M. van de Wiele, 1.68 ti-6l68 van
0. (in "1^68 arti8t68 eel6dl68", Par. 1894).
Ifaak vanO., Bruder des vorigen, geb. 1621
zu Haarlem, gest. 16. Okt. 1649 daselbst, eben-
falls Maler, dem Adriaen freilich in der Fein-
heit des Helldunkels und in der Art des Vortrags
nachstehend, dagegen ihn öfters in der Zeichnung
übertreffend, malte besonders Dorfansichten und
Wirtshausscenen. Eine große Winterlandschaft von
ihm befindet sich in der Eremitage zu Petersburg.
Oftafrika, s. Deutsch-Ostafrika und Englisch-
Ostafrika.
Ostafrikanische Gesellschaft, s. Deutsch Ost
afrikanische Gesellschaft und Englisch-Ostafrika.
Ostafritanische Misfionsgesellschaft,
Evangelische, Missionsgesellschaft mit dem Sitz
in Berlin, arbeitet seit 1887 von der Misstonsstation
Immanuelskap bei Dar es-Salaam aus in Deutsch-
Ostafrika. 1895 hatte sie 5 Hauptstationen, 18 Pre-
digtplätze, 10 Missionare, 5 Diakonen, 2 Diakonissen
und 1 eingeborenen Gehilfen. Der Jahresaufwand
belief sich auf etwa 110000 M.
Oftafrikanifche Plantagengefellfchaft,
Deutsche, Aktiengesellschaft, gegründet 24. Nov.
1886 mit einem Kapital von 130000 M., das auf
2 Mill. M. Aktien 5.1000 M. erhöht wurde. Sitz
ist Berlin. Zweck des Unternehmens ist Anbau von
Tabak, Kaffee und andern tropischen Pflanzen. Die
Plantagen der Gesellschaft, Lewa, Magila und Bu-
schirihof, liegen in der Landschaft Usambara; als
Arbeitskräste werden chines. und malaiische Kulis
neben Negern verwandt. Dividende hat die Gesell-
schaft noch nicht verteilt.
Ostalgie (grch.), Knochenschmerz.
Ostalpen, die Teile der Alpen östlich von der
Linie Vodensee, Rheinthal, Splügenpaß, Comer
See, Luganer See, Lago Maggiore, eine Fläche von
104000 qkm. Sie sind dadurch vor den Westalpcn
(s. d.) ausgezeichnet, daß die krystallinische Central-
zone nicht nur im N., sondern auch im S. von einer
sedimentären Kalkzone begleitet wird. Hier stimmt dic
orographische Grenzlinie mit der geologischen ziem-
lich gut überein, und nur im Engadin und in den
Nadstädter Tauern findet ein Übergreifen sedimen-
tärer Gebilde auf das Grundgebirge statt, während
umgekehrt in den Vergamaster Alpen die krystalli-
nischen Gesteine der Gneisalpen in das Gebiet der
Kalkalpen hinüberreichen. Außer Gneis- und Kalk-
alpen ist aber in den O. auch noch ein schmaler Zug
von Schieferalpen zu unterscheiden, da Hierselbst
zwischen den Nördlichen Kalkalpen und den Gneis-
alpen eine Zone paläozoischer Schiefergesteine auf-
tritt, dic an drei Orten, im Vündnenschen, im Salz-
burgischen und im Steierischen orographische Selb-
ständigkeiterlangt. Es sind also in den O. von N. nach
S. folgende Gebirgszüge zu unterscheiden: Nerb-
liche Kalkalp en, Schiefer alpen, Gneis alpen
und Südliche Kalkalpen, über die Grenzen des
Alpengebietes und den geolog. Bau f. Alpen. Hierzu
Karte: Ostalpen. S. auch die Karte: Kärnten,
Krain u. s. w., beim Artikel Kärnten, sowie Tirol
und Vorarlberg und Salzburg. Die Eintei-
lung zeigt die Karte beim Artikel Alpen.
^. Gueisalpen. 1) Adula-Alpen, vom Lago
Maggiore, dem Tessin, der Val Blegno und der
Greina im W. bis zum Val San Giacomo, dem
Splügen und Hinterrhein im O., und von Luino am
Lago Maggiore, dem Luganer See und Menaggio
im S. bis zum Vorderrhein im N. Sie bilden einen
nordsüdlich streichenden, quer gegen die allgemeine
Streichrichtung der Alpen gerichteten Gebirgs-
komplex, welcher, an der Scheide von West- und
Ostalpen gelegen, auf 60 kiu Entfernung den Ver-
kehr zwischen dem Westen und Osten abbricht. Durch
das Val Mcsocco, den Vernhardin und das Hinter-
rheinthal zerfallen sie in zwei Abschnitte, das Rhein-
waldgebirge im W. und N. und die Tambo-