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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Ötzthaler Alpen - Oudh
Absätzen 169 in herab. Hinter Unchausen folgt die '
längste Thalenge, die Maurach, in welcher sich!
der Weg mühsam über das Geröll der Schnurr- !
wände windet. Am Ende breitet sich die Thalebene
von Längenfeld (1164 m, 384, als Gemeinde
1320 E.) an der Mündung des vom reißenden Fisch-
bache durchflossenen Sulzthals aus. Schon 3 km
oberhalb, bei Huben (1182 m, 405 (5.), erscheint das
Thal durch einen vorgeschobenen bewaldeten Berg-
rücken als völlig geschlossen, aber eine neue Schlucht
der Ache öffnet sich zur Linken und führt in die Thal-
stufe von Sölden (1401 m, 696, als Gemeinde
1080 E.). Hier beginnt das obere Ö. mit einer wilden
Enge (Kübtrei'n). Im tiefen Tobel hinter derselben
liegt Zwieselstein (1456 in, 81 E.), wo sich das Thal
und der Weg spaltet ("zwieselt"). Gegen Südsüd-
westen folgt das Venter (oder Fender) Thal mit
dem Alpendörfchen Vent (Fend, 1892 m, 51 E.),
wo über 20 Gletscher von den Bergwänden herab-
starren und sich die Fernerpracht in ihrer ganzen Er-
habenheit zeigt. 25 Hochpässe führen von Vent aus
in die benachbarten Thäler. Das Venter Thal ist
12 km lang und spaltet sich wieder in das Rofner
und Niederthal. Es hat eine mittlere Erhebung
von 1816 m. Ge^en Süden aber zieht sich das
Gurgler Thal binauf mit dem Seitenzuge des
Timbler Thals, mit Gurgl (1900 m, 127 E.), dem
höchsten Dorfe Tirols, und dem zwischen dem 10 km
langen Großen Otzthaler (Gurgler) und dem Lang-
thaler Ferner liegenden Gurgler See (2393 m) mit
zahlreichen Eisblöcken. Aus dem Venter Thal führen
zwei viel besuchte Hochpässe mit Saumwegen, das
Hochjoch (2943 m) und das Niederjoch (3000 m), ins
Schnalser Tbal undzumVintschgau; ausdemGnrg-
ler Thal ein schwieriger Gletscherpaß, das Eis- oder
Gurgler Joch (3300 m), über den Großen Otzthaler
Ferner ins Pfossen- und Schnalser Thal; mit dem
Passeier steht das Gurgler Thal durch das Timbler
Joch (2480m), mitdemVenterThal durch das Ramol-
joch (3182 m) in Verbindung. (S. die Karten: Tirol
und Vorarlberg,sowieKürnten, Krainu.s.w.)
- Vgl. Sonklar, Die Otzthaler Gebirgsgruppe
(Gotha1860); Petersen, Aus den Otzthaler Alpen
(Münch. 1876); Zwickh, Führer durch die Otzthaler
Alpen (Gera 1885).
Otzthaler Alpen, s. Ostalpen.
Oublietten (frz., spr. ubl-), ehemals Name der
Verließe für die zu ewigem Gefängnis Verurteilten;
auch die mit einer Fallthür versehenen Gruben für
heimlich Hinzurichtende.
Ouche (spr. usch), rechter Zufluß der Saöne im
franz. Depart. Cöte-d'Or, entspringt auf der West-
seite der Cöte-d'Or, speist den Kanal von Bour-
gogne, nimmt links bei Dijon den Suzon auf und
mündet nach 100 km langem Lauf bei St. Jean de
Loc-ne. l(s. d.).
Ouchy (spr. uschih), Vorstadt von Lausanne
Oude (spr. aud), ostind. Provinz, s. Oudh.
Oude Maas (spr. aude), Arm des Rheins (s. d.).
Oudemans (spr. auoe>), Jean Abraham Chrs-
tien, mederländ. Astronom, geb. 16. Dez. 1827 in
Amsterdam, studierte in Leiden unter Kaiser, wurde
1856 - 57 außerord. Professor an der Universität
Utrecht und dann bis 1875 Hauptingenieur und Chef
des geogr. Dienstes in Niederländisch-Ostindien. Als
solcher hatte er die geogr. Lage der Hauptpunkte im
Indischen Archipel astronomisch zu bestimmen und die
Triangulation von Java zu leiten. Von dem darauf
bezüglichen Werke sind die drei ersten Abteilungen
erschienen: "Vergleichung der Maßstäbe des Repsold-
schen Basismeßapparates mit dem Normalmeter"
(Batavia 1875), "Die Vasismessung bei Simplak"
(Haag 1878) und "Ergänzungen zu den beiden ersten
Abteilungen. Bestimmung des Verhältnisses zwischen
dem Normalmetcr und dem N^ti-6 ä68 arenives.
Das Basisnetz von Simplak. Die Basismessungen
bei Logantong und bei Tangsil sowie die beiden
dazu gehörenden Vasisnetze" (ebd. 1891). Seit 1875
ist O. ord. Professor der Astronomie und Direktor
der Sternwarte in Utrecht. Außer einer größern
Anzahl von astron. Abhandlungen verfaßte er auf
Veranlassung der ind. Regierung "Ilmve ^.lam,
ä. i.>V6i'6iäd68<M'i^vinZ' voor äe inlanäßeiis 8c1io
i6w> (5 Tle., 1875-85), und besorgte die 4. Auflage
von F. Kaisers "ve stei-i-enkomei" (1884 u. 1888).
Oudenaarde (spr. aud-; frz. Audenarde),
Stadt in der belg. Provinz Ostflandern, an der
Schelde, an
St. Ghilain-Gent, O.-Deynze (19 km), O.-Aveb
ghem (18 Km), hat 6141 E., ein berühmtes Rat'
haus in spätgot. Stile (erbaut 1525 - 29), zwei
schöne Kirchen, die Walpurgiskirche und die jüngst
restaurierte Liebenfrauenkirche, ein 1867 errichtetes
Kriegerdenkmal von Geefs; Leinen-und Baumwoll-
fabriken. - In dem Kampf des Grafen Ludwig
von Male gegen die flandr. Bürger unter Gents
Führung war O. der Stützpunkt der gräfl. Macht.
Am 11. Juli 1708 erlitt das franz. Heer unter
Vendöme bei O. eine furchtbare Niederlage gegen
Prinz Eugen und Marlborough.
Ondenbosch (spr. audenbosch), Dorf in der
mederländ. Provinz Nordbrabant, Station der
Bahnlinie Antwerpen-Moerdijk, mit bedeutendem
Handel, Rüdenzuckerfabrik und Brauerei, hat 4439
E., ein großes Iesuitenpensionat und eine schöne
neu gebaute kath. Kirche.
Ouaonöäon ("Zahnloser"), eine Gattung der
Anomodonten (s. d.) aus dem südafrik. Mesozoicum,
durch ihre Mittelstellung zwischen Schildkröten und
Eidechsen von Wichtigkeit. Kolonien.
Oude Pekel Aa (spr. aude), s. Fehn- und Moor-
Oudh (Audh,engl. auch ^n(l6,neuind.Awadh,
im Sanskrit Aj odhja), bis 1856 Königreich in Hin-
dustan, seit 1877 eine der Nordwestprovinzen, deren
Lieutenantgouverneur zugleich Chefkommissar von
O. ist. O., zwischen 25" 34' und 28° 42' nördl. Br.
und zwischen 79"44'und 83" 9' östl.L. gelegen, grenzt
im NO. an Nepal, im NW. an die Division Rohil-
khand der sog. Nordwestprovinzen, im SW. an
den Ganges, im SO. an die Division Venares
und im O. an den Distrikt Basti und umfaßt (1891)
62 796 ykm mit 12 650831 E. Administrativ zer-
fällt O. in die vier Divisionen Lakhnau, Sitapur,
Faisabad und Rai Bareli. Hauptstadt ist Lakhnan
(s. d.). Der nördlichste Teil von O. gehört dem un-
bewohnten, Tarai genannten Saum undurchdring-
licher Sumpfwaldungen am Fuße des Himalaja an;
das übrige Land besteht aus einer tief gelegenen, dem
Gebiete des Ganges angehörenden Alluvialebene.
Von allen Gangesgegenden hat O. das gesündeste
Klima. Der Boden ist in der Nähe des Ganges
am fruchtbarsten. Infolge Vernachlässigung der
Wälder nimmt die Trockenheit sichtlich zu. über die
Hälfte der Fläche befindet sich in Anbau. Man
baut meist Nahrungspflanzen, namentlich Weizen,
Reis, Gerste, Mais, verschiedene Arten Hirse, Lin-
sen, Senf u. s. w., doch auch Baumwolle, Tabak,