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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Pahlstek - Pairs
seine Güter in Kurland zurück und starb 25. (13.) Febr.
1826 in Mitau.
Pahlstek, ein eigenartiger, auf Schiffen häufig
angewandter Knoten, durch den ein Auge (unsee-
männisch : Ose) in ein Tau geschlagen (unseemünnisch:
Pahlumpur, s. Palanpur. ^geknüpft) wird.
Pahthanf, soviel wie Jute (s. d.).
Pahuins, afrik. Volksstamm, s. Fan.
Pah-Utah, Indianerstamm, s. Shoshoni.
Pai^ Geld und Gewicht in Siam, s. Bat.
Paian (lat. Päan, in der Ilias Paieon), der
Götterarzt. Apollon, Helios, Asklepios, aber auch
Zeus führen den Namen als Beinamen; er läßt sich
bei allen auf den Begriff eines alten Sonnengottes
als Heilgott und Heiland zurückführen. Ferner hieß
P. eine Art Chorlieder mit dem stehenden Refrain
"Io (Je) Paian", die ursprünglich mit der An-
rufung des Sonnengottes zusammenhingen, aber
schon früh auch an andere Götter gerichtet wurden.
Besonders wurde der P. als Siegeslied, auch als
begeisternder Gesang vor dem Kampf gesungen.
Pai-choi, Gebirge, s. Paj-choj.
Paigmon, s. Pägnion.
Paigu, indobrit. Division, s. Pegu.
Pai-Ho, Fluh in China, s. Pei-Ho.
Päijänne, einer der größten Seen auf der Fin-
nischen Seenplatte, 130 km lang, 30 km breit,
1142 ykin groß, fließt durch den Kymmene in den
Finnischen Busen ab.
?a.i11s (frz., spr. paj), strohgelb.
Paillen (frz. MilionF, spr. palöng), kleine
Schnitzel von Legierungen, die zum Löten verwen-
det werden.
Pailleron (spr. paj'röng), Edouard, franz.
Dramatiker, geb. 17. Sept. 1834 zu Paris, war
zuerst Sekretär bei einem Notar, widmete sich aber
bald der Litteratur. 1860 trat er mit einem Band
Satiren ("1.68 pai-H8it68") über die Pariser Gesell-
schaft hervor. Sein erstes Stück: "1^6 Mi-asite"
wurde in demselben Jahre mit Erfolg im Odeon
aufgeführt. Darauf erschienen "1.6 inur mito^en"
(1861), "1.6 ä6rni6r huarti^'u (1863) und "1.6
86conä Ni0uv6in6iit" (1865), drei Stücke in Versen.
Entschiedenen Erfolg hatte zuerst der Einakter "1.6
U10M6 oü 1'on 8'aniu86" (1868). Dann folgten
"1.63 laux N16N^68" (1869), "H616N6" und "I.'iNltr6
motib) (1872), "I'6tit6 pluw) (1875), "I.'6tinc6ii6')
(1879) und "1^6 N10nä6 0Ü I'oil 8'6nnui6') (1881),
eine satir. Komödie gegen die gesellschaftlichen
Auswüchse weiblicher Bildungsbestrebungen, die in
Paris und im Auslande großen Beifall fand.
Weniger Glück machten die Lustspiele "I.a 80uriZ"
(1887) und "1.68 (nd0tiu8" (1894). P. wurde 1888
Mitglied der Akademie.
Pailön oder Puerto-Pozo, Bucht an der
flachen Südseeküste (Golf von Ancon) der südamerik.
Republik Ecuador, südlich vom Rio Mira, wird bei
dem Mangel einer Verbindungsstrahe mit dem In-
nern noch nicht benutzt.
Paimboeuf (spr. püngböff). 1) Arrondissement
im franz. Depart. Loire-Inferieure, hat auf 774,81
<ikm (1891) 49 255 E. in 5 Kantonen und 27 Ge-
meinden. -^ 2) Stadt im Arrondissement P., links
an der hier 4 km breiten Loire, 11 km von deren
Mündung, an der Linie St. Hilaire-P. (28 km)
der Etaatsbahnen, hat (1891) 2180 E., einen Ge-
richtshof erster Instanz, eine Handelskammer, Ma-
rinekommission, ein Zollamt, College, Gefängnis,
Hospital; einen Hafen, Schiffswerften, Fabrikation
von Schiffszwieback, Konserven, Zuckersiederei, Aus-
rüstung für den Walfischfang und Handel. Die
Reede hat nach Westen einen Molo (1782) mit
Leuchtturm, leidet jedoch unter Versandung, so daß
nur noch St. Nazaire als Vorhafen von Nantes gilt.
Paimpol (spr. pängpöll), Hafenstadt im franz.
Depart. Cötes-du-Nord, Arrondissement St. Brieuc,
hat (1891) 1766, als Gemeinde 2213 E., Handels-
gericht, Zollamt; bedeutenden Kabeljaufang, Schiff-
bau, Seebäder und lebhaften Handel. 8 km nördlich
die als guter Zufluchtshafen, selbst Kriegsschiffen
dienende Insel Vrchat (s. d.).
Pain (frz., spr. päng, "Brot"), in der Küchen-
sprache soviel wie Fleischkuchen, Fleischkäse.
Paine (spr.pehn), Thomas, engl. Schriftsteller,
geb. 29. Jan. 1737 zu Thetford in Norfolk, erhielt
eine Anstellung als Zollbeamter und übernahm
dann die Leitung einer Tabakfabrik. Er wurde je-
doch 1774 abgefetzt. Hierauf ging er nach Nord-
amerika, wo er unter anderm eine Reihe von Flug-
schriften herausgab, die das Interesse der Kolonien
verteidigten, und von denen besonders die "(^omnion
86N36" (1776) betitelte mächtig auf die Gemüter
wirkte. Eine Anzahl derartiger Schriften veröffent-
lichte er von Ende 1776 bis 1783 u. d. T. "1Ii6
^ni6rican cri3i8". 1776 wurde P. beim Kongreß
der Vereinigten Staaten zum Sekretär im Departe-
ment des Auswärtigen ernannt, mußte aber diese
Stelle 1779 wegen angeblicher Verletzung des Amts-
geheimnisses niederlegen, worauf ihn 1780 die
Generalversammlung von Pennsylvanien zu ihrem
Sekretär wählte. 1787 nach England zurückgekehrt,
ließ er 1791 sein in viele Sprachen übersetztes Buch
"1ii6 ri^1it8 ol man" erscheinen, das die Ideen der
Französischen Revolution gegen die Angriffe Burkes
vertrat. Da ein Prozeß gegen ihn eingeleitet wurde,
der später zu seinem Nachteil ausschlug, ging er nach
Frankreich, wo das Depart. Pas-de-Calais ihn 1792
in den Nationalkonvent abordnete; unter dem Vor-
wande, daß er ein Ausländer sei, ließ ihn jedoch
Robcspierre 1793 ausstoßen und verhaften. Nach
einer Haft von 14 Monaten, in der er sein "^F6 ol
i6tl30n" schrieb, erhielt er im Dez. 1794 die Freiheit
und seinen Sitz im Konvent zurück. P. begab sich
1802 wieder nach den Vereinigten Staaten, wo er
8. Juni 1809 zu Neuyork starb. Die vollständigste
Ausgabe seiner Werke veröffentlichte Mendum
(Boston 1850); die letzte Ausgabe erschien Neuyork
1892. Eine deutsche Übersetzung seiner Werke er-
schien zu Philadelphia (2 Bde., neue Ausg. 1876).
- Vgl. Carlile, I.ik ot'liiom^ ?. (Lond. 1820);
Vale,' I.il6 ol ilwm^r. (Neuyork 1830); M. D.
Conway, I.it6 ok 1?ti0ma81'. (2 Bde., Lond. 1892).
?ain Hxpvilsr (engl., spr. pehn, "Schmerz-
vertreibcr"), s. Airys Naturheilmethode im Artikel
Geheimmittel.
Paington (spr. pehnt'n), Hafenstadt und Bade-
ort in der engl. Grafschaft Devon, westlich an der
Torbai, im W. von Torquay, mit (1891) 6783 E.;
Obst- und Gemüsebau.
Paiomos, griech. Bildhauer, s. Päonius.
?a.ir (frz., spr. pähr), gleich, gerade; ?. ou non
(spr. u nong), gerade oder ungerade.
Pairie (frz., spr. pärih), s. Pairs.
Pairis, ehemals Cistercienserabtei bei Nrbeis
(s. d.) im Oberelsah.
Pairs (frz., spr. pähr), engl. Peers, vom lat.
?ai 68, d. i. Gleiche, hießen die Vasallen als Standes-
genossen, welche unter dem Lehnsherrn zu einem