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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Palma (Jacopo) – Palmeirim

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Palma (span. Städte)'

Bezirksstadt in der span. Provinz Huelva, in fruchtbarer Gegend, an der Bahn Sevilla-Huelva, hat (1887) 5897 E.; Branntweinbrennereien, Ziegeleien, Wein- und Ölbau.

Palma, Jacopo, genannt il Vecchio («der Alte»), ital. Maler, geb. um 1480 zu Serinalta bei Bergamo, gest. 18. Aug. 1528 in Venedig, ist neben Tizian und Giorgione ein Hauptvertreter der ital. Malerei während ihrer Blütezeit. Als ersten Lehrer hat er Giov. Bellini gehabt, später aber auch Giorgione sich zum Vorbild genommen. Aus allen seinen Schöpfungen atmet ein kräftig sinnliches Element; vor allem hat er sich der Verherrlichung üppiger Frauenschönheit gewidmet. Sein Kolorit ist tief, in seiner letzten Zeit wird er jedoch lichter im Ton. Sein um 1515 gemaltes Hauptwerk: Die heil. Barbara (in Sta. Maria Formosa zu Venedig), gehört nach Form und Farbe zu dem Herrlichsten, was die venet. Malerei überhaupt hervorgebracht hat. Von seinen Frauenbildnissen und Einzelfiguren sind hervorzuheben: seine Tochter Violante, Lucretia (beide im Hofmuseum zu Wien), Gesamtbild seiner drei Töchter und Ruhende Venus, in reicher Landschaft (Dresdener Galerie), weibliches Brustbild (Museum zu Berlin). Seine religiösen Gemälde stellen meist die Madonna mit dem Kinde, mehrern Heiligen und Stiftern oder die heilige Familie dar; zu nennen sind: Der heil. Petrus mit sechs Heiligen (Venedig, Akademie), Adam und Eva (Braunschweig, Museum), Maria Heimsuchung und Madonna unter einem Baume mit Heiligen (beide im Hofmuseum zu Wien), Anbetung der Hirten (Paris, Louvre und Madrid, Museum), Heilige Familie (Galerie zu Hampton-Court), Jakob und Rahel (Dresdener Galerie), Madonna mit den Heiligen Rochus und Magdalena (Alte Pinakothek in München).

Jacopo P., genannt il Giovane («der Junge»), nach einigen der Neffe des vorigen, geb. 1541 oder 1544 zu Venedig, gest. 1628 daselbst, studierte in Rom nach Raffael und Michelangelo, in Venedig besonders nach Tintoretto. Er wurde einer der angesehensten und viel beschäftigtsten Maler seiner Heimat, in deren Kunst er eine eklektische Richtung einführte. Höchst begabt, aber auf den Effekt hinarbeitend , gehört er zu den wenig erfreulichen Virtuosen zur Zeit des Verfalls der ital. Malerei. Seine hervorragendsten Werke sind einige Malereien geschichtlichen und religiösen Inhalts im Dogenpalast zu Venedig; ferner: Die Unbefleckte Empfängnis, Johannes und die Engel der Apokalypse (Hofmuseum zu Wien), Bekehrung Sauls (Madrid, Museum), Anbetung der Hirten (München, Alte Pinakothek). Einige Bilder mytholog. Inhalts finden sich in der Galerie zu Cassel.

Palama Christi (major und minor), s. Gymnadenia.

Palmacītes Brogn. (Palmoxylon Schenk), paläontolog. Bezeichnung für verschiedene fossile Reste von Palmen aus dem Tertiär. Es sind meist Stammstücke mit Blattnarben.

Palma del Rio, Stadt in der span. Provinz Cordoba, Bezirk Posadas, links am Guadalquivir und oberhalb der Mündung des Genil, an der Bahn Cordoba-Sevilla, hat (1887) 7696 E., Kupferminen und Orangenbau.

Palmamandeln, s. Palma (in Italien).

Palmanōva, s. Palma (in Italien).

Palmarĭa, fruchtbare, befestigte Insel vor dem Golf von Spezia, zur ital. Provinz Genua gehörig, bekannt durch ihren schwarzen Marmor. ↔

Palmarĭum (lat.), Siegeslohn.

Palmarōla, eine der Ponza-Inseln (s. d.).

Palmarōsaöl, s. Geraniumöl.

Palmart, Lambert, s. Palomar.

Palmārum (lat.), Palmsonntag.

Palmas, Kap, Vorgebirge an der Guineaküste von Nordwestafrika, unter 7°45' westl. L. und 4°22' nördl. Br. von Greenwich, eine felsige, 25 m hohe Halbinsel auf der Grenze zwischen der Pfeffer- und Elfenbeinküste. Am 21. April 1885 wurde hier G. Nachtigal bestattet, 1887 aber nach Kamerun überführt.

Palmas, Las, Stadt, s. Las Palmas.

Palmblad, Wilh. Fredrik, schwed. Schriftsteller, geb. 16. Dez. 1788, bezog 1806 die Universität zu Upsala, wo er bald ein sehr thätiges Mitglied der Jugendlichen Gesellschaft wurde, aus der 1808 der Aurorabund hervorging. Die Veröffentlichungen dieser Gesellschaft: der «Phosphoros» (1810–13), «Poetisk Kalender» (1812–22) und «Svensk Literaturtidning» (1813–24), an denen außer P. namentlich Hammarsköld und Atterbom thätig waren, haben wesentlich zu dem Siege der Romantik über die klassische Richtung beigetragen. 1822 wurde P. Docent der vaterländischen Geschichte, 1827 Adjunkt für das Lehrfach der Geographie und Geschichte an der Upsalaer Universität, 1835 ord. Professor der griech. Sprache und Litteratur. 1847–51 war er Redacteur der streng konservativen Zeitung «Tiden». Er starb 2. Sept. 1852. Eins seiner Hauptwerke ist das unvollendete «Handbok i physiska och politiska geographien» (Bd. 1–5, Ups. 1826–37). Als Früchte seiner klassischen Studien ist außer den Übersetzungen des Äschylus (Ups. 1841–45) und des Sophokles (ebd. 1841) noch die «Grekisk Fornkungskap», (2 Bde., ebd. 1843–45) zu nennen. Seine novellistischen, auch ins Deutsche übersetzten Arbeiten sowie seine Romane «Familjen Falkensvärd» (2 Bde., Örebro 1844–45) und «Aurora Königsmark» (4 Bde., ebd. 1846–49) sind nicht von besonderm Werte. Auch war P. seit 1835 Mitredacteur des höchst schätzbaren «Biographisk Lexikon öfver namnkunnige svenska män» (Ups. und Örebro 1837 fg.) und später Vorsteher des 1830 gegründeten Litteraturvereins.

Palmblattkohl, s. Blattkohl.

Palmbutter, s. Palmfett.

Palmcrantz-Winborg-Mitrailleuse, von den schwed. Ingenieuren Palmcrantz und Winborg 1872 konstruiertes Geschütz, das 10 oder 4 fest nebeneinander gelagerte Gewehrläufe von 25,4 mm-Kaliber hatte. Durch Verbesserungen entstand daraus die Nordenfelt-Mitrailleuse (s. d.) und Nordenfelt-Schnellfeuerkanone (s. d.).

Palmeïrīm, Luis Augusto, portug. Dichter, geb. 9. Aug. 1825 zu Lissabon, diente einige Jahre im Heere, wurde dann im Ministerium der öffentlichen Arbeiten angestellt und rückte bis zum Abteilungschef vor. Seit 1877 bekleidete er den Posten eines Direktors des Konservatoriums der schönen Künste und ward Mitglied der königl. Akademie zu Lissabon. Er starb 1893. Seine «Poesias» (Lissab. 1851) erlebten fünf Auflagen. Vorzüglich gelangen ihm die patriotischen und volksmäßigen Lieder. In einem seiner berühmtesten patriotischen Gedichte: «Os desterrados», beklagt er das harte Los der 1847 nach Afrika verbannten Teilnehmer einer Militärrevolte. P. dichtete auch vier Lustspiele: «O sapateiro d'escada» (Lissab. 1856), «Como se sobe ao poder» (ebd. 1856), «Dois casasmentos por con-

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 831.