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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Palmen
vLnikncia." (1857) und " ^ äomkäura äs kor^z "
(1857). Von andern Arbeiten sind die "(^lei-ia ä"
ÜFUraZ P0I'WFU62N8" (1878) und "?01'tu^l 6 03
86U8 ä6tractoi-68" (Lissab. 1877) Zu erwähnen.
Palmen (k^Imae), Pfianzenfamilie aus der
Ordnung der Spadicifloren (s. d.) mit etwa 1100 be-
kannten Arten, meist baumartige Gewächse mit ein-
fachen, nicht verzweigten schlanken Stämmen, die
an ihrer Spitze eine ausgedehnte Krone von zahl-
reichen und gewöhnlich sehr großen gefiederten oder
gefächerten Blättern besitzen. Die Stämme selbst
sind mit den Narben der abgefallenen Blätter dicht
besetzt, von denen jede eine ziemliche Ausdehnung
erreicht, da die Blätter stets mit umfassender schei-
denartiger Basis dem Stamme ansitzen; oder sie
sind umhüllt von den stehen bleibenden Scheiden-
teilen der Blätter, die dann gewöhnlich mit Dornen
besetzt sind. Nur bei sehr wenigen Arten, wie z. B.
bei H^^Ä6N6 tdedkica, ^c^t. (s. ll^pliasne), hat
der Stamm eine ein- oder mehrmalige gabelige Ver-
zweigung, und jeder Zweig ist dann an seinem Ende
mit einer Krone von Blättern versehen. Die Blatt er
sind in der Knospenlage verschieden gefaltet und
immer von der Scheide des nächst ältern Blattes
umschlossen, an sehr jungen Blättern ist die Vlatt-
spreite in der Regel nicht in einzelne Fiedern oder
Fächerstrahlen zerteilt, sondern sie bildet ein zusam-
menhängendes hin und her gebogenes Gebilde; erst
bei der Entfaltung werden gewöhnlich die Fiedern
(Fiederpalmen) oder Fächerstrahlen (Fächer-
palmen) voneinander getrennt, indem die Blatt-
spreiten an gewissen Stellen durch Längsrisse in
einzelne schmale Streifen geteilt werden. Die Blü-
ten stehen immer in großen reichblütigen Inflorcs-
ccnzen, deren Äste häufig fleischig entwickelt sind und
an die Blutenkolben mancher Araceen erinnern. Die
gewöhnlich unansehnlichen Blüten sind regelmäßig
gebaut, entweder zwitterig, ein- oder zweihäusig.
Das Perianthium besteht aus zwei dreizä'hligen, ge-
wöhnlich troäenhäntigen, lederartigen oder fleischi-
gen Blattkreisen. Es sind meist sechs, seltener mehr
Staubgefäße vorhanden. Der Fruchtknoten steht
frei und ist ein- oder drei-, selten mehrfächerig, die
drei Narben sitzen demselben direkt auf. DieFrüchte,
die bei einigen P., wie bei der Kokospalme und der
Seychellenpalme, bedeutende Größe erreichen, sind
bcerenartig oder Steinfrüchte, haben aber meist ein
trocknes faseriges Perikarp. Der Bau und die Ge-
stalt der Samen ist sehr verschieden, alle stimmen
aber darin überein, daß sie einen kleinen Embryo
und außerdem ein stark entwickeltes, häufig stein-
hartes Eiweiß enthalten.
Die große Mehrzahl der P. findet sich nur in den
Tropen, hier aber sehr ausgedehnt. Nur wenige
sind auch in den gemäßigten Zonen heimisch, wie
die Zwergpalme (s. (Hamasi-o^) in Südeuropa,
einige Sabalarten in Nordamerika, die Dattelpalme
in Nordafrika u. a. Besonders reich an P. sind die
Tropen Südamerikas, Mexikos und Ostindiens so-
wie die Inseln des Malaiischen Archipels, weniger
Afrika und die auftrat. Nord- und Nordostküste. Auf
den Inseln des Stillen Oceans kommen eine ziem-
liche Anzahl von P. vor, die zum Teil noch sehr un-
genau bekannt sind. Die P. wachsen meist in kleinern
Gruppen beisammen, seltener bilden sie ausgedehnte
Wälder, im letztern Falle stets mit andern Bäumen
gemeinschaftlich. Sie fuchen in der Regel die ebenen
Gegenden auf, nur wenige wachsen auf höhern Ge-
birgen der Tropengegenden.
Die Höhe der Stämme ist sehr verschieden. Wäh-
rend einige Formen einen strauchartigen Habitus
besitzen, erreichen andere eine Höhe von 50mund
mehr, die Stämme einiger kletternder Calamus-
artcn, z. V. der Rotang, werden bis zu 150 m lang,
aber nur wenige Centimeter dick. Die majestätische
Gestalt der meisten P. verleiht der Vegetation vieler
Tropengegenden einen eigentümlichen Charakter.
Linne' nannte sie deshalb?i'incip68, die Fürsten des
Pflanzenreichs. Auch die Blätter der P. erreichen
meist bedeutende Größe; fo werden die der Sago-
palme bis zu 7 m, die der Kokospalme bis 5 ni, die
der Gomutipalme bis zu 8 ni lang. Die Zahl der
Blüten ist oft eine sehr große; so soll nach A. von
Humboldt die brasil. Alpalme (^1^613 nieianococcH
6^6i't.) bis zu 600000 Blüten tragen.
In systematischer Hinsicht teilt man die P. in
mehrere Unterfamilien ein, die besonders durch
den Bau der Samen sich voneinander unterscheiden;
übrigens weichen in der Umgrenzung und in der
Zahl dieser Gruppen die einzelnen Autoren von-
einander ab.
Von den P. sind viele Arten teils Zierpflanzen,
teils Kultur- und Industriepflanzen. In letzterer
Hinsicht sind vor allem zu nennen: die Dumpalme
(s.H7p1iÄ6N6 und Tafel: Palmen I, Fig.1), die die
Seychellennüsse liefernde i,0ä0ic6H (f. d. und Fig. 2),
die Äpalme (f. I^1^6i8 und Fig. 3), die Dattelpalme
(s. ?iio6nix und Fig. 4), der Rotang (s. (^Iamu8 und
Fig. 5), die Kokospalme (s. d. und Fig. 6), Niwritm
vinitsi-H ^!/ai't. (s. Nanritig. und Fig. 7).
Als Zierpflanzen werden besonders alle leicht
aus Samen anzuziehenden, stachellosen, harten Arten
kultiviert. Man verwendet sie zur Dekoration von
Wintergärten, Gewächshäusern, Zimmern und Gär-
ten während des Sommers. Gute Zimmerpflanzen
sind die Arten: OliHMHeäoreg, concolor M"'5.
(s. OiiaiuÄkäorsH und Tafel: Palmen II, Fig. 1),
(HaiNÄ6I'01)8 IiUllii1i3 1^. und 6X06183. H5tt?'5. (s. (Ha-
ma,6i'0i)3 und Taf. III, Fig. 4), I^ivi8t0NH 8in6N8is
A. F)'. (s. I.ivi3t0N3. und Fig. 1), XkQtia, Leimo-
1'65MH FV. H5ii?l., I^0i'8t6riHNH 0. Moo^e und Na.n>
tErdur^nk F>. H5M. (s. Tkntill und Fig. 2 u. 3),
?ko6nix tHi-inilsrH Zonb., reclinata, /clc^. und
canÄi-i6H8i3 ^lo?'i. oder Gildas I^ebb. (s. ?1i06nix
und Taf. II, Fig. 5) und I51iHpi3 Üad6l1it0rini3 ^.it.
(f. Ii,1i3^i8 und Fig. 4). Außerdem gehören die mei-
sten als Zierpflanzen kultivierten Arten den Gattun-
gen ^i'kca, (s. d. und Taf. II, Fig. 3), ^lillinaeäorea,
(^ainkLi-op^ <üoc08 (s. Kokospalme und Fig. 2),
I.ivi3t0NH, ^orvpka (s. d. und Taf. III, Fig. 5),
I^tania, Xentia, ?1i06nix und ZoHkoi-tkia an. Die
P. werden durch Samen, einige, wie Napi3 üabei-
1iformi3 ^l'i. durch Teilung vermehrt. Sie gedeihen
am besten in einer nahrhaften Erde, die aus Lehm,
Rasen-, Laub- und Mistbeeterde zusammengesetzt
wird, bei reichlicher Bewässerung und der erforder-
lichen Temperatur. Die meisten Arten sind Warm-
hauspflauzen, einige können auch im Kalthause kul-
tiviert und im Sommer ins Freie gestellt werden,
wie die Zwergpalme. Viele Arten, besonders Oka-
ina6rop8 iiumiliZ ^v. und 6xc6l8^ ^m'5., ?1i06uix
?i-itcIiHi'äia tilitkrH ^i., (^0c08 cam^o3ti-i8 Hl")'t.
und au8ti'Hli8 ^tti't., Di'Hii6li Il062Ü ^i'nck., ge-
deihen in der Riviera vorzüglich im Freien, wer-
den dort in Baumschulen angezogen, später in
Gefäße gepflanzt und nach den nördlich gelegenen
Ländern verschickt.