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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Pamir - Pamphili
Hämmer, Woll- und Baumwollspinnereien, Papier-
mühlen, Sandsteinbrüche, Weinbau und Handel.
Pamir (türk-tatarisch, d. i. unbewohnte Wildnis),
bei den umwohnenden Nomaden Bam-i-Duniah
"Dach der Welt), chines. Tschung - ling (Zwiebel-
gebirge), der Knotenpunkt der asiat. Gebirgssysteme,
einHochland von etwa 82000 hkm und einerDurch-
schmttshöhe von 3600 in, liegt zwischen 37 bis 39°
nördl. Br. und 70 bis 76" östl. L. von Greenwich,
wird im N. vom Alai- und Transalaigebirge be-
grenzt, im S. zweigt der Karakorum nach EÖ., der
Hindukusch nach SW. ab. Nach O. fällt das Pla-
teau nach Ostturkestan ab, nach W. zu den Niede-
rungen am Amu-darja; die Längenachse hat die
Richtung von NW. nach SO. (S. Karte: Inner-
asien, beim Artikel Asien.) Das P. ist öde Hoch-
steppe, im W. aber zerklüftetes Gebirgsland; die
Pässe sind verhältnismäßig niedrig; die Schnee-
grenze liegt zwischen 3900 und 5200 m. Im S.
bietet die Vegetation den Herden der Kirgisen
günstige Sommerweide, sonst herrscht eine dürftige
Alpenflora. Der Winter ist streng, furchtbare Stürme
sind häusig. Man unterscheidet im einzelnen ver-
schiedene Plateaus und Steppen, Pamire; der
höchste gemessene Punkt (5240 m) liegt im N. von
Iaschylkul. Die Wichtigkeit des P. beruht auf seiner
Lage als Wasserscheide zwischen Amu-darja und
Iarkand, d. i. Russisch- und Chinesisch-Turkestan;
auch verbindet er Thian-schan mit Himalaja.
über den P. führte die uralte Handelsstraße
nach China; auch die Nestorianer drangen hier vor.
Der erste neuere Reisende, der nach Marco Polo
und Benedikt Goes den P. erreichte, war John
Wood 1837. Bedeutend waren die Leistungen der
engl. Expedition nach Kaschgar unter Douglas
Forsyth (s. d.) 1873-74. In diese Zeit fallen auch
die Forschungsreisen Fedtschenkos (s. d.) 1868-71,
etwas später (187-7) Muschketows, 1878-81 deo
Panditen Subhan. Der Expedition General Sko-
belews nach dem P. zur Unterwerfung der Kara-
iirgisen 1876 folgten Kostenko und Lebedeff, welche
das Alaiplateau und das Tbal des obern Muksu ^
erforschten und als die ersten Europäer den Karakul,
den Drachensee der Chinesen, besuchten. Die seit
1877 unausgesetzt geförderten Forschungen Regels -
auf dem westl. Pamirplateau in Verbindung mit
den Ergebnissen der im östlichen P. 1883 thätigen
Expedition haben die orographischen Hauptzüge!
tlargelegt und den Anschluß an die brit. Auf- !
-nahmen im S. des Gebirges erreicht, von wo zu-
letzt der Pandit M. S. 1878-81 von Gilghit aus in
das obere Thal des Pündsch (Amu-darja) bis zur
Vereinigung mit dem Murghab vorgedrungen war.
Durch eine Vereinbarung zwischen Rußland und
England wurde 1895 der Pänosch als West- und
Südgrenze für Ruhland festgesetzt, ein schmaler
Streifen südlich von genanntem Flusse (Wachan)
Afghanistan zugesprochen, die Grenze des P. gegen
China aber noch offen gelassen. - Vgl. Geiger,
Die Pamirgebiete (Wien 1887).
Pannfos, jetztPirnatza, Fluß imPeloponnes,
durchfließt die beiden messenischen Ebenen, ist der
einzige (nur auf 5km) schiffbare Fluß Griechenlands.
Pamlicofund, s. Albemarlesund.
Pampa (Mehrzahl Pampas), inderQuechua-
sprache Ebene oder Feld, im allgemeinen nur für
baumlose Flächen gebraucht, doch auch für die mit
Urwald bedeckten ebenen Landstriche angewandt,
z. B. die P. dcl Sacramento zwischen Ucayali und
Huallaga. Der Begriff entspricht dem der Llanos
in Venezuela. Das Wort kommt auch in Zusam-
mensetzungen vor, bei deren Mehrzahl die Spanier
das p in ein d umwandelten, z. B. Riobambci,
Moyobamba. Insbesondere ist P. der gedehnte,
größtenteils ebene Landstrich, der vom Rio Sa-
lado und den Gebirgen von Cordoba im N. bis
zum Rio Negro in Patagonien im S. und vom
Atlantischen Ocean im O. bis fast an den Fuß der
Anden im W. sich ausdehnt. Nach Roth besteht
der obere Teil der Pampasformation aus Humus,
der untere aus Löß. Dieser zerfällt wieder in drei
Teile, gelblich lockern obern, dunkelgelben bis
braunen kompakten mittlern und sehr festen braun-
roten untern. Diese Ablagerungen sind der Dilu-
vial- und Tertiärformation zuzurechnen und sind
teils Produkte der Aufschüttung durch Wind, teils
der Ablagerung in Sümpfen und Seen, ferner
Ablagerungen von Flüssen und endlich der Küsten,
worin sich dann Muscheln finden. Die P. sind mei-
stens mit Gras bedeckt, das im Hochsommer abdorrt,
ziemlich fruchtbar und ernähren zahllose Herden von
Rindern und Pferden und in neuerer Zeit auch von
Schafen; ferner auch Guanacos, Pampahirsche,
Vis'cachas, Strauße u. s. w. Das Trinkwasser ist
fast durchaus salzhaltig. Große Strecken sind gänz-
lich wasserlos und mit Salzlagern bedeckt (Trave-
fias). Die Vegetation (f. Argentinien, Bd. 1, S.
854d) ist spärlich. In den P. befinden sich einzelne
geschlossene Ortschaften und eine Anzahl von Gütern
(Estancias), auf denen hauptsächlich Viehzucht ge-
trieben wird. Die Bewohner (Abkömmlinge von
Spaniern und Indianern) heißen Gauchos (s. d.).
Die in den südl. Teilen früher hausenden wilden
Indianer, die fast ununterbrochen in Feindseligkeit
mit den übrigen Ansiedlern lebten, sind vertrieben
worden. Die P. wurden wissenschaftlich durchforscht
von d'Orbigny, Darwin und Roth.
Pampa, Gobernacibn de la, argentin. Na-
tionalterritorium im W. der Provinz Buenos-Aires,
etwa 145 000 ^km mit 12 000 E., ist durchaus Pampa,
von kleinen Hügeln durchzogen, die in der Sierra de
Lihuel-Galel 480 in erreichen, reich an kleinen Seen,
Salinen, Salzsümpfen, z. B. Lago Urre-Lauquen,
und von langem Grase bestanden. Größere Ort-
schaften fehlen. Sitz der Verwaltung ist Sta. Rosa
de Toay. Die Südgrenze bildet der Colorado, dessen
linker Nebenfluß Chadi-Leuvu, im Unterlauf Curaco,
das Land durchstießt.
Pampa Aullagas, See in der Provinz Oruro
der südamerik. Republik Volivia, auf der Hoch-
ebene, welche vom Zufluß dieses Sees, dem aus dem
Titicacafee kommenden Desaguadero durchströmt
wird. Der See, in 3700 m Höhe, ist 110 km lang,
30-45 km breit, 2786 ykm groß. In der Mitte
die Insel Panza.
Pampas, Mehrzahl von Pampa (s. d.).
Pampasgras, s. 6M6i-ium.
Pampashirsch, s. Hirsche.
Pampashuhn, s. Inambu. Ad.).
Pampasstrauß, Bezeichnung für den Nandu
Pampero, der kalte und trockne Südwestwind,
der über die Pampas Argentiniens nach den östl.
Küstengegenden weht. Die eigentlichen P. sind Ge-
witterböen, die nach längerm heißem Wetter, wäh-
rend dessen sehr warme feuchte Nordwinde von Bra-
silien her wehen (Sondo), aus kühlern Gegenden
von SW. her einbrechen.
Pamphili, ital. Adelsfamilie, s. Pamfili.