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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Papirós; Papísmus; Paplika; Pappband; Pappe; Pappel; Pappelblattkäfer; Pappelbock

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Papiros - Pappelbock

tei 82 auf Befehl des jüngern Marius getötet. Von ihm und seinem Genossen im Volkstribunat, Marcus Plautius Silvanus, ging im Bundesgenossenkriege 89 das Gesetz (Lex Plautia Papiria) aus, das den ital. Bundesgenossen, die binnen einer gewissen Frist darum nachsuchten, das Bürgerrecht gab.

Gnäus Papirius Carbo, ein Anhänger des Marius, war mit Cinna 85 und 84, mit dem jüngern Marius 82 Konsul und Haupt der Partei. Von Quintus Cäcilius Metellus und Pompejus geschlagen, entfloh er nach Afrika und ging dann nach Sicilien; er wurde dann auf der Insel Cossyra ergriffen und hingerichtet.

Papirós (Mehrzahl Papirossy), in Rußland Name der Cigarette.

Papísmus (neulat.), Papsttum und Parteinahme dafür; Papísten, päpstlich Gesinnte.

Paplika, Paplyuk, s. Abaliget.

Pappband, s. Buchbinderei.

Pappe, s. Papier.

Pappel (Populus L.), Laubholzgattung, die sich von den ihr verwandten Weiden, mit denen zusammen sie die Familie der Salicaceen (s. d.) bildet, dadurch unterscheidet, daß ihre männlichen und weiblichen Blüten von einem becherförmigen, Honig absondernden Organ umgeben sind, die männlichen Blüten viele kurzgestielte Staubgefäße enthalten, männliche und weibliche Kätzchen gebüschelt aus den Seitenknospen der vorjährigen Triebe entspringen und die Kätzchenschuppen zerschlitzt oder gezähnt sind. Die Blütenkätzchen entwickeln sich lange vor dem Laubausbruch; die männlichen fallen gleich nach der Blütezeit ab, die weiblichen nach dem Aufplatzen der aus den Fruchtknoten sich entwickelnden, zweiklappigen Kapseln, deren Samen mit weißer Wolle besetzt sind.

Die zahlreichen Pappelarten, die über Europa, Nordasien und Nordamerika zerstreut sind, teilt man in drei Untergattungen: 1) Aspen (Leuce), deren Zweige und Knospen wenigstens anfänglich behaart, deren Blattstiele meist seitlich zusammengedrückt, Blätter meist buchtig grob gezähnt, bisweilen gelappt sind. Hierher gehören: die Weiß- oder Silberpappel (Populus alba L.), ursprünglich heimisch im Orient und in Südeuropa; die graue P. (Populus canescens Sm.) in Südeuropa; die Zitterpappel (Populus tremula L.), auch Espe oder Aspe genannt, verbreitet durch ganz Europa, einen großen Teil von Asien und in Nordafrika; ferner die nordamerik. Populus tremuloides Mchx. 2) Echte P. (Aigeiros Dub.), mit meist klebrigen, aber unbehaarten Knospen, zusammengedrücktem Blattstiel, am Rande durchscheinenden, beiderseits ganz oder fast gleichfarbigen, nie gelappten Blättern. Hierher gehören die Schwarzpappel (Populus nigra L.), in ganz Europa, Nord- und Mittelasien verbreitet; eine Varietät derselben ist die als Alleebaum bekannte italienische oder Pyramidenpappel (Populus pyramidalis Roz., italica Mönch.); die aus Nordamerika stammende canadische P. (Populus canadensis Mönch. oder monilifera Ait.), in Deutschland häufig als Zierbaum gepflanzt; die nordamerikanische carolinische P. (Populus angulata Ait.) und die späte P. (Populus serotina Hrtg.), letztere namentlich bei Braunschweig angepflanzt. 3)Balsampappeln (Tacamahaca), mit klebrigen Zweigen und Knospen, kurzen, rundlichen Blattstielen, rundlichen, herzförmigen oder länglichen, nicht gelappten, bis zum äußersten Rande grünen, unten weißlichen Blättern. Hierher gehört die amerikanische Balsampappel (Populus balsamifera L.); die ebenfalls amerikanische weißliche P. (Populus candicans Ait.) und die in Sibirien heimische lorbeerblätterige P. (Populus laurifolia Ledeb.) werden von einigen Botanikern (Koch) nur als Abarten der Balsampappel betrachtet. Die P. sind vielfach dem Insektenfraß ausgesetzt, vorzüglich technisch schädlich sind z. B. der Weidenbohrer (Cossus ligniperda Fabr.), Wespenschwärmer (Trochilium apiforme Cl.), Bremsenschwärmer (Sesia asiliformis Rett.), der Pappelbock (Saperda carcharias L.) u. a., deren Larven das Holz mit zahlreichen Gängen durchwühlen und unbrauchbar machen. Alle die genannten und einige andere Arten der P. werden in Deutschland als Zier- und Alleebäume ihres raschen Wuchses, ihrer Baumform, einige der schönen graufilzigen Blätter (Populus alba) wegen vielfach angepflanzt. Als eigentlich deutscher Waldbaum ist nur die weit verbreitete Aspe anzusehen. Die Abbildung auf Tafel: Laubhölzer. Waldbäume I, Fig. 2, zeigt die Aspe als frei erwachsenen ganzen Baum, ferner 1 Kurztrieb mit zwei Laubknospen und einem blühenden männlichen Kätzchen, 2 Teil eines männlichen Blütenkätzchens, 3 männliche Blüte von der Seite, 4 weibliches Kätzchen, 5 und 6 weibliche Blüte von der Seite und von unten, 7 Trieb mit Blättern und einem Stück eines weiblichen Kätzchens, 8 Trieb im Winter mit Blatt- und Blütenknospe, 9 geschlossene reife Frucht, 10 aufgesprungene Frucht, 11 einzelne von einem Haarschopf umhüllte Samen. Das Holz aller P. ist sehr leicht, weich, grobfaserig und besitzt eine geringe Brennkraft. Namentlich im nordöstl. Europa wird das Aspenholz seiner Leichtigkeit wegen vielfach zu Dachsparren verwendet; in einigen Gegenden Livlands werden aus starken Aspenstämmen ungemein leichte Boote gezimmert. Aspenholz liefert guten Holzstoff zur Papierfabrikation und ist sehr beliebt zur Herstellung der sog. schwedischen Zündhölzchen. Ihre große Reproduktionskraft macht die P. sehr geeignet für Kopfholz- und Schneidelbetrieb (s. d.), namentlich von der Schwarz- und Pyramidenpappel gewinnt man auf diese Weise vielfach Brennreisig und Futterlaub. Alle P. lassen sich durch Stockreiser und Setzstangen leicht vermehren, schwieriger durch den oft tauben Samen.

Pappelblattkäfer (Lina populi L.; s. Tafel: Schädliche Forstinsekten I, Fig. 6, Bd. 6, S. 998), eine 9-12 mm lange Art der Blattkäfer (s. d.) von blauschwarzer Farbe mit zinnoberroter, an der Spitze schwarzen Flügeldecken. Der P. ist in fast ganz Europa gemein auf Weiden, Pappeln und Espen, deren Blätter die Larve skelettiert.

Pappelbock, Name zweier Käferarten aus der Gattung Saperda der Familie der Bockkäfer (s. d.), die sich in Deutschland stellenweise nicht selten finden und die als Larven im Holze und als ausgebildete Insekten vom Laube der Pappeln, besonders der Schwarzpappeln, leben. Der große P. (Saperda carcharias L.; s. Tafel: Schädliche Forstinsekten I, Fig. 5, beim Artikel Forstinsekten) ist schwarz, mit dichtem, grauem bis lehmfarbenem Filzüberzug. Die Männchen sind 24-26, die Weibchen 28-30 mm lang. Der kleine P. (Saperda, populnea L.) ist nur 10-12 mm lang und seine graugelbe Behaarung ist auf einem Mittel- und zwei Seitenstreifen sowie auf einer Anzahl (4-6) von Flecken auf jeder Flügeldecke dichter und gelber.