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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Partinico - Parzival

Teile des Vermögens des Schuldners, welcher unabhängig von dem allgemeinen Konkursverfahren (s. d.) und neben demselben vorkommen konnte.

Partinico, Stadt in der ital. Provinz und im Kreis Palermo auf Sicilien, 23 km im WSW. von Palermo, an der Linie Palermo-Trapani, hat (1881) 21524 E.; Seiden- und Wollmanufakturen, Öl- und Weinhandel.

Partisane, lange Stoßwaffe, ein hölzerner Schaft mit einer zweischneidigen, vorn zugespitzten Klinge und zwei nach den Seiten vorspringenden spitzen Zacken am Fuß derselben. Die P. wurde im 16. und 17. Jahrh, vom Fußvolk geführt. (S. Esponton.)

Partite (ital. partita),Teil, Partie (z. B. Waren); ein Rechnungsposten; auch Kniffe, Ränke; Partitenmacher, Ränkespinner. - Über P. in der Musik s. Suite.

Partition (lat.), Zerteilung.

Partitiv (lat.), teilend.

Partitur (ital. partizione; frz. partition; engl. full score), in der Musik diejenige Aufzeichnung eines mehrstimmigen Tonstücks, welche alle verschiedenen Stimmen oder Teile (parti) so über- und untereinander stehend vereinigt, daß man sie mit einem Blicke übersehen und insgesamt fortlaufend verfolgen kann. Auf Grund einer P. leitet der Dirigent die Aufführungen. In einer vollständig ausgearbeiteten Direktionspartitur ist jede Singstimme und jedes Instrument auf einer besondern Linie verzeichnet und sämtliche Linien stehen untereinander, durch Taktstriche verbunden, wodurch nicht nur die Beteiligung der verschiedenen Stimmen an der Harmonie bei jedem Tonschritt deutlich übersehen, sondern auch der gemeinsame Fortgang aller dieser Stimmen veranschaulicht wird. Die Ordnung der Linien oder Partien von oben nach unten richtet sich bei Vokalstücken, Quartetten und ähnlichen Werken gleichartiger Stimmen einfach nach der Höhe und Tiefe dieser Stimmen; in größern Orchesterstücken nehmen gewöhnlich die Blasinstrumente den obern und die Saiteninstrumente den untern Teil der P. ein, in Gesangwerken mit Orchesterbegleitung stehen die Singstimmen unten, gewöhnlich zwischen Viola und Grundbaß. Doch kommen Abweichungen von diesen Anordnungsarten häufig vor. Die Kunst des Partiturlesens und des Partiturspielens (auf dem Klavier) setzt zuerst die Fähigkeit voraus, Wesentliches vom Unwesentlichen zu unterscheiden, und fordert gründliche Ausbildung im Theoretischen und lange Übung. Der Gebrauch von P. datiert erst aus dem 17. Jahrh.

Partner (engl.), Genosse, Teilhaber, Teilnehmer, Beteiligter.

Partnerschaft (d. i. Teilhaberschaft, engl. partnership), das Verhältnis des Gewinnanteils an einem Unternehmen, besonders die Gewinnbeteiligung (s. d.) der Lohnarbeiter.

Partout (frz., spr. -tuh), überall; durchaus. Partoutbillet, soviel wie Passe-partout (s. d.).

Partsch, Joseph Franz Maria, Geograph, geb. 4. Juli 1851 zu Schreiberhau in Schlesien, studierte 1869-74 in Breslau Philologie, alte Geschichte und Geographie, wurde 1876 außerord., 1884 ord. Professor der Erdkunde in Breslau. Er veröffentlichte: "Itineraria Africae veteris" (Bresl. 1874), "Die Darstellung Europas in dem geogr. Werke des Agrippa" (ebd. 1875), "Ausgabe der Epen des Corippus" (Berl. 1879), "Die Gletscher der Vorzeit in den Karpaten und den Mittelgebirgen Deutschlands" (Bresl. 1882), "Physik. Geographie von Griechenland mit besonderer Rücksicht auf das Altertum" (mit C. Neumann, ebd. 1885), "Die Insel Korfu", "Die Insel Leukas", "Kephallonia und Ithaka" (in "Petermanns Mitteilungen", Ergänzungshefte 88, 95, 99), "Philipp Clüver, der Begründer der histor. Länderkunde" (Wien 1891), "Die Schutzgebiete des Deutschen Reichs" (Berl. 1893), "Die Vergletscherung des Riesengebirges zur Eiszeit" (Stuttg. 1894), "Schlesien" (Bd. 1, Bresl. 1896).

Parturiunt montes, nascetur ridiculus mus (lat.), "die Berge kreißen, geboren wird eine lächerliche Maus" (d. h. viel Geschrei und wenig Wolle), Citat aus Horaz' "Ars poetica" (139); die Worte sind aus dem Griechischen übertragen und finden sich in griech. Form bei Athenäus.

Partus (lat.), Geburt.

Paru, linker Nebenfluß des untern Amazonas, entspringt in den Tumuc-Humac-Bergen an der Grenze von Niederländisch-Guayana und Brasilien und mündet bei Almeirim. Crevaux befuhr ihn 1877-78. Er ist reich an Stromschnellen.

Parulis (grch.), entzündliche Zahnfleischgeschwulst, s. Epulis.

Parura (Plaga, lat.), die durch Stickerei oder reiche Stoffaufsätze geschaffene Ausschmückung liturgischer Gewänder, namentlich der Albe (s. d.).

Parure (frz., spr. -rühr), Schmuck, Putz.

Parus (lat.), s. Meise.

Parusie (grch.), Gegenwart, Anwesenheit, besonders die Wiedererscheinung Christi.

Parvati, anderer Name der Durga (s. d.).

Parvenu (frz., spr. -wenüh), Emporkömmling.

Parvolin, eine dem Pyridin homologe, bei 188° siedende Base von der Zusammensetzung C<sub>9</sub>H<sub>13</sub>N, welche im Steinkohlenteer vorkommt.

Parzellarkataster, das Verzeichnis der Grundstücke nach den einzelnen, besonders abgegrenzten sowie durch Verschiedenheit der Kulturart und Bonität näher bestimmten Bodenparzellen, im Gegensatz zum Gutskataster, wo der Gesamtbesitz eines und desselben Eigentümers in jeder Gemarkung die Einheit der Katastrierung bildet. Übrigens besteht auch neben dem P. stets eine sog. Mutterrolle (s. d.), in der zum Zweck der Steuererhebung die einzelnen Eigentümer mit Angabe der ihnen gehörenden Grundstücke eingetragen sind.

Parzelle (frz.), ein von etwas abgetrenntes, jemand zugeteiltes Stück, namentlich von Grundstücken gebraucht; parzellieren, in P. teilen, zerstückeln; Parzellierung, soviel wie Dismembration (s. d.).

Parzen (lat. Parcae), ursprünglich röm. Geburtsgöttinnen: Parca, Nona und Decuma. Später wurden sie den griech. Moiren (s. d.) gleichgesetzt und an Stelle der Parca trat dann eine Todesgöttin Namens Morta.

Parzival, der Held und Mittelpunkt des großen gleichnamigen Gedichts von Wolfram (s. d.) von Eschenbach. Seine Sage wurzelt in einem kelt., wohl wallisischen Dümmlingsmärchen, dessen Held (Peredur), von der Mutter einsam erzogen, ihr entläuft und seinen erschlagenen Vater kindisch unwissend rächt; so noch in einem engl. Spielmannsliede des 14. Jahrh. Auch die altirische Cuchuliensage zeigt verwandte Züge. Dies Märchen wurde in der zweiten Hälfte des 12. Jahrh. mit der Sage vom heil. Gral (s. d.) verbunden, wahrscheinlich in Frankreich; der schöne Dümmling erwirbt schließlich durch seine See-^[folgende Seite]