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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Peloponnesische Eisenbahnen – Peltatus

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Peloponnes'

gründe fruchtbare Tiefebenen liegen, in welche sich die größern Flüsse der Halbinsel, von Arkadien herabkommend, ergießen; so der meist trockne Inachos in die Ebene von Argolis, der Eurotas in die Ebenen von Lakonien (die obere von Sparta die untere von Helos), der Pamisos in die beiden Ebenen von Messenien. Die große Elische Ebene ist das Mündungsgebiet der beiden größten peloponnes. Flüsse, des Ruphia oder Alpheios mit dem Ladon und des Peneios. Die meisten übrigen Flüsse sind Trockenbäche, die nur nach heftigen Regen Wasser führen. Im östl. Arkadien finden sich ringsumwallte Hochebenen, die nur durch unterirdische Schlünde entwässert werden. In den streckenweise sehr fruchtbaren Ebenen der Halbinsel gedeihen Korinthen, Wein, Oliven und Südfrüchte vortrefflich; erstere bilden jetzt die vorzüglichste Einnahmequelle des Landes. Dagegen sind die ausgedehnten Gebirge dürr und humusarm und meist nur in Thalmulden und Hochebenen dem Getreidebau zugänglich; doch sind sie für Schaf- und Ziegenzucht wohl geeignet und besitzen in den höhern Teilen vielfach noch beträchtliche Tannenwälder. Der Mineralreichtum ist ganz unbedeutend; Eisenerze und Marmor (besonders in Lakonien) können wegen der Transportkosten nicht ausgebeutet werden.

Über die Geschichte s. Griechenland und Morea. Der P. ist eingeteilt in die fünf Nomen Achaia und Elis, Arkadia, Argolis und Korinthia, Lakonia, Messenia mit zusammen (einschließlich der dazugehörigen Inseln) 22201 qkm und (1889) 813154 E. Davon sind etwa 90000 Albanesen, welche vornehmlich den Nordosten der Halbinsel bewohnen. – Vgl. E. Curtius, Peloponnesos (2 Bde., Gotha 1851–52); Clark, Peloponnesus, Notes of study and travel (Lond. 1858); Beulé, Études sur le Peloponnèse (2. Aufl., Par. 1875); Philippson, Der P. (2 Tle., Berl. 1892), und Zur Ethnographie des P. (in «Petermanns Mitteilungen», 1890).

Peloponnesische Eisenbahnen, s. Griechische Eisenbahnen.

Peloponnesischer Krieg (431–404 v. Chr.), s. Griechenland (Geschichte).

Pelops, der Enkel des Zeus und Sohn des Tantalos, wurde von seinem Vater, als bei diesem einst die Götter einkehrten, geschlachtet und den Göttern vorgesetzt, um ihre Allwissenheit zu prüfen. Die Götter ließen sich aber nicht täuschen; nur Demeter, in Trauer um ihre verlorene Tochter versunken, verzehrte die eine Schulter. Sie befahlen, die zerstückten Glieder in einen Kessel zu werfen, aus dem dann der Knabe neu belebt hervorgezogen wurde, dessen fehlende Schulter durch eine elfenbeinerne ergänzt ward. Darauf wächst der Knabe im Olymp auf, bis er, auf die Erde entlassen, um Hippodameia (s. d.), die Tochter des Oinomaos von Pisa in Elis, wirbt und sie durch seinen Wagensieg gewinnt, den er über den Vater durch die ihm von Poseidon geschenkten geflügelten Rosse davonträgt (nach andern durch Bestechung des Wagenlenkers Myrtilos, s. d.). Zur Erinnerung daran stiftet er die Olympischen Spiele. Seine Nachkommen heißen Pelopiden (s. d.). Die Vorbereitung zur Wettfahrt zwischen P. und Oinomaos vor Zeus hat Päonius im Ostgiebel des Zeustempels zu Olympia (s. d.) bildnerisch dargestellt.

Pelopsäure, s. Pelopium.

Pelorĭenbildung, eine eigentümliche, bei manchen unregelmäßigen Blüten, z. B. von ↔ Linaria vulgaris Mill., ziemlich häufige Erscheinung, die darin besteht, daß durch gleichmäßige Ausbildung der sonst ungleich großen Blütenteile die ganze Blüte einen regelmäßigen Bau erhält. Die Ursachen der P. sind nicht näher bekannt; wahrscheinlich beruhen sie auf Rückschlägen, die durch Veränderungen in der Ernährung hervorgerufen werden.

Pelorum Promontorium, im Altertum die Nordostspitze von Sicilien, jetzt Capo di Faro.

Pelorus, s. Palinurus.

Pelotas, Stadt in dem brasil. Staate Rio Grande do Sul, an dem in die Laguna de Patos mündenden Kanal Sâo Gonçalo und an der Südbahn Rio Grande-Cacequy. Kann von Dampfern erreicht werden, hat etwa 10000 E., darunter viele Deutsche, lebhaften Handel, namentlich mit dem in Saladeros geschlachteten Vieh, Seife und Leim.

Peloton (spr. p’lotóng), franz. Bezeichnung für den Zug in der Compagnieeinteilung.

Pelotte (frz. pelote), der rundliche oder ovale, meist gepolsterte Teil des Bruchbandes, welcher die Bruchpforte bedeckt und durch seinen Druck den Bruch zurückhalten soll. (S. Bruch, medizinisch.)

Pelouze (spr. –luhs’), Théophile Jules, franz. Chemiker, geb. 13. Febr. 1807 zu Valognes (Depart. La Manche), war ursprünglich Pharmaceut, seit 1827 Assistent bei Gay-Lussac und Lassaigne, wurde 1830 Professor der Chemie zu Lille, später Professor an der Pariser Polytechnischen Schule und am Collège de France, bekleidete daneben verschiedene Stellen am Münzamt, wurde 1848 Vorsitzender der Münzkommission und war Mitglied des Instituts seit 1837. Er starb 31. Mai 1867 zu Paris. Er lieferte viele chem. Untersuchungen, zum Teil gemeinschaftlich mit Liebig, Dumas u. a. Mit Frémy schrieb er den «Traité de chimie générale» (3 Bde., Par. 1847–50; 2. Aufl., 6 Bde. mit Atlas, 1854–56 u. ö.; später u. d. T. «Cours» u. s. w.), «Notions générales de chimie» (1853), «Abrégé de chimie» (1848 u. ö.).

Pelplin, Marktflecken im Kreis Dirschau des preuß. Reg.-Bez. Danzig, an der Ferse und der Linie Bromberg-Dirschau der Preuß. Staatsbahnen, Sitz des Bischofs von Culm (s. d.), eines Domkapitels, Generalvikariats und Konsistoriums, hatte 1890: 2412, 1895: 3056 E., darunter 163 Evangelische, Postamt zweiter Klasse, Telegraph, schöne got. Kathedrale (früher Cistercienserkloster, 1274 gestiftet), Pfarrkirche, 3 Kapellen, evang. Bethaus, Priesterseminar mit wertvoller Bibliothek, bischöfl. Progymnasium, St. Josephs-Krankenhaus unter Leitung Barmherziger Schwestern; Maschinenreparaturwerkstätte, Dampfmolkerei, Zuckerfabrik und Viehmärkte.

Pelseide, s. Seide.

Peltásten, die leichten thraz. Krieger, die zwischen Schwerbewaffneten (Hopliten) und Leichtbewaffneten in der Mitte standen. 393 schuf der Athener Iphikrates (s. d.) nach ihrem Muster eine Söldnertruppe, die leichter gerüstet, aber mit längerm Schwert und längerer Lanze als die Hopliten bewaffnet war und sich durch ihre leichte Beweglichkeit im Korinthischen Kriege namentlich bewährte.

Peltatus (lat., «schildförmig») heißt ein Blatt, bei dem der Blattstiel nicht am Rande, sondern ungefähr in der Mitte der Blattspreite ansitzt (Folium peltatum, s. Tafel: Blatt, Fig. 18). Schildförmig nennt man auch eine Narbe, wenn sie scheibenförmig verbreitert ist und in ihrer Mitte dem Fruchtknoten aufsitzt, wie z. B. bei den Blüten des Mohns oder der Teichrosen.