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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Guglielmo; People's Party; Peoria; Peotta; Peparēthos; Pepe; Peperburg; Peperīno; Peperōni; Pephrēdo; Pepinière; Peplos; Pepŏli

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People's Party - Pepoli

People's Party (engl., spr. pihpls), amerik. Partei, s. Volkspartei.

Peoria (spr. piohrĭĕ), Hauptstadt des County P. im nordamerik. Staate Illinois, südwestlich von Chicago, am Illinoisfluß, der hier von Brücken überspannt wird und oberhalb der Stadt sich zum Peoria-Lake erweitert, wichtiger Eisenbahnknotenpunkt, hat (1890) 41042 E., darunter viele Deutsche; bedeutenden Handel mit Getreide, Spirituosen und Vieh, besonders aber Destillerien, Lokomotivenbau und Fabrikation von Ackerbaugeräten, Bier und Stärkesirup sowie Herstellung von Malz, Arbeitsanzügen, Chemikalien, Seife, Ofen, Kesseln, Pumpen und Uhren. Schöne Bauten sind die Post, Gerichtshaus, Stadthalle, Opernhaus, die höhere Schule und die Bibliothek (37000 Bände). In der Umgegend Maisbau und Koblenbergwerke.

Peotta (Peōta, ital.), große (venet.) Gondel; leichte Schaluppe.

Peparēthos, alter Name für Skopelos (s. d.).

Pepe, Florestano, neapolit. General, geb. 1780 zu Squillace (Calabrien), ward Offizier, trat 1799 in den Dienst der Parthenopäischen Republik, dann in die franz.-ital. Legion. 1801 nach Neapel zurückgekehrt, ging er 1809 als Generalstabschef der neapolit. Division nach Spanien und machte 1812 den russ. Feldzug, zuletzt in leitender Stellung, mit. Aus russ. Kriegsgefangenschaft entlassen, focht er 1814 und 1815 für Murat. Von Franz I. (s. d.) 1820 mit der Unterwerfung Siciliens beauftragt, brachte er Palermo zur Ergebung, legte aber hierauf, mit den Gewaltmaßregeln der Regierung nicht einverstanden, den Befehl nieder und zog sich 1821 gänzlich ins Privatleben zurück. Er starb 3. April 1851 zu Neapel. - Vgl. Carrana, Vita del general F. P. (Genua 1851).

Guglielmo P., Bruder des vorigen, geb. 15. Febr. 1783 zu Squillace, diente ebenfalls der Parthenopäischen Republik, dann Frankreich in der franz.-ital. Legion. Ein Aufstandsversuch in Calabrien endete mit seiner Verurteilung zu lebenslänglichem Zuchthaus, aus dem er aber nach einigen Jahren entkam, um in den Dienst Joseph Bonapartes zu treten; nochmals gefangen genommen und zum Tode verurteilt, entkam er wieder und focht auf den Ionischen Inseln, danach in Spanien. Nach dem Fall Murats, der ihn 1815 zum Generallieutenant befördert hatte, in den Dienst Ferdinands I. getreten, stellte er sich an die Spitze der durch die Carbonari (s. d.) geförderten Erhebung von 1820 und ließ sich vom Parlament 1821 mit dem Oberbefehl über die Truppen betrauen; diese wurden aber von den Österreichern 7. März bei Rieti zersprengt. Nochmals zum Tode verurteilt, konnte er nach Neapel erst nach der 1848 erlassenen Amnestie zurückkehren, trat aber nun unverzüglich an die Spitze der von Neapel zur Bekämpfung der Österreicher nach der Lombardei gesandten 16000 Mann, beteiligte sich, trotz seiner Rückberufung, mit etwa 2000 Mann am Kampf gegen den ausländischen Feind und ging endlich nach Venedig, bei dessen Verteidigung er wesentliche Dienste leistete. Nach der Ergebung Venedigs floh er auf einem franz. Schiffe und starb 9. Aug. 1855 zu Turin. Er schrieb: "Relation des évènements politiques et militaires qui ont eu lieu à Naples en 1820 et 1821" (Lond. 1823), "Mémoires historiques, politiques et militaires sur la révolution de Naples" (ebd. 1823), "Mémoires du général Guillaume P." (2 Bde., Par. 1847), "Con-

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tinuazione delle Memoire" (4 Bde., Tur. 1850), "Histoire de la révolution et des guerres d'Italie en 1847, 1848 et 1819" (Par. 1850). - Vgl. Reuchlin, Geschichte Neapels während der letzten 70 Jahre, dargestellt an dem Leben der Generale Florestan und Wilhelm P. (Nördl. 1862).

Peperburg, s. Grevenbrück.

Peperīno (ital.), Albaner Stein, s. Albano.

Peperōni, ital. Bezeichnung für in Essig eingemachte Schoten des span. Pfeffers.

Pephrēdo, eine der Graien (s. d.).

Pepinière (frz., spr. -nĭähr, "Pflanzschule"), früherer Name des Medizinisch-Chirurgischen Friedrich-Wilhelms-Instituts in Berlin. (S. Bildungsanstalten, militärärztliche.)

Peplos (grch.), das griech. Frauengewand der homerischen Zeit: ein weites, an den Schultern mit Nadeln oder Fibeln geheftetes Wolltuch, das vorwärts bis auf die Knöchel reichte und mit dem hintern Saum schleppte. Es fiel auf der Brust in einen Überschlag (Apoptygma) über, war durch einen Gürtel gehalten und an der offenen Seite mit Hefteln geschlossen. Von den Ioniern wurde der P. nach und nach mit dem leinenen Chiton (s. d.) vertauscht. Die Dorer behielten ihn bis in das 5. Jahrh. v. Chr. in einer ganz altertümlichen Form bei: der Überschlag fiel auf Brust und Rücken, die Saumseite blieb offen und ließ das Bein sehen. Erst später schloß man diese Seite bis zur Hüfte durch Naht oder Heftel. Besonders bekannt ist der reich verzierte safranfarbige P., den die Athener in den großen Panathenäen (s. d.) in feierlicher Prozession zur Akropolis hinaufführten, um damit das alte Holzbild der Athena zu bekleiden.

Pepŏli, Gioachino, Marchese, ital. Staatsmann, geb. 10. Okt. 1825 aus dem Geschlecht der ehemaligen Stadtherren von Bologna, Sohn des Taddeo P. und der Tochter Murats, Letizia. Er verheiratete sich 5. Dez. 1814 mit Friederike von Hohenzollern-Sigmaringen, trat öffentlich nach Gregors XVI. Tod zugleich mit Minghetti für Reformen ein, lehnte aber jede eigene Beteiligung am weltlichen Regiment der Priester ab und übernahm mutvoll den Oberbefehl und die Verteidigung von Bologna gegen die Österreicher (Aug. 1818). In Beziehungen zu Napoleon III. getreten, bereitete er mit Minghetti die Angliederung Mittelitaliens an das Königreich Sardinien vor und führte diese, nachdem er das Zeichen zur Erhebung gegeben, als Haupt der Provisorischen Regierung in Bologna, dann als Finanzminister unter Farini in der Emilia und 1860 als Generalkommissar in Umbrien mit großer Umsicht und Festigkeit durch. Von Bologna in die ital. Kammer gesandt, schloß er sich Rattazzi an und übernahm in dessen Kabinett das Ministerium des Ackerbaues, Handels und Gewerbes. Als Gesandter im Febr. 1863 nach Petersburg geschickt, trat er hier für die Polen ein, unterzeichnete mit Nigra 1861 die Septemberkonvention, die sein Werk ist, war 1866 königl. Kommissar in Padua, ging, 1868 zum Senator ernannt, als Gesandter nach Wien, wo er einem franz.-österr.-ital. Bündnis entgegentrat, was seinen Austritt aus der Diplomatie zur Folge hatte. Durch seine Thätigkeit für Hebung des Wohls der untern Klassen durch Errichtung mustergültiger Kreditanstalten und Pensionskassen für invalide Arbeiter wie früher durch seine Leistungen im Amt (Einziehung des Jesuitenbesitzes zu Gunsten des Unterrichts, Aufhebung der Klöster, Abschaffung der Mahlsteuer, Durchführung