Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Perniciös; Pernionen; Pernis; Pero; Peromelie; Péron; Peroni; Péronne; Peronospora Corda; Peronosporeen

1027

Perniciös - Peronosporeen

rechte der im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder der Österreichisch-Ungarischen Monarchie" (Heft 1, Halle 1872), "Commentationes juris romani duae" (ebd. 1855) und "Miscellanea zur Rechtsgeschichte und Textkritik", Tl. 1 (Prag 1869).

Perniciös (lat.), verderblich, bösartig; perniciöse progressive Anämie, s. Blutarmut; perniciöses Fieber, bösartiges Wechselfieber.

Pernionen (lat.), Frostballen, Frostbeulen.

Pernis, s. Bussard.

Pero, s. Melampus.

Peromelie (grch.), Mißgeburt mit verkümmerten Gliedmaßen.

Péron (spr. -róng), François, franz. Zoolog und Reisender, geb. 22. Aug. 1772 zu Cérilly (Depart. Allier), nahm 1800-4 an der Baudinschen Expedition nach der Südsee teil und starb 14. Dez. 1810 in Cérilly. Sein Hauptwerk ist die "Voyage de découvertes aux terres australes" (mit Freycinet, 2 Bde., Par. 1807-10; 2. Aufl., 4 Bde., 1824-25).

Peroni, Adele, Schauspielerin, Gattin von Adolf Glaßbrenner (s. d.).

Péronne (spr. -rónn). 1) Arrondissement im nordfranz. Depart. Somme, hat auf 1203,48 qkm (1891) 100 716 E., 8 Kantone und 180 Gemeinden. - 2) Festung dritter Klasse und Hauptstadt des Arrondissements P. und ehemals von Santerre, rechts an der Somme, die hier mit der zufließenden Cologne einen großen fischreichen Teich mit von Gemüsegärten bedeckten Inseln bildet, an den Linien Paris-Cambrai und Albert-Ham der Nordbahn, hat (1891) 3803, als Gemeinde 4746 E., in Garnison einen Teil des 120. Infanterieregiments, einen Gerichtshof erster Instanz, Schiedsgericht, College, 5 Kirchen (St. Jean, aus dem 16. Jahrh., mit schönem Portal, Gittern und Gemälden), ein got. Rathaus mit Glockenturm und ein altes Schloß mit 4 Türmen aus dem Mittelalter. - P. gehörte im 9. und 10. Jahrh. den Grafen von Vermandois; 14. Okt. 1468 schloß hier Karl der Kühne mit Ludwig XI. einen für diesen schimpflichen Vertrag; 27. Dez. 1870 wurde P. von den Deutschen eingeschlossen und mußte sich 9. Jan. 1871 ergeben. 12 km südöstlich liegt das Dorf Testry (jetzt Tertry, 367 E.), wo Pippin von Heristal 687 siegte.

Peronospora Corda, Gattung parasitischer Pilze aus der nach ihr benannten Familie der Peronosporeen (s. d.). Sämtliche Arten schmarotzen auf Phanerogamen und entwickeln ihr Mycelium im Innern der Gewebe der Wirtspflanze; es besteht aus vielfach verzweigten, nicht durch Querwände gefächerten Hyphen, die in den Intercellularräumen vegetieren und von hier aus Haustorien von verschiedenartiger Form in das Innere der Zellen senden. Die conidientragenden Hyphen treten durch die Epidermis, meist durch die Spaltöffnungen hindurch, an die Oberfläche und besitzen eine bäumchenartige Verzweigung, auf jedem Zweige wird nur eine Conidie gebildet, wodurch sich diese Gattung von Phytophtora (s. d.) unterscheidet. Die Conidien von P. keimen entweder mit einem Keimschlauch oder entlassen ihren Inhalt in Form mehrerer Schwärmsporen, die, nachdem sie auf einer geeigneten Wirtspflanze zur Ruhe gekommen sind, mitteis eines Keimschlauchs entweder durch die Spaltöffnungen oder auch durch die Außenwände der Epidermis hindurch in das Innere wachsen. Außer der Fortpflanzung mit Conidien besitzen die Peronospora-Arten noch eine solche durch geschlechtlich erzeugte Oosporen.

Man teilt die Arten dieser Gattung gewöhnlich nach den Nährpflanzen ein, auf denen sie schmarotzen: doch ist diese Einteilung eine sehr bedenkliche, weil manche Formen höchst wahrscheinlich aus sehr verschiedenen Pflanzen gedeihen können. Die bekanntesten Arten sind: die P. nivea De By., die in den Blättern mancher Umbelliferen, wie Petersilie, Möhren u. a., lebt und durch ihre Conidienträger weiße, schimmelartige Überzüge auf der Unterseite der Blätter bildet, und die P. parasitica De By., die auf Stengeln, Blättern und Blütenständen zahlreicher Kruciferen, wie auf dem Hirtentäschel, dem Goldlack, auf Raps und Dotter vorkommt und hier einen dichten weißen Überzug, oft auch eine hypertrophische Anschwellung der befallenen Stengelteile verursacht; sie kommt gewöhnlich in Gemeinschaft mit einem andern Pilz aus derselben Familie, dem weißen Rost (Cystopus candidus De By., s. Cystopus) vor. Die früher nur in Nordamerika vorkommende P. viticola De By., die auf verschiedenen Weinsorten ein Verschrumpfen der Blätter hervorruft, ist auch in Europa häufig aufgetreten. Sie bildet rasenartige Überzüge auf der Unterseite der Blätter und geht auch auf die jungen Zweige über. Auf verschiedenen Kompositen, besonders auf Salat, Cichorien, Artischocken kommt ebenfalls ein hierher gehöriger Pilz, die P. gangliformis De By., vor. Außerdem finden sich Peronospora-Arten auf zahlreichen andern kultivierten und wild wachsenden Phanerogamen. Fast immer bewirken sie ein Absterben der befallenen Teile, indem diese verschrumpfen oder in Fäulnis übergehen.

Peronosporeen (Peronosporĕae), Pilzfamilie aus der Gruppe der Phycomyceten (s. d.). Die Arten sind sämtlich Parasiten auf phanerogamen Pflanzen und leben endophyt in den Geweben derselben. Das Mycelium ist vielfach verzweigt, aber ohne Querwände in den Hyphen. Die Fortpflanzung geschieht auf zweierlei Art: einmal durch Conidien, die auf besondern, nach außen tretenden Conidienträgern gebildet werden, welch letztere gewöhnlich aus den Spaltöffnungen hervortreten und auf den befallenen Pflanzenteilen weiße oder graue schimmelartige Überzüge bilden. Die auf diese Weise entwickelten Conidien verbreiten den Pilz weiter, indem sie entweder bei ihrer Reife Schwärmsporen austreten lassen oder einen Keimschlauch bilden. Die ungeschlechtliche Fortpflanzung ist jedenfalls die ausgiebigste, außerdem werden aber auch noch geschlechtlich erzeugte Oosporen entwickelt, die aus dem Inhalt eines Oogoniums durch Vereinigung mit dem Inhalt eines Antheridiums entstehen. Die Oosporen werden im Innern der Gewebe der Wirtspflanze gebildet und umgeben sich in der Regel mit einem festen Exosporium, so daß sie als Dauersporen funktionieren und nach dem Absterben und Verfaulen der Nährpflanze den Pilz auf andere Pflanzen übertragen können. Dieselben keimen erst nach einer Überwinterung und ihr Inhalt zerfällt dabei gewöhnlich in eine ziemliche Anzahl Schwärmsporen. Die Bildung von Oosporen ist jedoch bei zahlreichen P. noch nicht beobachtet; so hat man z. B. bei dem vielfach untersuchten Pilz, der die Kartoffelkrankheit (s. d.) hervorruft, noch keine Oosporen aufgefunden.

Die Wirkung der P. auf die Wirtspflanzen besteht hauptsächlich darin, daß sie ein Vertrocknen oder Verfaulen der befallenen Pflanzenteile hervorrufen und hier und da auch Anschwellungen der