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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Pfeilhöhe - Pferd

phidia locusta Fairmaire.

3) Amerikanische P.: Sie stammen alle von verschiedenen Strychnosarten und werden mit dem Namen Curare (s. d.) zusammengefaßt.

4) Die australischen P. sind noch fast gar nicht bekannt; es soll teils Leichengift, teils Erde aus sumpfigen Orten benutzt werden. - Die P. wirken teils als Herzgifte, wie das Antjar, Inée, Wabaï, das Pfeilgift der Monbuttu und der Bergdamara, teils krampferregend, wie das Tieuté, oder atmungsähmend, wie das Curare und Aconitumgift, oder endlich sie rufen örtliche Entzündungen hervor, wie die P. mehrerer Euphorbiaarten. Alle wirken nur dann schnell tödlich, wenn sie in die Blutbahn gelangen, wenige vom Magen aus; die durch Pfeilgift erlegten Tiere werden daher meist ohne Schaden genossen, nur zuweilen wird das Fleisch um die Wunde ausgeschnitten - Vgl. Lewin, Die P., histor. und erperimentelle Untersuchungen (in Virchows "Archiv für pathol. Anatomie" u. s. w., Bd. 136, Berl. 1894).

Pfeilhöhe, s. Bogen (in der Baukunst).

Pfeilkraut, s. Sagittaria.

Pfeilnaht, s. Schädel.

Pfeilspitzenzahn, s. Belodon.

Pfeilwürmer, Borstenkiefer (Chaetognathae), eine nur durch eiue einzige Gattung (Sagitta, s. Tafel: Würmer, Fig. 22) vertretene Klasse meeresbewobnender, hermaphroditischer Rundwürmer (s. d.), die einen seitlichen, horizontal gestellten Flossensaum tragen. Der Vorderleib ist als Kopf deutlich abgesetzt; in der Umgebung des Mundes finden sich eine Anzahl als Kiefer dienender Borsten (daher Borstenkiefer). - Vgl. O. Hertwig, Die Chätognathen (Jena 1880).

Pfeilwurz, s. Maranta.

Pfeilwurzmehl, s. Arrow-Root.

Pfeilzüngler (Toxoglossa), Giftschnecken, eine zu den Vorderkiemern (s. d.) gehörige Unterordnung der Mollusken, mit langen, schmalen Zungen, die jederseits eine einfache Reihe langer, pfeilförmiger Haken hat, die, durch besondere Muskeln beweglich, beim Hervorstrecken der Zunge die aus lebenden Tieren bestehende Beute aufspießen. Mit dem Znngenapparat ist eine unpaare Giftdrüse verbunden. Hierher gehören unter andern die Kegelschnecken (s. d.).

Pfelle, Fisch, s. Ellritze.

Pfennig, Pfenning (Zeichen ^[?]). Die übliche Münze, ja das einzige geprägte Silbergeld war jahrhundertelang der Denarius oder P., von dem nach der Münzordnung Karls d. Gr. aus dem Pfunde reinen Silbers 240 Stück geprägt werden sollten; 12 Stück bildeten einen Schilling (s. d.), der wie das Pfund nur eine Rechnungs-, nicht wirklich ausgeprägte Münze war. Größe und Feingehalt der P. wechselten mit der Zeit sehr, so daß die verschiedenartigsten Münzen, zweiseitig und hohl geprägte, die Bezeichnung P. tragen. Im Mittelalter und auch später bezeichnete man mit P. überhaupt jedes geprägte Geldstück; so hießen der Lübische Witte "ein P. von vier P." und Schaustücke wurden mit der Benennung Schaupfennig, Gnadenpfennig belegt. - Der P. wurde erst im 15. Jahrh. zur Scheidemünze im heutigen Sinne, im 16. Jahrh. zuweilen, seit dem ersten Drittel des 18. Jahrh. regelmäßig in Kupfer ausgeprägt und ist jetzt als 1/100 Mark das kleinste Münzstück der deutschen Reichsmünze. Dieser P., von denen 500 auf das Kilogramm gehen, besteht aus 95 Teilen Kupfer,

^[Spaltenwechsel]

4 Teilen Zinn, 1 Teil Zink (s. Groschen). Außerdem giebt es Zweipfennigstücke in Kupfer. - über die Steuer des Gemeinen Pfennigs s. d.

Pfennigkraut, s. Lysimachia.

Pfennigmagazin, der Titel einer populären deutschen Zeitschrift, welche 1833-53 in Leipzig erschien und sich eines bedeutenden Erfolgs erfreute; sie war dem "Penny Magazine" nachgebildet, das die Gesellschaft zur Verbreitung nützlicher Kenntnisse in London herausgab und wovon die Nummer 1 Penny kostete. Das P. war das erste deutsche Blatt, das Illustrationen brachte.

Pfennigsparkassen, den englischen, seit 1850 errichteten Pennybanken nachgebildete Sammelstellen für die eigentlichen Sparkassen; an bestimmten, möglichst zahlreichen Stellen werden Sparmarken zu 5 oder 10 Pf. verkauft und diese auf Sparkarten aufgeklebt; die gefüllten Sparkarten werden an die Sparkasse abgeführt, die hierfür ein Sparkassenbuch ausstellt. Die erste deutsche Pfennigsparkasse wurde 1880 in Darmstadt begründet.

Pferch oder Hordenschlag, die Düngungsmethode, bei der die Weideschafe während der Nacht in einem mit Horden, d. i. tragbaren, aus Latten, Geflechten, Netzwerk gefertigten Umzäunungen, umgebenen Raume eingeschlossen werden, um durch ihre Exkremente den Boden zu düngen. Da der Nachteil damit verbuuden ist, daß die Schafe oft erkranken und die Wolle verschlechtert wird, ist der P. fast nur noch für Landschafe und Masttiere beibehalten worden.

Pferchrecht, die Befugnis eines Grundbesitzers, zu verlangen, daß eine fremde Schafherde behufs der Gewinnung von Dünger auf seinem Grund und Boden eingepfercht werde; auch das Recht des Schäfereiberechtigten, seine Schafe auf fremdem Grund und Boden lagern zu lassen. (S. Pferch.)

Pferd (Equus caballus L.), schon früh, wenn auch später als das Rind und der Hund, von dem Menschen gezähmtes Haustier. Wilde P. (Tarpan, s. Tafel: Einhufer, Fig. 2) finden sich in Hochasien, namentlich in der Wüste Gobi; sie sind klein, mausefahl und dickbehaart, besonders im Winter, und haben einen großen Kopf mit Ramsbildung. Sie halten in Herden von mehrern Hunderten zusammen, die wieder in kleine, von einem besonders mutigen Hengste geführte Gesellschaften zerfallen, und scheuen den Menschen ungemein, weshalb sie jederzeit Wächter ausstellen, auf deren Gewieher sie mit unglaublicher Schnelligkeit die Flucht ergreifen. Dennoch wissen die pferdezüchtenden Mongolen ihnen sehr gut beizukommen; obschon der Tarpan nur sehr schwer zu zähmen ist, ist es doch in einigen Ausnahmefällen gelungen. Neuerdings hat auch der russ. Reisende Przewalsky im Tarimbecken südlich vom Thian-schan ein vielleicht wirklich wildes, vielleicht aber auch nur verwildertes P. (Equus Przewalskyi) entdeckt. Zu unterscheiden von diesen sind die erwiesenermaßen verwilderten, die von der Freiheit zurückgegebenen zahmen P. abstammen und in menschenarmen Ländern, z. B. am Don, in der Ukraine, in Mexiko, in Südamerika u. s. w., herdenweise umherstreifen. Von Natur einem gemäßigten Erdstrich angehörig, hat sich das P. dennoch den verschiedensten Klimaten anbequemt, indes auch sehr viele Abänderungen in seinem Habitus erfahren. Es sind teils durch diese Einflüsse, teils durch menschliches Zuthun die Rassen entstanden, die, jenachdem man die Grenzen des Begriffs feststellt,