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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Pferdeharke - Pferdestärke
des Unkrautes in den Kulturpflanzen. Es besteht
aus einer Einrichtung zum Steuern und Trans-
portieren des Gerätes, aus einer solchen zur Re-
gulierung des Tiefganges der Schare, Messerund
AnHäusler und aus dielen selbst. Damit die jungen
Pflanzen durch die von den Messern aufgewühlte
Erde nicht überschüttet werden, bringt man häufig
sog. Schutzrollen an, eiserne Scheiben, welche nahe
den Pflanzeisen sich bewegen und sie von den Messern
trennen. Die Tagesleistung beträgt bei dem ein-
reihigen Gerät 0,9 bis 1,2 lia, bei dem mehrreihigen
2iubreiten3-4ka. (S.Tafel: Landwirtschaft-
liche Geräte und Maschinen 1, Fig. 15.)
Pferdeharke, s. Pferderechen.
Pferd eh arnfäure, s. Hippursäure.
Pferdehuf, s. Riesenmuschel.
Pferdekonskription, Pf erde aus Hebung,
die in mehrern Staaten eingeführte Übertragung
des Grundsatzes der allgemeinen Wehrpflicht auch
auf das Pferdematerial des Landes behufs Sicher-
stellung des Bedarfs der Armee an Mobilmachungs-
pferden (Augmentation, im Gegensatz zu der regel-
mäßigen Einstellung von Remonten, s. d.). In
Deutschland ist die P. durch Pferdeaushebungsregle-
ments (s. Kriegsleistungen) geregelt.
Pferdekorallen, s. Vernsteinindustrie (Bd. 2,
Pferdekraft, s. Pferdestärke. ^S. 842a).
Pferdekrankheiten, s. Pferd (S. 53a).
Pferdekümmel, Pflanzengattung, s. 06ng.ntü6.
Pferdelausfliege (IlMwIwZl'H Lhuillli Iv.), eine
7-9 min lange, glänzend hornbraune, geflügelte
Lausstiege (s. d.), die auf Pferden und Rindern
schmarotzt. (S.Tafel: Insekten III, Fig. 8.)
Pferdemauke, Pferd epocke, s. Mauke und
Kuhpocke.
Pferderechen, Pferdeharke, Heurechen
oder Hunger harke, Gerät zum Zusammenbringen
des ausgebreiteten Heues und zum Sammeln ein-
zelner, vom Heu oder Getreide liegen gebliebener
Halme; es besteht aus einem auf zwei Rädern
ruhenden eisernen Rahmen mit einer Gabeldeichsel
für ein Pferd und einer Stange, an der die ge-
bogenen Nechenzähne angehängt sind. Mittels einer
besondern Vorrichtung können die Zähne gehoben
werden, infolgedessen sie die gesammelten Halme
u. s. w. fallen lassen. Leistung pro Tag 3-5 Ka.
(S. Tafel: Landwirtschaftliche Geräte und
Maschinen III, Fig. 6.)
Pferderennen, s. Wettrennen.
Pferdeschoner, elastische Einschaltung zwischen
dem Zugpferde und dem Fuhrwerke oder Göpel, be-
steht aus Gummischeiben abwechselnd mit Blech-
ringen, die in einer Hülse (s. a und d in nachstehen-
der Abbildung) vereinigt sind. Je ungleichmäßiger
die Widerstände auf schlechten Straßen, beim An-
ziehen des Göpels u.dgl. sich erweisen, um so wert-
voller ist die Anwendung des P. Eine neuere der-
artige Zugvorrichtung, zugleich als Kraftmesser die-
nend, ist der Stoßfänger. Er bestebt aus einem
sechsgliedrigen, eine Spiralfeder umschließenden Ge-
lenkrahmen, der im Ruhestände ein Rechteck (o) bil-
det. Die parallel zur Achse der Feder liegenden
Seiten sind geteilt und bilden Gelenke, die mit der
Anhüngevorrichtung oder Zugstange verseben sind.
Die Feder steht mit beiden Seiten auf tellerförmigen
Scheiben, durch die eiue Zunge geht, die an der einen
Rahmenseite festgenietet ist. Wenn der Rabmen bei
der Arbeit langgezogen und die Feder zusammen-
gedrückt wird, so tritt die Zunge aus dem Rahmen
beraus (ä) und die Zugkraft ist von der Gewichts-
skala abzulesen.
Pferdefchwamm, s. Badeschwamm.
Pferdeschwanz, Pflanze, s. Nliui86wN.
Pferdespringer, s. Springmäuse.
Pferdestärke, geschrieben?.8. (in engl. Schrif-
ten H.I^. ^or86-i)mv6i^,frz. <H.V. ^usvÄl-va^ni^),
die seit Watt in der Technik gebräuchliche größere
Esfekteinheit (s. Effekt) von 550 Sekundenfußpfund
- 76,04 Sekundenkilogrammmeter oder, soweit das
Metermaßsystem gilt, von 75 Sekundenkilogramm-
meter.
Die Zahl 550 glaubte Watt nach angestellten
Versuchen als mittlere Leistung schwerer Arbeits-
pferde annehmen zu dürfen. Neuere Versuche zeigen,
daß er dieselben nicht lange genug fortgesetzt hat,
daß für Dauerlcistung die im Mttel ausgeübte
Leistung sehr viel geringer ist. Für die Sache ist
dies ohne Bedeutung, da es sich ja nur um die
Festsetzung einer den damaligen Gewohnheiten des
Betriebes mit Pferden ungefähr entsprechenden Ein-
heit handelte, durch welche der Vorteil der neuen
Betriebskraft in Zahlen vorgeführt werden konnte.
Heute, wo derartige Umstände nicht mehr maß-
gebend sind, sind mehrfache Vorschläge gemacht
worden, die an Stelle von 75 einen Effekt von
100 Sekundenkilogrammmeter als größere technische
Einheit eingeführt wissen möchten. Man komml
damit aber so nahe an eine neben der P. bereits
gebrauchte größere technische Einheit heran, daß im
Interesse der Vereinfachung die Annahme dieser,
statt der neuen 100er-Pferdestärke erwünscht wäre.
Für die Messung größerer elektrischer Effekte dient
nämlich neben der ?.8. -- 75 Sekkgm. ^ 736 Watt
(in England entsprechend 550 Sekfftpfd. -- 746 Watt)
das Kilowatt --1000 Watt, eine Einheit, die na-
mentlich in England sich immer mehr einführt, weil
die den Veleuchtungscompagnien gesetzlich vorge-
schriebene Board of Trade-Einheit (Unit) für die
gelieferte Stromarbeit zu 1000 Wattstunden (^ der
Wirkung von 1 Kilowatt während einer Stunde) fest-
gesetzt worden ist. Nun ist aber 100 Sekkgm. - 981 ,:l
Watt, oder umgekehrt 1 Kilowatt ^ 101,9 Sekkgm.,
der Unterschied ist also in der That so unbedeutend,
daß die allgemeine Annahme des Kilowatt als solches
an Stelle der Bildung einer neuen Einheit sich wohl
empfehlen dürfte, zumal die Annahme des absoluten
Maßsystems für die gesamte Technik wohl nur noch
eine Frage der Zeit ist.
Motoren, die unter 6 P. leisten, werden als Klein-
motoren (s. d.) bezeichnet. Die stärksten Motoren
sind bis jetzt als Dampfmaschinen ausgeführt wor-
den; die Maschinen der größten Panzerschiffe leisten
20000 P. Die stärksten Wassermotoren sind die
Turbinen der Niagarakraftanlage; sie haben etwa
5000 P., während die ganze Wasserkraft der Nia-
garafälle auf 17 Mill. P. geschätzt wird. Die
Leistung aller Motoren der Erde dürfte etwa