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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Phillyrin - Philoktetes
glänzend, von der Härte 4,5 und dem spec. Ge-
wicht 2,2. Chemisch ist es der Hauptsache nach ein
wasserbaltiges Kalkthonerdesilikat. Fundstätten sind
z. V. Stempel bei Marburg, Annerod bei Gießen,
Nidda im Vogelsberg,Sirgwitz bei Löwenberg, Capo
di Bove bei Rom, Äntrim in Irland.
Phillyrm, ^7^40,1-i-i'/.^o, das Glykosid
der Rinde von ?1n11^i-6H latikolia. ^. Es ist
krystallinisch, schmilzt bei 160", löst sich in Wasser
schwer, leichter in Alkohol.
Philo...,s.Phil....
Philo s grch. Philon), jüd.-hellen. Philosoph,
geb. wahrscheinlich zwischen 30 und 20 v. Chr. zu
Alerandria, wo er auch seine Bildung
erhielt. Er wurde 39 oder 40 n. Chr.
an der Spitze einer Gesandtschaft nach
Rom geschickt, um die Juden gegen
feindliche Beschuldigungen zu verteidi-
gen. Die Gesandtschaft ^
richtete jedoch nichts aus. ,;
P. suchte das alte jüdi-
sche Gesetz durch Hinein-
tragung stoischer Philoso- ^
pheme der hellenistischen -
Zeitbildung gegenüber
haltbar zu machen. Wie er das ethische Wesen
Gottes in dessen Immaterialität findet und daher
Schöpfung und Regierung der Welt durch ein System
der göttlichen Kräfte vermittelt denkt, deren Zusam-
menfassung der Logos (s. d.) bildet, so stellt er auch
dem Menschen die Aufgabe, sich möglichst von der
Materie zu befreien und findet in den drei Erzvätern
die Vorbilder für die drei Methoden der Erhebung
des Menschen aus der Sinnlichkeit zum reinen Geist.
Durch die Lehre von der mystischen Versenkung in
die Gottheit wurde P. der Vorgänger des Neuplato-
nismus. Seine Logoslehre hat im 2. Jahrh, großen
Einfluß aus die Entwicklung der christl. Lehre ge-
wonnen. Die auf uns gekommenen Schriften P.s
wurden von Morel (Genf 1013), Mangey (2 Bde.,
Lond. 1742), Pfeifer (5 Bde., Erlangen 1785-92),
Nichter in der "IMIiotlic-cH L^cra." (8 Bde., Lpz.
1828-30) und in der Tauchnitzschen Sammlung
(8 Bde., ebd. 1851-54) herausgegeben. "I^ilonsa
insäitÄ" gab Tischendorf heraus (ebd. 1868).-
Nber P.s Pbilosophie, Theologie und deren Ver-
hältnis zum Christentum vgl. außer den ältern Wer-
ken von Großmann, Gfrörer, Dähne, Bücher, Wolff
und Delaunev: Siegfried, P. von Alerandricn als
Ausleger des Alten Testaments (Jena 1875); Klafen,
Die altteftamentliche Weisheit und der Logos der
jüd.-alexandrinischenPhilosophie(Freib.i.Br.1878);
von Arnim, Quellenstudien zu P. von Alexandrien
(Berl. 1888); I. Drummond, ?iii1o ^nälwu8 (2 Bde.,
Lond. 1888); Freudenthal, Die Erkenntnislehre P.s
von Alexandria (Berl. 1891); Wendland, P.s Schrift
über die Vorsehung (ebd. 1892).
?Iii1oÄenÄron Kc/iott, Pflanzengattung aus
der Familie der Araceen (s. d.) mit gegen 120 Arten
im tropischen Amerika, wo sie mit ihren langen, säst
baumartigen, mit Luftwurzeln besetzten Stengeln
sich an die Bäume anheften. Die schönsten sind:
?. psrwäum IQ/l. (NonZtera äelicioZH ^'eb., aus
Mexiko und Centralamerika, s. nachstehende Abbil-
dung), mit gegen 90 cm langen, herzförmig eirunden,
glänzend grünen,
balbgefiederten, von
länglichen Löchern
durchbrochenen
Blättern und einer
20 cm langen wei-
hen, kabnförmigen,
dicken, lederartigen
Blütenscheide; die
eßbaren Früchte
schmecken ananas-
artig. ?. Zc-Uoum
t7. H5oc/i, mit leder-
artigen, glänzend
dunkelgrünen, 60-
65 cm langen, ova-
len, fiederteiligcn
Blättern, deren un-
tere Lappen wieder
fiederschnittig; die
starken Nerven sind
anfangs rosenrot
und werden später
weißlich, wie auch
der Rand der Blät-
ter. Die Blutenschei-
den sind 20 cm lang,
kappenförmig,außen
dunkelgrün, weiß ge-
randet, innen milchweiß. ?. di^iunatiiiäum Fc/iott
ist vielleicht bloße Form der vorigen. Alle genann-
ten Arten sind Warmhauspflanzen, aber auch orna-
mentale Zimmerpflanzen von leichter Kultur. Sie
müssen zwar gegen heiße Sonne geschützt werden,
können aber des Lichts nicht ganz entbehren. Der
beste Standort ist eine vorspringende Wandkonsole,
etwas vom sonnigen Fenster entfernt.
Philogyn (grch.), Weiberfreund;Philogynie,
lebhafte Neigung zum weiblichen Geschlecht.
Philoktetes, der Sohn des Poias und der Te-
monassa, ein trefflicher Bogenschütze, wurde auf dem
Zuge gegen Troja von einer Schlange in den Fuß
gebissen. Die Wunde eiterte heftig und verbreitete
einen so unerträglichen Geruck, daß ihn die Griechen
auf des Odysseus Rat an der Küste von Lemnos aus-
setzten. Hier verlebte er unter großen Drangsalen
neun Jahre; im zehnten endlich erschien als Ge-
sandter bei ihm, um ihn abzuholen, Diomedes oder
Odysseus oder beide zusammen oder (nach des So-
phokles Erfindung) Odysscus und Neoptolemos, weil
ohne ihn Troja nicht erobert werden könne. P. näm-
lich war im Besitze des Bogens und der Pfeile des
Herakles (s. d.), welche nach dem Ausspruche des
Sehers Helenos zur Eroberung von Troja durchaus
nötig waren. Nach seiner Ankunft bei dem Heere
der Griechen schnitt Machaon die Wunde aus und