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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Photoheliograph; Photokeramik; Photolithographie; Photometeore; Photometer

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Photoheliograph - Photometer

Körnung eine größere Anzahl von Drucken (oft einige Tausend Abzüge) nicht aushalten würde. Ein Photogravuredruck hat tiefe sammetne Schwärzen und Schatten und die weichsten Übergänge bis zum höchsten Licht, und weder der Lichtdruck noch die Photographie selbst haben das vornehme Aussehen einer Heliogravure, weshalb diese auch ein vorzügliches Illustrationsmittel für feinere Prachtwerke und Publikationen ist. Auf dem Gebiete der P. leisten Vorzügliches: die Photographische Gesellschaft und die kaiserl. Reichsdruckerei sowie Meisenbach, Riffarth & Co. in Berlin, Hanfstängl sowie Albert & Co. in München, Löwy, B. Angerer, Hof- und Staatsdruckerei, und das k. k. Militär-geogr. Institut in Wien sowie Boussod, Valadon & Co. (ehemals Goupil) in Paris. Ein Photogravureprozeß mit andern Manipulationen ist der Lichtkupferdruck (s. d.).

Photoheliograph, s. Heliograph.

Photokeramik, Verfahren, einbrennbare Bilder auf Porzellan, Glas u. s. w. herzustellen (s. Photographie, S. 116 a).

Photolithographie, Lichtsteindruck, ein photomechan. Vervielfältigungsverfahren (s. Photographie, S. 117), das unter Zuhilfenahme der Principien des Lichtdruckes (s. d.) mit beliebiger Verkleinerung lithogr. Druckplatten erzeugt. (S. Lithographie, Bd. 11, S. 224a.)

Photometeore, leuchtende Meteore.

Photometer (grch., d. i. Lichtmesser), ein Instrument zur Messung der Intensitäten des Lichts leuchtender Körper. Unter den verschiedenen Arten ist das Rumfordsche P. (1794), das eigentlich schon Lambert (1760) angegeben hatte, das einfachste. Dasselbe besteht, wie vorstehende Figur zeigt, im wesentlichen aus einer vertikal stehenden weißen, mit Papier überzogenen Ebene, vor der in der Entfernung von einigen Centimetern ein etwa 1 cm dicker cylindrischer Stab (ss) aufgestellt ist. Will man die Helligkeit zweier Lichter, g und k, miteinander vergleichen, so stellt man sie so hinter den Stab, daß derselbe zwei sich berührende Schatten, a und d, auf die weiße Fläche wirft, von denen jeder nur von dem einen Lichte beleuchtet wird, und entfernt dann die eine oder die andere Lichtquelle so weit vom Stabe, bis beide Schatten gleich dunkel erscheinen. In diesem Falle verhalten sich die Lichtstärken wie die Quadrate der Abstände der leuchtenden Körper von der Fläche. Bouguer (1760) und Ritchie (1825) bestimmten die Lichtstärke zweier leuchtender Körper durch die Stärke der Beleuchtung, die dadurch einer weißen Fläche zuteil wird. Wollaston schlug vor, das Sonnenlicht von einer kleinen spiegelnden Glaskugel zurückwerfen zu lassen und dieses mit dem bloßen Auge oder mit dem Fernrohr beobachtete Bild mit dem Bilde einer Lichtflamme zu vergleichen, ein Verfahren, das zur Vergleichung der Sonne mit einem Stern diente. Lampadius maß die Lichtstärke nach der Dicke der Körper, z. B. Hornscheiben, die das zu prüfende Licht nicht mehr in einer vom Auge bemerkbaren Quantität durchlassen, Leslie nach seiner erwärmenden Kraft, Saussure und Landriani endlich nach seinen chem. Wirkungen. Leslies P. ist eigentlich ein Differentialthermometer, das Ritchie verbesserte. In allgemeinen Gebrauch ist, neben dem schon erwähnten Rumfordschen, nur das von Bunsen (1843) angegebene P. gekommen, bei dem die Vorder- und Hinterseite eines und desselben Papierschirms von den zu vergleichenden Flammen beleuchtet werden und man die gleich starke Beleuchtung dadurch erkennt, daß ein in dem Papier befindlicher kleiner Fettfleck für das Auge verschwindet. Neuerdings (1889) haben Lummer und Brodhun durch Aufeinanderpressen zweier total reflektierender Prismen mit den reflektierenden Flächen, wobei die Fläche des einen Prismas nur teilweise eben, sonst schwach gekrümmt ist, mit Vorteil die Bunsensche Vorrichtung ersetzt. Von den vielen neuern P. ist Wilds Polarisationsphotometer zu erwähnen, sowie Siemens' (1875) Selen- und Zöllners (1879) Skalenphotometer. Ein Centigradphotometer hat Coglievina (1880) angegeben. (S. auch Astrophotometrie.

Photometer, photographisches, Instrument zur Messung der photogr. Lichtstärke, ferner zur Bestimmung der Empfindlichkeit photogr. Präparate (Trockenplatten) sowie zur Bestimmung der Kopierzeit bei solchen Kopierprozessen, bei welchen das Bild erst durch Entwicklung erscheint. Die bekanntesten P. sind die Schichtenphotometer; sie bestehen aus Schichten eines durchscheinenden Materials, z. B. Papier, welche in Treppenform übereinander liegen. Auf den Treppenstufen sind Zahlen (z. B. von 1 bis 10) gedruckt, welche die Zahl der darunter liegenden Schichten angeben. Die Undurchsichtigkeit wächst von 1 nach 10 hin. Belichtet man unter solchem Schichtensystem einen lichtempfindlichen Streifen, so färbt sich dieser unter 1 zuerst, später unter 2, 3, 4 u. s. f. Unter den schwarzen Zahlen bleibt das empfindliche Papier aber weiß und man erkennt das Fortschreiten der Lichtwirkung nach dem dicken Ende hin an der daselbst erschienenen Zahl. Man hat auch solche Treppenschichten in Gestalt von Kreissektoren hergestellt (Duconduns P.). Letzteres wird zur Bestimmung der Expositionszeit von Platten angewendet; die kreisförmige Skala ist in einer flachen, taschenuhrähnlichen Blechbüchse untergebracht, die zwei gegenüberstehende Öffnungen in den Böden nahe der Peripherie enthält; die Skala läßt sich an diesen Öffnungen vorbeidrehen. Man legt die Basis der Büchse auf die Visierscheibe einer eingestellten Camera, und zwar an den hellsten Teil des Bildes, und dreht die Skala, bis der helle Lichteindruck verschwindet. Ein an der Skala befestigter Zeiger giebt dann die nötige Expositionszeit an. Diese ist um so kürzer, je mehr Schichten nötig sind, um den Lichteindruck zum Verschwinden zu bringen. Vogels Schichtenphotometer hat eine langgestreckte Skala. Es dient zur Bestimmung der Kopierdauer und erfordert eine vorhergehende Probe zur Bestimmung der Kopierfähigkeit eines Negativs, indem man dasselbe auf das Kopierpapier legt und nach einiger Zeit die Zahl beobachtet, bis zu welcher dasselbe gefärbt ist: das Negativ wird dann zu einem Drittel bedeckt, mit dem P. weiter dem Licht ausgesetzt, abermals die höchste erschienene Zahl abgelesen und dann das Kopieren nach dem Zudecken