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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Piacenza (Herzog von) – Pianoforte

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Piacenza'

1545 gleichzeitig mit Parma an die Farnese. Seit der Plünderung durch Francesco Sforza 1488 geriet sie in Verfall. Bei P. erfochten 16. Juni 1746 die Österreicher unter Fürst Liechtenstein einen Sieg über die verbündeten Spanier und Franzosen.

Piacenza (spr. pĭatschén-), Herzog von, s. Lebrun, Charles François.

Piacere (ital., spr. pĭatschehre), Gefallen; a piacere, nach Belieben.

Piacevole (ital., spr. pĭatschéw-), musikalische Vortragsbezeichnung: gefällig, anmutig.

Pia desiderĭa (lat., «fromme Wünsche»), Titel einer Schrift des Jesuiten Hermann Hugo (Antw. 1627), und einer andern Philipp Jakob Speners (1675), worin letzterer seine Wünsche für eine kirchliche Reform zusammenfaßte. Seit Speners Schrift wurde der Ausdruck sprichwörtlich für Wünsche, die keine Aussicht auf Erfüllung haben.

Piádha, griech. Dorf im Peloponnes mit (1889) 1183 E., anderthalb Stunden weit vom alten Epidaurus (s. d.) gelegen. Daselbst kam unter dem Vorsitz von Alex. Maurokordatos 1. Jan. 1822 die erste Nationalversammlung von Epidaurus zusammen, die 13. Jan. die Unabhängigkeit der Hellenen offiziell erklärte und das sog. «Organische Gesetz von Epidaurus» erließ.

Piaffe (frz.), Prahlerei; piaffieren, großthun, prahlen; in der Reitkunst stampfen, s. Stolzer Tritt.

Pia fraus (lat.), frommer Betrug, Citat aus Ovids «Metamorphosen» (9, 711), öfter angewandt zur Bezeichnung einer absichtlichen Unwahrheit, durch die ein guter Zweck erstrebt wird.

Pia mater (lat., «fromme Mutter»), die weiche Hirnhaut (s. Gehirn, Bd. 7, S. 677a).

Piae memorĭae (lat.), frommen, seligen Angedenkens.

Piana de' Greci (spr. -tschi), Stadt in der ital. Provinz und im Kreis Palermo auf Sicilien, hat (1881) 8849 E. und ist 1488 als Hauptkolonie der Albanesen gegründet, die wegen der Eroberungen der Türken nach Sicilien auswanderten und noch den griech. Ritus befolgen.

Pianino (ital., «kleines Piano»), das seit dem 4. Jahrzehnt des 19. Jahrh. verbesserte aufrecht stehende Pianoforte (s. d.), wegen der bedeutenden Raumersparnis, die es den tafelförmigen Klavieren und besonders den Flügeln gegenüber bietet, jetzt überall beliebt. Das Princip, die Saiten in senkrechter Richtung zu den Tasten zu stellen, ist bereits im 16. Jahrh. bei dem Clavicytherium und dem Gambenwerk (s. d.), im 18. Jahrh. bei den sog. Giraffen (s. d.) angewendet worden.

Pianíst, Klavierspieler.

Piano (ital.), abgekürzt p, heißt in der Musik (im Gegensatz zu Forte, s. d.) schwach oder mit schwachem Ton. Abgeleitete Grade sind mezzopiano (mp), halbleise, più piano, schwächer, und pianissimo (pp), ganz schwach. In modernen Kompositionen wird das pianissimo häufig bis zum ppp und pppp gesteigert, besonders bei Hector Berlioz und Liszt.

Piano del Lago, Plateau, s. Ätna.

Piano di Sorrento, Gemeinde im Kreis Castellammare di Stabia der ital. Provinz Neapel, am Golf von Neapel, hat (1881) 8122 E. und liegt in der durch ihre Kühle und gesunde Luft berühmten Ebene bei Sorrento, welche von Bergen, außer nach N., umschlossen, von Schluchten durchschnitten und durch üppige Vegetation ausgezeichnet ist. ↔

Pianoforte oder Fortepiano (ital.), auch Hammerklavier (Hammerflügel), das allverbreitete Tasten- (Klaviatur-) Saiteninstrument, dessen Saiten nicht durch Metallstifte (wie beim Klavichord) getroffen oder durch elastische Zungen (wie beim Spinett und beim Kielflügel) angerissen, sondern durch einen Hammermechanismus geschlagen werden. Den Namen P. oder Fortepiano führt diese Gattung von Instrumenten, weil das Hammerwerk beliebig starkes und schwaches Anschlagen der Saiten gestattet, was bei dem ältern durch das P. völlig verdrängten, bekielten Klavier (Clavecin, Spinett, Cembalo, Clavicymbel) ohne weitläufige und das Spiel unterbrechende Mittel, wie Anwendung zweier Klaviaturen oder Gebrauch von besondern Zügen, nicht möglich war.

Alle jetzt gebräuchlichen Klaviatur-Saiteninstrumente, der Flügel, das Quer- oder Tafelpiano und das Pianino, sind Arten des P.; die wesentlichen mechan. Teile wiederholen sich bei allen dreien. Diese, teils Erregungen der Saitenschwingungen und des Klanges, teils Verstärkung und Regulierung des letztern sowie Aufnahme des ganzen Mechanismus bezweckende Teile sind: Saiten (von Stahl, die tiefsten mit Kupferdraht besponnen); Stimmstock mit Zubehör; Anhängeplatte mit Rahmen; Resonanzboden mit dem Stege; Mechanik (Hammerwerk, Dämpfung, Tastatur); Kasten. Der wesentliche Unterschied des Hammerklaviers von den beiden frühern von ihm verdrängten Klavierarten beruht der Hauptsache nach in der Mechanik. Das hintere Ende eines Tastenhebels schnellt einen Hammer in die Höhe, welcher entweder an dem Hebel selbst befestigt ist, wie bei der sog. Wiener oder deutschen Mechanik, oder aber, an einer besondern Leiste befestigt, durch eine auf dem Hebel aufsitzende Stoßzunge emporgeschleudert wird, wie bei der sogenannten engl. Mechanik. Diese beiden Hauptgattungen sind aber in neuerer Zeit bei dem außerordentlichen Aufschwung, welchen die Pianofortefabrikation genommen hat, in einem Grad verallgemeinert und ausgeglichen, daß heute nur noch von Konkurrenzeigentümlichkeiten der verschiedenen Fabriken die Rede sein kann. Die große Änderung der neuesten Zeit betrifft die Form des Instruments. Anfangs wurde das oblonge oder Tafelpiano gebaut; dann kam der Flügel hinzu und nahm die Stelle des bisher im Konzert wie in der Oper herrschenden Cembalo ein; die neuere Zeit erzeugte dann neben immer weiterer Ausbildung des Flügels das Pianino (s. d.). Der Tonumfang des P. beträgt sieben bis acht Oktaven. An jedem P. befindet sich eine Vorrichtung, um mit Fußtritten die Dämpfung zu regulieren, d. h. ein Zug, den man mit dem Knie oder dem Fuße (s. Pedal) bewegt, um die an die Saiten gedrückte Dämpfung von den Saiten abzuheben. Ursprünglich bestand diese Dämpfung nur in einer tuchbeschlagenen Leiste; später erst erfand man die automatische Dämpfung, bei der jeder Tastenhebel mit einem befilzten Holzstück verbunden ist, das sich beim Anschlagen der Taste von der zugehörigen Saite von selbst hebt, um sich, sobald der Finger die Taste losläßt, wieder an dieselbe anzudrücken und so den Nachklang der Saiten zu verhindern. Bei Aufhebung der Dämpferleiste durch den Kniehebel oder das Pedal wird also diese Abdämpfung außer Wirkung gesetzt, so daß die angeschlagenen Saiten voll austönen können; dadurch wird der Klang rauschend. Das Tafelklavier

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 134.