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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Plethron - Pleven
Plethron, altgriech. Längenmaß - ^ Stadion
^ 30,83 m' auch die Einheit des Flächenmaßes,
ein Quadrat von 0,095 lia.
Pletj, s. Knute.
Pletsch, Oskar, Zeichner für den Holzschnitt,
geb. 26. März 1830 in Berlin, besuchte die Dres-
dener Akademie und bildete sich dann im Atelier
Vendemanns in Dresden weiter aus. Später kehrte
P. nach Berlin zurück und lebte seit 1872 in Nieder-
löftnitz bei Dresden, wo er 12. Jan. 1888 starb.
P. hat sich durch seine in Anlehnung an Ludwig
Richter dargestellten Scenen aus der Kinderwelt
einen Namen gemacht. Werke der Art, von Bürkner,
Günther und Artel in Holz geschnitten, sind: "Wie's
im Hause geht" (25 Bilder), "Guckaus" (17 Bilder),
geführt, wobei der Kreuzkopfzapfen in der Pleuel-
stangengabel fest liegt und sich im Kreuzkopftager
dreht. In nachstehender Figur ist eine P. dargestellt,
welche die Ausführung des linken Kopfes als sog. ge-
scklossenen Kopf, die des rechten Kopfes als offenen
Kopf oder Bügelkopf zeigt. Bei dem geschlossenen
Kopfe ist die P. verbreitert und mit einer vierkanti-
gen Öffnung versehen, in welche die Lagerschalen
von der Seite her eingebracht und durch den mittels
Schraube anzuziehenden Keil verstellt und gehalten
werden. Der offene Kopf ist in der Weise gebildet,
daß der vorn vierkantige und glatt abgeschnittene
Sckaft von einem Bügel oder einer Kappe umfaßt
wird, die die Lagerschalen hält. Die Nachstellung
und Festhaltung der Kappe findet durch die beiden
^?^
"Gute Freundschaft" (24 Bilder), "Stillvergnügt",
"Der alte Bekannte" (21 Bilder), "Was willst du
werden" (43 Bilder), "Auf dem Lande" (18 Bil-
der), "Springinsfeld" (22 Bilder), "Buben und
Mädels" (25 Bilder), "Nesthäkchen" (10 Bilder),
meist bei Alphons Dürr in Leipzig erschienen, u.a.m.
Pletschen, Wasserfall, s. Lauterbrunner Thal.
Plettenberg, Stadt im Kreis Altena des preuß.
Reg.-Vez. Arnsberg, am Zusammenfluß der Grüne,
Öfter und Elfe, unweit lints von der Lenne, in einem
Thalkessel des Sauerlandes, an der Linie Hagen-
Betzdorf der Preuß. Staatsbahnen, Sitz eines Amts-
gerichts (Landgericht Hagen), hat (1890) 3700 E.,
darunter 086 Katholiken und 50 Israeliten, Post
zweiter Klasse mit Zweigstelle, Telegraph, evang.
und kath. Kirche, Mittel- und bohere Mädchen-
schule, evang. Krankenbaus; Fabrikation von Eisen-
und Stahlkurzwaren, Heu- und Dünggabeln, Pack-
papier und Strohpappe, Drahtziehereien und Draht-
weberei. In der Nabe die Nuine Schwarzenberg.
Plettenberg, Walter von, Meister des Deut-
schen Ordens in Livland (1494-1535), entstammte
der westfül. Familie von P. Er zeichnete sich durch
große Tapferkeit gegen die Russen aus, welche er
mit einem kleinen Heere 1501 und 1502 (im letz-
tern Jahre an der Smolina bei Pleskow) so nach-
drücklich schlug, daß die Livländcr ein halbes Jahr-
hundc.rt hindurch von Osten her nicht mehr ange-
griffen wurden. Zu P.s Zeit wurde die Reforma-
tion in Livland eingeführt. Er selbst blieb i'einem
Ordensqelüvde treu, trat aber der Ausbreitung der
neuen öehre nicht mit Gewalt entgegen. P. starb
28. Febr. 1535.
Pleuelstange oder Bl eu el st an g e, auch
Kurbel-, Schub - oder Lenk st ange genannt,
beim Kurbclgetriebe, wie es bei Dampfmaschinen,
Pumpen u. s. w. vorkommt, die zur Verbindung des
Kreuzkopfes mit der Kurbel dienende Stange. Sie
besteht aus den beiden Köpfen (Pleuel köpfen)
und dem Schaft. Der eine Kopf faßt den Kreuzkopf-
zapfen, der andere den Kurbelzapfen. Der den
Kreuzkopf fassende Teil wird oft gabelförmig aus-
Keile mit Vorlagestücken statt. Die vorn sichtbaren
schrauben sichern diese Keile gegen das Lösen durch
die beim Betrieb auftretenden Erschütterungen. Der
Schaft der Stange wird meist mit kreisförmigem
oder rechteckigem Querschnitt hergestellt.
Pleura (grch.), das Brustfell, s. Brust.
Pleurahöhle, s. Atmung (Bd. 2, S. 49a).
Pleuralgie (grch.), Seiten- oder Rippenschmerz.
Pleurapophyfe (grch.), s. Apophyse.
Pleuritis (grch.) oder Pleuresie, die Rippen-
oder Brustfellentzündung (s. d.).
?1suroo^3tlts8 Ättii., eine Gattung von
Cystidccn (s. d.), vor allen andern Formen dieser
Familie und allen solchen der Crinoideenklasse über-
daupt ausgezeichnet durch phallusartige, flach kom-
primierte Form des Kelches, welcher auf der einen
Seite ganz anders ausgebildet ist als auf der andern.
?1buroäolitb3, Eidechsen mit am Kiefermnen-
rande seitlich angewachsenen Zähnen, s. Echsen.
Pleurodynie (grch.), Seiten- oder Nippen-
schmerz, auf Neuralgie der Zwischenrippennerven
oder auf rheumatischer Entzündung der Zwischen-
rippenmuskeln berubend. ^S. 1033 d).
Pleurokarpe Moose, s. Moose (Bd. 11,
I>1buronsotiäa.o, die Schollen.
Pleuropneumönie(grck).), Lungen-und Rippen-
fellentzündung.
rieurosi^ina. ^m., Algengattung aus der
Gruppe der Vacillariaceen (s. d.), einzeln lebende
Formen, die teils im Meere, teils im Süßwasser
vorkommen. Sie zeigen auf ihrem Kieselpanzer sehr
feine Streifensysteme, weshalb besonders einige
Arten, wie 1^. anssniHtuin Km. (s. Tafel: Algen II,
Fig. 1) und I>. daiticuin Fm. an den europ. Küsten,
die erstere auch im Sühwasser, als Testobjekte zur
Prüfung der Mikrofkope hinsichtlich ihrer Auflö-
sungsfähigkeit benutzt werden.
Pleurothotönus oder Pleurotonus (grch.),
der Seitenstarrkrampf, wobei der Körper krampf-
haft nach einer Seite hin gekrümmt wird. (S. Starr-
krampf.)
Pleven, Stadt in Bulgarien, s. Plevna.