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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Polydeukes - Polygamie
Frühjahr nach der Conidienfruktifikation zur Reife.
Außer auf den schon erwähnten Pflanzen kommt
dieser Pilz auch auf andern Kruciferen, besondere
dem Hederich fllapluinug i^pliliniLtinm />.) vor.
Ein zuverlässiges Mittel gegen den Pilz giebt es
zur Zeit nicht.
Polydeukes, einer der Dioskuren (s. d.).
Polydipsie (grch.), übermäßiges oder trankhaf-
tes Turstgesühl. ' sMont.
Polydoor de Vtont, vläm. Dichter, s. Pol de
Polydoros, der jüngste Sohn des Priamos und
der Laothoe, wurde von Achilleus getötet. Nach
Euripides in der Tragödie "Hetabe" war er ein Sohn
der Hekabe und wurde von seinem Vater kurz vor
der Eroberung von Troja mit großen Schätzen zu
Polymestor, König in Thrazien, geschickt. Dieser
tötete nach dem Fall von Troja den P., um sich jener
Schätze zu bemächtigen, und warf ihn ins Meer.
Der Leichnam wurde endlich an das Ufer angetrie-
ben, wo ihn Hekabe fand und erkannte. Aus Rache
tötete diese die beiden Kinder des Polymestor, ihn
selbst aber blendete sie. Nach einer andern Tragödie
war P. seiner Schwester Ilione, der Gemahlin des
Polymestor, zur Erziehung übergeben worden, und
diese hatte ihn als ihren eigenen Sohn erzogen, ihren
wirklichen Sohn aber, De'ipylos (De'iphilos), für P.
ausgegeben. Als nnn die Hellenen, um den Stamm
des Priamos zu vertilgen, dem Polymestor dieElek-
tra zur Gattiu und große Geldsummen verhießen,
wenn er den P. töte, entging dieser wegen der Ver-
tauschung mit dem Sohn des Polymestor diesem Ge-
schick und De'ipylos wnrde vom eigenen Vater nm-
gebracht. P. aber, der das Orakel zu befragen
ausgezogen war, bestimmte nach seiner Rückkehr
seine Scywester zur Rache an Polymestor, der ge-
blendet und getötet wurde.
Polydörus, griech. Bildhauer aus Nhodus, hat
mit Agesander und Athenodorus die Laokoongruppe
(s. die Chromotafel beim Artikel Laokoon) geschaffen.
Polyeder (grch.), Vielflächner, ein von
ebenen Flächen eingeschlossener oder eckiger Körper.
Nennt man die Anzahl der Ecken, Flächen und
Kanten 6, t'undk, so besteht die von Euler her-
rührende Gleichung c i l^ ^ -^ 2. P., die von kon-
gruenten Flächen begrenzt und deren Kanten und
Ecken untereinander gleich sind, heißen regelmäßige
P. oder Körper. Es giebt 5 regelmäßige P.: Te-
traeder (s. d.), Oktaeder (s. d.), Hexaeder (s. d.), Dode-
kaeder (s. d.) und Ikosaeder (s. d.). Polyedral -
zahlen geben die Anzahl der Pnnkte an, die sich
auf den Ecken, Seitenlinien und Seitenflächen regel-
mäßiger Körper in gleichen Entfernungen vonein-
ander stellen lassen. Entsprechend den regelmüßigen
P. giebt es Tetraedral-, Ottaedralzahlen n. s. w. -
Über Polyedcrprojektion s. Kartenprojektion
(Bd. 10, S. ^)8!>).
Polyembryönie (grch.), das Vorkommen meh-
rerer Embryonen in einem Samen. Die P. ist bei den
Gymnospermen (s. d.), wenigstens in den ersten Ent-
wicklungsstadien des Samens, die Regel, indem bei
diesen Pflanzen mehrere Eizellen im Embryosacke
vorhanden sind, von denen jede befruchtet werden
kann. In vielen Füllen gehen sogar wiederum aus
einer Eizelle mehrere Embryoanlagen hervor. Auf
diese Weise können mehrere Embryonen in den Em-
bryosäcken der Gymnospermen entstehen; doch wird
meist nur einer weiter ausgebildet und die andern
verkümmern, so daß im reifen Samen sich nnr ein
Embryo vorfindet. Bei den Angiospermen kommt
die Erscheinung der P. ebenfalls vor, doch ist dieselbe
hier darauf zurückzuführen, daß außer von der
Eizelle auch noch von Zellen des Eikerns, die den
Embryosack umgeben, Embryoanlagen hervorspros-
sen; es ist dies demnach ein Fall von partheno-
genetischer Erzeugung der Embryonen. Besonders
oft findet sich diese Form der P. bei I^unicia ovata
/^I)1'. und ^ViliuiN tl'NAI'HN8 ^6)l5.
?o1?ßMa. ^., Pflanzengattung aus der Fa-
milie der Polygalaeeen (s. d.) mit zahlreichen,
durch die warme und gemäßigte Zone beider Hemi-
sphären verbreiteten, zum großen Teil am Kap der
Guteu Hoffuung heimischen Arten, Kräuter, Sträu-
cher oder Halbsträucher. Sie haben Wechsel- oder
gegenständige, ganze und ganzrandige, ost leder-
artige und ausdauerude Blätter und verschieden
angeordnete unregelmäßige Blüten.
Ilnter den einheimischen Arten ist I'. vn^ai-i8 ^.,
das gemeine Kreuz - oder N atterb l ü m ch en, auch
Tauscndschön genannt, die verbreitetste. Bei die-
ser niedlichen, überall auf trocknen Wiesen und Trif-
ten wachsenden Pflanze, die niedergestreckte, mit lan-
zettlichen Blättern besetzte Stengel besitzt, sind, wie
auch bei den übrigen einheimischen Arten, die meist
dunkelblau, doch auch rot und weiß gefärbten Blüten
in dichte ährige Trauben gestellt. Von ihr, vorzugs-
weise aber von der in Sümpfen wachsenden^, llmara.
^., die sich durch kleinere Blüten und auffallend
große, in eine Rosette gestellte Gruudblätter unter-
scheidet, war früher das Kraut als I^ei-da 1'oI^Mla.o
offizinell. Eine viel wichtigere Drogue ist die offi-
zinelle Wurzel (1"aäix 8"n6FÄ6), Senega- oder
Klapperschlangen Wurzel genannt, weil sie ge-
gen den Biß dieser Schlange angewandt wird, der
nordamerikanischen ?. 861103H /^. (s. Tertfig. 1 zum
Artikel Asculinen). Unter den vielen ausländischen
Arten sind 1>. venuw^N ^. von den griech. Inseln
und 1^. 8i)0cil)8H HVi,i5. vom Kap, pv^ch^ge Sträu-
cher mit immergrüner Belaubung und großen pur-
purnen Blumen, hervorzuheben.
Polygalaceen, Pflanzenfamilic aus der Ord-
nung der Asculinen (s. d.) mit gegen 4W durch die
gemäßigten und Würmern Gegenden der ganzen Erde
verbreiteten Arten, kraut- oder strauch-, selten baum-
artige Formen zum Teil mit wiudenden oder klettern-
den Stengeln. Die Blatter sind wechselständig und
ungeteilt, gewöhnlich auch gauzrandig. Die Blüten
haben fünf Kelchblätter, von denen die zwei innern
größer als die andern und oft blumenblattartig ent-
wickelt sind, drei oder gewöhnlich zu einemdemSchifs-
chen der Schmctterlingsblüten ähnlichen Gebilde ver-
wachsen sind. Die Zahl der Staubgefäße beträgt in
der Regel acht, seltener vier, welche zum Teil mit-
einander zu einem Bündel vereinigt sind; der Frucht-
knoten ist ineist zwcifächerig und trägt aus innern
Scheitel einen einfachen Grissel mit zweilappiger
Narbe. Die Frucht ist meist eine zweifächerige und
zweisamige Kapsel. Mehrere Arten werden ihrer
schönen Blüten wegen als Zierpflanzen kultiviert;
einige sind offizinell, z. B. ?o1xFllIa 86N6^ 7^.
(s. I'ol)-^).
Polygaläktie, Polygälie i^rch.), Milch-
fülle, Überfluß an Milch.
Polygamie (grch.), im wcitern Sinne die ebe-
liche Verbindung eines Individuums des einen Ge-
schlechts mit mchrcrn Individuen des andern Ge-
schlechts; im engern Sinne, Polygynie oder
Vielweiberei, die eheliche Verbindung eines
Mannes mit mehrern Frauen, im Gegensatz zu