Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

282
Porto San Giorgio - Port-Royal des Champs
in großer Menge gezogen und das Meer ist über-
aus fischreich. An Mineralien finden sich Wasch-
gold, Kupfer, Eisen und Blei, auch Kohlen. Salz
wird in den Strandlagunen gewonnen. Die Be-
völkerung beträgt (1887) 798566 E., d. i. 86 auf
1 ykm, nach andern 810394. Neger (bis 1873
Sklaven) und Mischlinge giebt es nabezu 400000.
Die wichtigste Ausfuhrware ist der Kaffee (1891 für
5,29 Mill. Pesos) und der Zucker (3,i Mill. Pesos),
ferner Holz, Rum, Tabak und Honig. Die Einfuhr
erreicht aber fast den doppelten Wert (19 Mill.),
und zwar Leinenwaren, Baumwollgewebe, Eisen
und Eisenwaren. Der Handel mit Spanien betrug
je 17 Mill. Pesetas in Ein- und Ausfuhr. Haupt-
stadt ist San Juan de Puerto-Rico (s. o.). Wichtig
sind außerdem Arecibo im N., Mayaguez im W.,
Ponce im S. und Utuado. (S. diese Artikel.) 189^
waren im Betrieb die Bahn San Iuan-Arecibo und
einzelne kleinere, im ganzen etwa 100 km. Die Länge
der Telegraphendrähte betrug (1892) 1082 km.
Die Insel, ursprünglich Voriquen oder Buren-
quen genannt, wurde von Columbus auf der zwei-
ten Reise 15. Nov. 1493 entdeckt und erhielt von
ihm den Namen Johannes' des Täufers (Isla ä6
3an ^suan VautiZta). Die Bedrückungen, denen die
in den Goldwäschen beschäftigten Kariben ausge-
setzt waren, riefen blutige Kämpfe hervor, in denen
der größte Teil der Bevölkerung (angeblich 600000
Menschen) umkamen. Die Insel diente hauptsäch-
lich als Verbannungsort und hatte durch fortwäh-
rende Angriffe der Engländer, auch der Franzosen
und der Seeräuber viel zu leiden. Erst seit 1763
fing Spanien an, die Insel mehr zu berücksichtigen,
ihre Blüte begann mit der Regierung des General'
kapitäns Mignel de la Torre 1823. 'Gewaltige Or-
kane und 1875 eine hestige Pockenepidemie unter-
brachen mehrfach die Entwicklung.
Porto-Santo, Insel bei Madeira (s. d.).
Porto-Seguro, Handelsplatz in der deutschen
Kolonie Togoland (s. d.). ^sari.
Porto-Torrcs, Hafenort in Sardinien, s. Sas-
Porto-Venere, lat. ?oi-w8 Vonsris, Hafenstadt
im Kreis Spezia der ital. Provinz Genua, liegt
terrassenförmig an der Baja (Bai) di P., der Injcl
Palmaria (s. d.) gegenüber, hat (1881) 1037, als
Gemeinde 3905 E., vorgeschobene Werke der Festung
Spezia, Überreste der 1113 von Genua angelegten
Befestigungen; Schiffahrt, Fischerei und, wie Pal-
maria, schwarzen Marmor mit goldgelben Adern
(Portoro). Der Dom San Lorenzo ist eine roman.
Basilika. Auf der Höhe die Ruine der 1118 aus
Marmor auf der Stelle des Venustcmpels erbauten
Kirche Santo Pietro. Mgton (s. d.).
Port-Patrick, Hafenort in der schott. Grafschaft
Port-Phillip, Meerbusen, s. Melbourne.
Porträt (frz. portrait, spr. -träh), s. Bildnis.
Porträtbüste, s. Büste.
Porträtmalerei, eine besondere Gattung der
Malerei. Ihre Aufgabeist, die äußere Erscheinung
des einzelnen Menschen, und in dieser das Bezeich-
nende, Wesentliche, getreu wiederzugeben. (^. Bild-
nis.) Als Farbemittel dienen Ölfarben (s. Ölmalerei),
Wasserfarben (f. Aquarellmalerei) oder Farbstifte
(s. Pastellmalerei). Von der P. im Altertum wissen
wir nur wenig. Doch wurde durch die Auffindung
der aus spätantiker Zeit stammenden Bildnisse in
Ägypten (Mumienporträte, s.Alerandrinische Kunst,
mit Tafel) ein Rückschluß auf die Schaffensart
früherer Jahrhunderte ermöglicht. Erst mit der hu-
manistischen Bewegung des 15. Jahrh, und der aus
ihr sich ergebenden Wertschätzung des Einzelmen-
schen kam die P. zu höherer künstlerischer Entfal-
tung. Sowobl die Niederländische Schule (van
Eyck) als die Italiener, unter ihnen namentlich die
Venetianer (Bellini, Tizian, Tintoretto), pflegten
die P. Auch Leonardo da Vinci, Raffael und die
meisten großen Maler der Renaissance Italiens und
Deutschlands (Dürer, Holbein, Cranach) widmeten
ihr ihre Kräfte. Zu hoher Vollendung gelangte die
P. im 17. Jahrh, in den Niederlanden (Rubens,
van Dyck, Rembrandt, Frans Hals u. a.; s. Tafel:
NiederländischeKunstV, Fig.4,und VI, Fig.1,
sawie die Chromotafel beim Artikel Rembrandt),
von wo sie nach Spanien (Zurbaran, Velazquez, Ri-
bera) übertragen wurde. In neuerer Zeit wvvd sie
so ziemlich von jedem Maler gepflegt. Unter den
deutschen Porträtmalern sind vorzugsweise zu
nennen: Angelika Kauffmann (gest.1807), Grass (gest.
1813), Wach (gest. 1845), Stieler (gest. 1858), Winter-
halter (gest. 1873), Magnus (gest. 1872), Riedel (gest.
1883), Gustav Richter (gest. 1884), Friedrich Kaul-
bach, Lenbach, Angeli, Hermann Kaulbach und Fr.
Aug. von Kaulbach, Pohle, Koner. In Frankreich
war im 17. Jahrh. Philipp de Champaigne, im An-
fang des 18. Jahrh. Nigaud ein vielbeschäftigter Por-
trätmaler; zur Zeit des Klassicismus zeichneten sich
in der P. besonders David, Gepard und Ingres aus.
(S.Tafel: FranzöfischeKunst V, Fig.4, 6 u. 11.)
Im 19. Jahrh, waren anfangs elegante, mit zartem
Pinsel gemalte Bildnisse beliebt, wie sie Cabanel,
Dubufe, Hebert schufen. Durch Cogniet und seine
Schüler Vonnat, Ricard, Regnault, Iacquemart,
Gaillard, Lefcbvre, Feyen-Perrin, Duran u. a. wurde
dann die moderne P. begründet. In England
stehen Lely, Reynolds, Gainsborough, Lawrence,
Millais, Watts, Holl, Richnwnd, Herkomer, Oulesi,
Whistler u.a. unter den Vildnismalern in erster Neihe.
- Vgl. Allgemeines histor. Porträtwerk, 1300-
1848 (600 Phototypien in 6 Bänden, hg. von W. von
Seidlitz, Münch. 1883-90; neue Ausg., ebd. 1892).
Porträt - Photogramme, kombinierte,
s. Galtons photograpdische Durchschnittsporträte.
Portrcitftatue, s. Statue.
Port-Nepublicam (spr. pohr repübllkäng),
Hauptstadt von Haiti, s. Port-au-Prince.
Port-Noyal (spr. reuel), Stadt auf der Süd-
küste der brit. Insel Jamaika, auf einer schmalen
Landzunge, ist Hauptstation der engl. Kriegsmarine
in Westindien, mit Arsenal, befestigtem Hafen,
Schiffswerften, Kafernen und Militärhospital.
Port-Noyal des Ehamps (spr. pohr röaiäll dä
schäng), Cistercienserinnenkloster unweit Versailles,
1204 gestiftet, spielte nebst seinem Tochtcrklostcr
Port-Royal de Paris in der Pariser Vorstadt
St. Jacques, das 1636 von der Äbtissin Angelica
Arnauld, einer Schwester Ant. Arnaulds (s. d.), ge-
gründet wurde, in der Gefchichte der Jansenisten
(s. d.) eine große Rolle, namentlich seit von 1638 an
hervorragende Männer der Partei sich in der Nüye
des Mutterklosters niederließen und eine Schule
eröffneten. Zu diesen "Einsiedlern von Port-Noyal"
oder N688i6ur3 ä6 ^ort-Ko^I gehörten die Brüder
Arnauld und I. Lemaitre, Nicole u. a.; in nahen
Beziehungen zu ihnen standen unter andern Pascal
(s. d.), der Kirchenhistoriker Tillemont, Boileau,
Bonaventura, Racine, der auch eine "Geschichte von
Port-Royal" schrieb (1603; beste Ausgabe von