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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Poussin (Nicolas); Poutroye; Pouvoir; Povlen-Planina; Povoa de Varzim; Powderly; Powidz; Powis; Poynter; Pozarevac; Pozega

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Poussin (Nicolas) – Požega

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Poussin (Gaspard)'

der Cäcilia Metella bemerkenswert. P. hat auch acht Blatt Radierungen hinterlassen.

Poussin (spr. pußäng), Nicolas, franz. Maler, geb. Juni 1594 zu Villers bei Les Andelys (Normandie), machte seine ersten Studien in seiner Heimat unter Quentin Varin und in Paris, wohin er mit 18 Jahren entlief, ferner unter Ferdinand Elle und George Lallemand. Bleibenden Eindruck machen die Stiche nach Raffael und Giulio Romano auf ihn. Nach zwei mißlungenen Versuchen gelangte er endlich, schon zu einiger Anerkennung gekommen, 1624 mit Unterstützung des ital. Dichters Marini nach Rom, wo er, wohl namentlich durch das ausgegrabene Bild der sog. Aldobrandinischen Hochzeit (s. d.) beeinflußt, beschloß, im Anschluß an die Antike sich einen eigenen Stil zu schaffen. Er studierte nun die antike Plastik und Architektur mit größtem Eifer, ebenso aber Anatomie und die landschaftliche Natur um Rom. In Rom erlangte P. eine solche Berühmtheit, daß er 1639 vom Kardinal Richelieu nach Paris zurückberufen wurde; er wurde von Ludwig XIII. glänzend empfangen, zum ersten Hofmaler ernannt und erhielt sofort eine Menge von Aufträgen; indes die Ränke seiner Nebenbuhler, an ihrer Spitze Simon Vouet, veranlaßten ihn, bereits im Sept. 1642 wieder nach Rom zu gehen, wo er nun bis an sein Lebensende blieb. Er starb 19. Nov. 1665.

P. ist der erste Maler Frankreichs, der einen selbständigen Stil entwickelt hat. Dieser Stil geht mit dem klassischen Stil des gleichzeitigen franz. Dramas parallel. Am bedeutendsten ist er in der Landschaft. Auf der Grundlage des bisher von den Bolognesen (Carracci), Venetianern (Tizian) und den in Rom wohnenden Niederländern (Bril und Elsheimer) Geleisteten, schuf er, zugleich auf dem eingehendsten eigenen Studium fußend, die sog. heroische oder ideale Landschaft, welche in ihrer klar durchdachten Massenverteilung, in ihren sanften und großen Formen den Schauplatz für ein goldenes idyllisches Zeitalter abgiebt. Er belebt die neuröm. Landschaft mit antik-röm. Geiste, der sich in den regelmüßig wiederkehrenden Kopftypen, den würdevollen Bewegungen, dem edlen Faltenwurf, in den schönen Verhältnissen der Gestalten, in dem Beiwerk an antiker Architektur u. s. w. kundgiebt. Die Gegenstände der Vorgänge, mit denen er seine Landschaften ausstattet, sind regelmäßig der Mythologie oder der Geschichte der Griechen und Römer und der Bibel, seltener der Heiligengeschichte entlehnt. Dazu kommen einzelne Bildnisse und einzelne Bilder zu Dichterwerken. Harmonische Verbindung der Natur mit den Figuren, volle Klarheit und Richtigkeit, wie auch eine wohlbeobachtete Perspektive zeichnen seine Landschaften aus. Zuweilen wirken sie allerdings absichtlich und kühl berechnet. P. ist in erster Reihe Stilist und hat das Verdienst, der Willkür in der franz. Kunst Schranken gezogen zu haben. Er war ein äußerst fruchtbarer Maler; allein 40 seiner Kompositionen befinden sich im Louvre zu Paris, unter denen hervorzuheben sind: Pest unter den Philistern (1630), Der heil. Xaverius erweckt eine junge Japanerin vom Tode (1641), Die Hirten Arkadiens («Et in Arcadia ego»), Die vier Jahreszeiten (mit biblischer Staffage), Heroische Landschaft (s. Tafel: Französische Kunst V, Fig. 2), Elieser und Rebekka (1648), Verzückung des heil. Paulus (1649), Selbstbildnis (1650). Zu seinen berühmtesten Werken gehören ferner: Italienische ↔ Gebirgslandschaft, Italienische Flußlandschaft, Triumph der Amphitrite, Moses schlägt Wasser aus dem Felsen (sämtlich in der Eremitage zu Petersburg); Bacchantentanz (London, Nationalgalerie), Himmelfahrt Mariä, Erziehung des Jupiter, Rinaldo und Armida (letztere drei in der Galerie des Dulwich College), Die Nymphe Syrinx von Pan verfolgt (Dresdener Galerie); Die sieben Sakramente (die erste Folge aus den dreißiger Jahren zu Belvoir Castle, die zweite von 1644–48 in der Bridgewater-Galerie zu London mit dem Abendmahl in durchaus antiker Auffassung); Die Schreckenslandschaft mit dem schlangenumstrickten Jüngling (nur in Baudets Stich erhalten), Das Testament des Eudamidas (Stich von Pesne); Horentanz (im Hertford-House zu London).

Vgl. Bonchitté, Le P., sa vie et son œuvre (Par. 1858); Andresen, Verzeichnis der Kupferstiche nach N. P. (Lpz. 1863); Poillon, N. P., étude biographique (2. Aufl., Lille 1875).

Poutroye (spr. putrŏä), La, franz. Name von Schnierlach (s. d.).

Pouvoir (frz., spr. puwŏahr), Macht, Gewalt.

Povlen-Planĭna, s. Serbien.

Póvoa de Varzim (spr. -wua de warsing), auch Pavóa de Varzim, Hafenstadt im N. des portug. Distrikts Oporto, 8 km nördlich der Avemündung, an der Nebenbahn Oporto-P. d. V.-Villa Nova de Famalição, ist eins der besuchtesten portug. Seebäder und hat (1890) 12463 E., zur Hälfte Fischer.

Powderly (spr. pauderlĕ), Terrence, amerik. Arbeiterführer, Großmeister (General master-Workman) der Knights of Labor (s. d.), geb. 22. Jan. 1849 in Carbondale (Pennsylvanien).

Powidz, Stadt im Kreis Witkowo des preuß. Reg.-Bez. Bromberg, hat (1890) 1158 E., darunter 90 Evangelische und 44 Israeliten, Postagentur, Fernsprechverbindung und kath. Pfarrkirche.

Powis (spr. pauĭs), Graf von, s. Clive.

Poynter (spr. peun-), Edward John, engl. Maler, geb. 20. März 1836 in Paris, besuchte 1854–56 engl. Kunstschulen und bildete sich 1856–59 unter Gleyre in Paris weiter aus. 1876 wurde er Mitglied der königl. Akademie, 1894 Direktor der Nationalgalerie in London. Eins seiner ersten bedeutenden Werke war das figurenreiche Bild: Israel in Ägypten (1867); diesem folgte u. a.: Perseus und Andromeda (1872), Die Wahrsagerin (1877), Besuch bei Äskulap (1880), Diadumene (1885), welch letztere beiden Bilder wegen der Behandlung des Nackten Anstoß erregten; ferner Besuch der Königin von Saba bei Salomo (1890).

Požarevac (spr. poschárewatz), deutsch auch Passarowitz, Hauptort des serb. Kreises P. (3638 qkm, 205029 E.), etwa 7 km östlich von der Morava und 15 km südöstlich von ihrer Mündung in die Donau, am Fuße des Bergkammes Sopot, ist ein aufstrebender Handelsplatz, hat (1890) 11376 E., ein Untergymnasium, Normalschulen für Knaben und Mädchen und ein Gefängnis. – Der Ort ist merkwürdig durch den 21. Juli 1718 von Venedig und Karl VI. mit der Pforte abgeschlossenen Frieden, welcher den von der Pforte 1714 gegen Venedig und Österreich unternommenen Krieg beendete. (S. Osmanisches Reich, Bd. 12, S. 682b.) Südwestlich von P. liegt das Gestüt Ljubiĉevo.

Požega (Poschĕga). 1) Komitat in Kroatien und Slawonien, grenzt im N. an das Komitat Beröcze (Birovititz), im O. an Sžerem (Syrmien),

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 342.