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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Prachtkäfer - Präcisionsmechanik
vögel sind zu nennen: der Grauastrild (Hadro-
p^a ^11161-62 I^'6i?i.), das Oran gebäckchen
(Üadrop^g. mklpoäa I^'eM.), das Goldbrüst-
chen (lladrop^a 8udüava I^'ei^.), der Tiger fink
(Iladi-op^I. aniHiiäavH ^>.). Dieselben werden von
den Händlern als Bengalis (Bengalisten) bezeich-
net und mit 3-5 M. das Paar verkauft. Hierzu
gehören auch der Notbürzel oder Grisblau
<ti3.I)i-op)^9, co6lui68c6N8 Vt'eili.), der Blutfink
oder Amarant (lladrop^H minima. ^in7l.), der
Schmetterlingsfink oder Cordon bleu (Ha-
di-op^a pli06nic0ti8 H^F.), reizende Vögelchen,
die in unzähligen Paaren eingeführt werden,
aber in der Regel schnell wegsterben und den Lieb-
haber arg enttäuschen. Zu den wertvollern und
haltbarern P. gehören der Scharlachschwanz
(Hadi-op^a pr^Ling. F^a^m.), der Ceres astrild
(Hadrop^a. moä68tg. 6on?<H), der Zebrafink
(UNdrop^a. ca8tan0ti8 <^on?ci), der Vartfink
(llaw-op)^ cinctg. <?mö?ch und der Diamant-
vogel (lladrop^a. Futtata. >3/ia^), die für 10-
60 M. das Paar verkauft werden. Von den dick-
schnäbligen Amadinen sind zu empfehlen: der
Vandfink (s. d.), der Reisvogel (8p6i-m63t^3
oi^xivora 2^.) und feine weiße Abart, der Mus-
katvogel (8p6rni68t68 punctuliirig. ^m.), die ver-
schiedenen Elstervögelchen, der Silberschnabel
s8p6rm68t68 canwn8 Am.) und die zahlreichen
Nonnenarten, aus denen die japan. Mövchcn ge-
züchtet wurden, die in verschiedener Färbung in den
.Handel kommen und sich durch besonders leichte
Fortpflanzung auszeichnen. Auch der Indigo-
fink, Indigovogel, wird öfters als zu den P.
gehörig bezeichnet, er ist aber eine der Spizinen
(s. d.). Auch von den genannten Amadinen sind
die gewöhnlichern Arten bereits für 3 M. das Paar
zu haben, während seltenere bis zu 60 M. und höher
bezahlt werden. Als Futter erhalten die P. die ver-
schiedenen Hirsesorten, namentlich Senegal- und
Kolbenhirse, ferner Spitzsamen, etwas Weichfutter
und Grünes. - Vgl. Ruß, Die P. Ihre Natur-
geschichte, Pflege und Zucht (Magdeb. 1879); ders.,
Die körnerfressenden fremdländischen Stubenvögel.
Mit farbigen Abbildungen (ebd. 1879).
Prachtkäfer (Lupr68tiäao), eine über die ganze
Erde verbreitete, aber besonders in den Tropen
quantitativ und qualitativ stark entwickelte Käfer-
familie, von der man gegen 4000 Arten kennt. Die
P. haben meist einen läng-
lichen, fchlanken, nach hin-
ten zugespitzten Körper, der
häusig flachgedrückt und fest
gepanzert ist. Der kleine
Kopf sitzt tief im cylindri-
fchen Halsschild, hat kurze,
elfgliedrige, gesägte Fühl-
hörner; die oft mit Furchen,
behaarten Gruben, wie z.V.
^nloäi3 rudrokii-tH ^ab. (s.
Tafel: Käfer I, Fig. 18)
vom Kap u. s. w., versehe^
nenFlügeloecken haben meist
lebhaften Metallglanz oder
prachtvolle Farben. Der
Flug dieser Tiere, die den warmen Sonnenschein
lieben, ist ein sehr hurtiger, während der Gang
unbeholfen ist. Die langgestreckten Larven leben
meist im Holz; einige der kleinern und häusigern
Arkn weiden bei uns bisweilen schädlich. Die
ausgebildeten Insekten finden sich auf Blumen und
besonders an Baumstämmen und aufgefchichtetem
Nutzholz. Die größte deutsche Art ist der erzbraune
Kiefernprachtkäfer (Lupi-68ti8 8. (^alcoplioi-a ma-
1-iI.na ^.) und die größte europäische, die südöstl.
0äI)N0äi8 0^1-1083. ^<M<26 (s. vorstehende Abbildung).
Von den meist wundervoll, oft metallisch gefärbten
tropischen Formen (z. B. Okr^ookroa. kulßiäi88im3>,
s. Taf. I, Fig. 4, und Okr^ocliroH ockliHta, Fig. 6/
werden einige zu Schmuckgegenständen verarbeitet.
Prachtkröte (Lnfo lorm08U8 Fonlen/?^, s. Ta-
fel: Frösche und KrötenI, Fig.6,Bd.7,S.380),
gleicht im Habitus der gemeinen Kröte (Vulo vul-
ßari8 ^/.) und zwar der japan. Lokalform, doch sind
die Hinterbeine etwas länger. Der obere Teil ist
braun, karminrot überhaupt, die Unterseite gelblich,
an den Gliedmasien und am Bauch stark schwarz
marmoriert. Die P. bewohnt das südl. Japan.
Prachtlein, Pflanze, s. I^inum.
Prachtlilie, s. I^ilium.
Prachtstücke, in der Heraldik die Wappenmän-
tel, Schildhalter, Standeskronen und Hüte, Waffen,
Fahnen, Marschallstäbe, Anker u. s. w., womit die
durch Diplome verliehenen Wappen teilweise um-
geben und verziert werden. Mit dem Wesen der alten
Heraldik, die nur für Schild und Helm praktische
Verwertung hatte, haben die P. nichts gemein.
Prachttrogon, f. Trogon.
Präcipieren (lat.), vorwegnehmen; vorschrei-
ben, verordnen.
?r2.s<5ipit2.litia. (lat.), in der Chemie: Fäl-
lungsmittcl; in der Medizin: niederschlagende, säure-
tilgende Mittel.
Präcipität (lat.), s. Niederschlag. Rotes P.
ist Quecksilberoxyd (s. d.); weißes P. ist Diqueck-
silber-Diammoniumchlorid (s. Quecksilberchlorid).
Präcipitatfalbe, s. Quecksilbersalbe.
Präcipitieren <lat.), über Hals und Kopf
stürzen, jäh herabstürzen, überstürzen; in der Chemie:
fällen; davon das Substantiv Prä cipitation.
I>r2.boipünni (lat., "Vorzug"), dasjenige, was
bei einer Teilung unter mehrere im voraus weg-
zunehmen, also, bevor die Teilung vorgenommen
wird, aus der Masse zu gewähren ist. Der Aus-
druck kam früher besonders in Anwendung bei der
Teilung der Zollerträge unter die Mitglieder des
Zollvereins. Die Erträge wurden unter die Ver-
einsstaaten nach Maßgabe der in näher festgesetzter
Weise durch Zäblung ermittelten Einwohnerzahl ver-
teilt; jedoch erhielten einige Staaten mit Rücksicht
auf den größern Verbrauch der verzollten Waren
durch ihre Einwohner ein?. Auch bei kaufmän-
nifchen Gesellschaften kommt ein ?. vor (hier
angemessen zu übertragen mit "Voraus"); ein Ge-
sellschafter erhält von dem Gewinn mit Rücksicht
auf besondere Leistungen oder besondere Fähig-
keiten oder andere Umstände etwas voraus, bevor
die sonstige Gewinnteilung unter die Gesellschafter
erfolgt. In gleicher Weise findet sich ein Voraus bei
Erbteilungen oder bei der Teilung einer Güter-
gemeinschaftsmasse.
Präcis (lat.), genau, scharf, bestimmt, pünktlich;
Präcision, Genauigkeit, Bündigkeit (des Aus-
drucks); präcisieren, genau bestimmen.
Präcisionsglas, soviel wie Glas für wissen-
schaftliche Zwecke (s. d., Vd. 8, S. 44). M.
Pracisionsinftrumente, s. Präcisionsmecha-
Präcisionsmechanik oder Präcisionstech-
nik, derjenige Industriezweig, der sich rmt 5er her-