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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Prädikament – Präfekt

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Pradier'

Ranges; der Inhalt seiner Gestalten steht jedoch nicht auf gleicher Höhe. – Vgl. Etex, J. P. Étude sur sa vie et ses ouvrages (Par. 1859).

Prädikamént (lat.), soviel wie Kategorie (s. d.).

Prädikánt (lat.), Prediger, besonders bei den Holländern und Mennoniten; Hilfsprediger.

Prädikantenorden, soviel wie Dominikanerorden (s. d.).

Prädikat (lat.), das, was von einem Subjekt (s. d.) ausgesagt wird; auch soviel wie Titel.

Pradilla (spr. -dillja), Francisco, span. Maler, geb. 1847 zu Villanueva de Gallago in der Provinz Saragossa, war einer der ersten Pensionäre der span. Akademie in Rom, wo er zur Zeit lebt. Seine Hauptwerke sind: Johanna die Wahnsinnige begleitet den Sarg ihres Gemahls Philipps des Schönen (1878), Die Übergabe Granadas an Ferdinand und Isabella (1882; erste Medaille auf der Münchener Ausstellung 1883), Die Messe von Guia (1892). P. hat in Werken größten Maßstabes und in solchen von miniaturartiger Feinheit sich als ein Meister von höchstem technischen Können und vollkommener Sicherheit in der Behandlung der Farbe erwiesen und steht in dieser Hinsicht an der Spitze der koloristischen Malerschule Spaniens.

Prädisponieren (lat.), im voraus für etwas geneigt oder empfänglich machen; Prädisposition, Anlage besonders zu einer Krankheit.

Prädizieren, ein Prädikat (s. d.) beilegen, etwas aussagen.

Prado (span., «Wiese», «Aue»), die öffentliche Promenadenanlage in span. Städten.

Prädominieren (lat.), vorherrschen, überwiegen; davon das Hauptwort Prädomination.

Pradt, Dominique Dufour de, franz. Publizist und Diplomat, geb. 23. April 1759 zu Allanches in Auvergne, war Großvikar bei dem Kardinal-Erzbischof von Rouen, Larochefoucauld, und trat 1789 in die Nationalversammlung, wo er sich gegen die Reform erklärte. Nach Auflösung der Konstituierenden Versammlung wanderte er nach Hamburg aus, kehrte nach dem 18. Brumaire (9. Nov. 1799) zurück und wurde von Bonaparte zum Almosenier, später zum Baron und zum Bischof von Poitiers ernannt; 1809 erhielt er das Erzbistum Mecheln. 1811 hatte er die Verhandlungen mit dem Papst zu Savona zu leiten; 1812 wurde P. als franz. Gesandter nach Warschau geschickt, handelte hier aber mit Absicht gegen das Interesse Napoleons, verließ bei Annäherung der Russen Warschau und wurde in seine Diöcese verwiesen. Nun zeigte sich P. offen als Anhänger der Bourbonen und veröffentlichte einen «Récit historique sur la restauration de la royauté en France». Nach der zweiten Restauration gab er sein Erzbistum gegen eine Leibrente auf und widmete sich nun ausschließlich der Publizistik. 1827 trat er als Abgeordneter von Clermont in die Kammer, wo er sich zur Opposition gesellte. P. starb 18. März 1837 auf seinem Schlosse Vedrine. Von seinen geistreichen, durch schlagende Polemik und freimütige Opposition sich auszeichnenden Arbeiten sind hervorzuheben: «Histoire de l’ambassade dans le grand-duché de Varsovie en 1812» (Par. 1815; 9. Aufl. 1826), die großes Aufsehen erregte, ferner «Du congrès de Vienne» (2 Bde., ebd. 1815), «Mémoires historiques sur la révolution d’Espagne» (ebd. 1816), «Des colonies et de la révolution actuelle de l’Amérique» (2 Bde., 1817), «Les quatre concordats» (3 Bde., 1818–20), ↔ «L’Europe après le congrès d’Aix-la-Chapelle» (1819), «Le congrès de Carlsbad» (1819), «De la Belgique depuis 1789 jusqu’en 1794» (1820), «Du jésuitisme ancien et moderne» (1825) u. s. w. Die meisten seiner Werke wurden gleichzeitig auch ins Deutsche übersetzt.

Präexisténz (neulat.), das Vorhandensein der menschlichen Seele schon vor der Erzeugung des gegenwärtigen Körpers. Die Annahme einer P. war ein im Orient sehr verbreitetes Philosophem. Auch griech. Philosophen, besonders diejenigen, welche eine Seelenwanderung annahmen, bekannten sich zu dieser Ansicht. Bei Plato erscheint die P., wenn auch in mythischer Darstellung, in der Gestalt eines Seelenfalls aus der himmlischen Heimat. In dieser Form wurde sie auch unter den Christen namentlich von Origenes vertreten, und in neuerer Zeit haben prot. Theologen sie wieder aufgenommen, um den Ursprung der Sünde zu erklären.

Praefatĭo (lat.), Vorwort, Vorrede; in der röm.-kath. Messe (s. d.) das den vierten Teil beginnende Dankgebet.

Praefectura (lat.), ursprünglich das Amt, später der Gerichtssprengel eines Präfekten. Bis zum J. 90 v. Chr., wo fast ganz Italien das röm. Bürgerrecht erhielt, zerfiel Italien in eine ganze Reihe solcher Präfekturen (Landstädte, Kolonien, verschiedene Dorfgemeinden), denen die eigene Gerichtsbarkeit genommen war und von Rom aus verwaltet wurde.

Präfékt (lat. praefectus), bei den Römern Titel einer ganzen Anzahl von Offizieren, Militär- und Civilbeamten. In der Kaiserzeit hießen so namentlich die unmittelbar vom Kaiser ernannten Offiziere und Beamten ritterlichen Standes. Aus der Zeit der Republik kennt man von Beamten namentlich die praefecti jure dicundo, die von Rom aus in die italischen Präfekturen (s. Praefectura) entsendeten Richter, und unter ihnen wieder besonders die praefecti Capuam Cumas («die Richter für Capua und Cumä»), außerdem zeitweise den praefectus urbi als Stadtverweser in Abwesenheit des Oberbeamten und den praefectus annonae (s. unten), von Offizieren die praefecti sociorum und equitum, die vom Konsul ernannten Befehlshaber der bei den Legionen dienenden bundesgenössischen Fußtruppen und Reiter.

Die Kaiser behielten die praefecti cohortis und alae, wie sie jetzt gewöhnlich hießen, für die Auxiliartruppen bei, außerdem schuf Augustus mehrere neue militärische P., wie die praefecti castrorum, die Lager- oder in den festen Lagern die Platzkommandanten, die praefecti classis (Geschwaderchefs). Dazu kamen in der spätern Kaiserzeit noch die praefecti legionis (Legionscommandeure).

Weit wichtiger war die Errichtung einer Reihe halbmilitär. Verwaltungsämter durch Augustus, die mit P. besetzt wurden. Die vornehmsten Beamten dieser Art waren die (gewöhnlich zwei, gelegentlich drei) praefecti praetorio, die Kommandanten des kaiserl. Hauptquartiers und die Befehlshaber der Garden (s. Prätorianer), deren Stellung aber bald zu einer Art Reichskanzleramt, sogar zu einer Art Vicekaisertum auswuchs. Seit dem 2. Jahrh. n. Chr. begann das Amt mehr und mehr den militär. Charakter abzulegen; in der Diocletianisch-Konstantinischen Monarchie wird es reines Civilamt. Damals waren vier praefecti praetorio als Generalstatthalter der vier großen Reichsteile vorhanden. – Andere wichtige, durch Augustus ge-

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 348.