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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Predeal - Préférence
und Hauptverkehrsplatz des Fleimserthals (s. Fassa,
Val di), an welchem sich die Straßen in das Fassa-
thal und nach Primiero teilen, an der Mündung
des Travignolobaches in den Avisio, in 1000 m
Höhe, am Fuße des Mulatberaes (2151 m), hat
(1890) 2912 E., neue Kirche, Fachschule sür Spitzen-
klöppelei. P. ist berühmt durch die geolog. und
Mineralog. Verhältnisse seiner Umgebung.
Predeal, Tömös, Klein-Gemeinde im Stuhl-
bezirk Törzburg (Törcsvär) des ungar. Konlitats
Fogaras in Siebenbürgen, an dem höchsten Punkte ,
(1051 m) des Tömöser Passes, an der Grenze l
von Rumänien, an der Linie Großwardcin-P. der !
Ungar. Staatsbahnen, welche den Tömöser Paß in ^
einem 933 in langen Tunnel durchdringt, und der
Linie Ploesci-P. (85 km) der Rnmän. Staatsbah-
nen, hat (1890) 384 griech.-orient. rumän. E.
Predella (ital.), an mittelalterlichen Altarauf-
sätzen und namentlich den Flügelaltären der Sockel
oder die auf demselben befindliche figürliche und bild-
nerische Darstellung <s. Tafel -.Altäre II, Fig. 1 u. 3);
bisweilen auch der auf der hintern Seite des Altars
befindliche Stufentritt, welcher zur Aufbewahrung
von Leuchtern, Altargefäßen u. s. w. dient.
Predigeraffe, f. Brüllaffe.
Predigerorden, s. Dominikanerorden.
Prediger Salomos, s. Koheleth.
Predigerseminare, evangelische, Anstalten,
die zur Vorbereitung junger prot. Theologen für die
praktischen Aufgaben des Predigtamtes dienen. Die
P. waren als homiletische und katechetische Seminare
seit Anfang des 19. Jahrh. Einrichtungen an den
Universitäten und standen unter Leitung der Pro-
fessoren für praktische Theologie. In neuerer Zeit
wurden P. als selbständige Anstalten eingerichtet,
um Kandidaten der Theologie Ergänzung ihrer aka-
demischen Bildung und Einführung in die kirchliche
Praxis zu bieten. Die Seminaristen leben meist in
geschlossenen Konvikten zusammen. Eine der älte-
sten dieser Anstalten ist die in Wittenberg. Ferner
sind zu nennen das Domkandidatenstift in Berlin
und die P. in Loccum, Hcrborn, Friedberg, Wolfen-
büttel, Altenburg. - Vgl. Eichhorn, Das evang.
Predigerseminar (Lpz. 1888).
Predlgervogel, soviel wie Pastorenvogel (s. d.).
Predigt (vom lat. prasclic^rs, verkündigen), die
Rede, die" beim öffentlichen Gottesdienst zur reli-
giösen Erbauung der Gemeinde gewöhnlich von der
Kanzel herab gehalten wird. Je nach Veranlassung
und Inhalt unterscheidet man Fest-, Wochen-,
Probe-,Vuß-,Missionspredigtenu.s. w.; je
nachdem die P. überwiegend Sätze aus der Sitten-
oder aus der Glaubenspredigt behandelt, ist sie
Moral- oder Glaubenspredigt, je nachdem sie
mehr die Meinung Andersgläubiger bekämpft oder
den eigenen Glauoen verteidigt, ist sie polemisch
oder apologetisch. Die Erbauung der Gemeinde
soll die P. dadurch zu erreichen suchen, daß sie das
in der Nvd^ enthaltene "Wort Gottes" verkündigt.
Deshalb ist der P. in der Regel eine Bibelstelle (der
Text) zu Grunde zu legen, deren Inhalt erläutert,
ausgeführt und angewendet wird; der daraus ent-
nommene Hauptgedanke heißt das Thema. Als Text
werden auch statt der Vibelworte in fortlaufender
Reihe Abschnitte des Katechismus verwendet (Kate-
chismuspredigten). Die synthetische P. hebt
das Thema, die Zahl und den Inhalt der einzel-
nen Teile ausdrücklich hervor und unterscheidet sich
damit von der Homilie (s. d.). In der evang.
Kirche bildet die P. den Mittelpunkt des Gottes-
dienstes, während sie in der kath. Kirche mehr zurück-
tritt. Die wissenschaftliche Anleitung für die P. ge-
währt die Homiletik (s. d.). - Über die Geschichte
der P. und einzelner Perioden derselben vgl. Beste,
Die bedeutendsten Kanzelredner von Luther bis
Spener (3 Bde., Lpz. und Dresd. 1856 - 86);
Sack, Geschichte der P. in der deutschen evang.
Kirche von Moshcim bis Schleiermacher und Men-
ken (Heidelb. 1866; 2. Aufl. 1875); C. G. Schmidt,
Geschichte der P. in der evang. Kirche Deutschlands
von Luther bis Spener (Gotha 1872); Stiebritz,
Zur Geschichte der P. in der evang. Kirche von
Mosheim bis auf die Gegenwart (2 Abteil., ebd.
1875-76); Cruel, Geschichte der P. im Mittelalter
(Detmold 1879); A. Nebe, Zur Geschichte der P.
(3 Bde., Wieso. 1879); Nöthe, Geschichte der P.
von den Anfängen bis auf Schleiermacher (hg. von
A. Trümpelmann, Vrem. 1881); Linsenmayer, Ge-
schichte der P. in Deutschland von Karl d. Gr. bis
zum Ausgange des 14. Jahrh. (Münch. 1886);
Christlieb, Geschichte der christlichen P. (in Herzogs
"Realencyklopüdie für prot. Theologie", Bd. 18,
Lpz. 1888); Albert, Die Geschichte der P. in Deutsch-
land bis Luther (2 Tle., Gütersloh 1892 - 93).
Predigtstuhl, s. Kanzel.
Predil, Paß (1162 m) zwischen der Raccolana-
gruppe und der Trentagruppe der Naibler Alpen
im südl. Kärnten, führt aus dem Gebiet der Dräu
in das des Isonzo.
Predmost (spr. psched-), Dorf in der österr. Be-
zirksbauptmannschaft und dem GerichtsbezirkPrerau
in Mähren, nordöstlich von Prerau am Ausgange
des Betschwathales, hat (1890) 572 E. und ist er-
giebige Fundstätte von prähistor. Tierknochen (na-
mentlich vom Mammut), die Spuren menschlicher
Thätigkeit an sich tragen, sowie vieler Bein- und
Steinwerkzeuge. Ob eine schon vor längerer Zeit
ebenda aufgefundene menschliche Unterkieferhälfte,
sowie die neuerdings dort entdeckten menschlichen
Grabstätten derselben Zeit angehören, ist zweifel-
baft. Die Funde werden teils für, teils gegen die
Annahme von der Gleichzeitigkeit des Menschen und
des Mammuts verwertet.
Preetz, Stadt im Kreis Plön des preuß. Neg.-
Vez. Schleswig, an der Schwentine und an der
Linie Kiel-Eutin der Preuß. Staatsbahnen, Sitz
eines Amtsgerichts (Landgericht Kiel), hat (1890)
4743 E., darunter 55 Katholiken, Post zweiter
Klasse, Telegraph, Gewerbeschule, höhere Mädchen-
schule, Waisenhaus in dem 1216 auf dem Marien-
felde gegründeten und 1260 hierher verlegten Vene-
diktincrinnenkloster; Woll- und Baumwollweberei,
Gerbereien, sehr starke Schuhmacherei, Wurstfabri-
kation, Maschinenfabrik und Sägewerke, Brauereien,
Brennereien, Malz- und Hefefabrik, Ziegeleien, Kalk-
brennerei, Wagcnbauanstalt. P. wurde im 9. Jahrh,
von den Wenden gegründet.
Preference (frz., spr. -rängß), Kartenspiel, das
von drei Personen mit einer Piquetkarte gespielt
wird und seinen Namen von dem Vorzug (pre-
fkrsncs) trägt, den eine Farbe vor der andern hat.
Die Reihenfolge ist gewöhnlich Rot, Schellen, Grün,
Eicheln. Jeder Spieler erhält 10 Karten, die 2
übrigen werden verdeckt in den Talon gelegt. Die
Spieler erklären der Reihe nach, ob sie spielen oder
passen wollen. Wer spielt, muß wenigstens 6 Stiche
machen; wollen mehrere spielen, entscheidet die Farbe.
Ist ein Spiel angesagt, so erklären die beiden Mit-