Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

384

Preston (Richard Graham) – Preußen (Lage, Grenzen und Größe)

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Preston'

18. Jahrh. als Sitz der Gerichtshöfe des Herzogtums Lancaster und als Sammelplatz des Adels der nächsten Umgebung wichtig, ist seit dem Aufkommen der Baumwollindustrie (1777) Fabrik- und Handelsstadt, hat 25 Kirchen und Kapellen, eine Lateinschule, Theater, eine Korn-, Tuch- und Markthalle, Taubstummeninstitut, schönes Stadthaus nach G. G. Scotts Plänen, eine Harris-Freibibliothek mit Museum, neue Pfarrkirche, drei Parks und ein Denkmal des Grafen Derby. Es giebt hier und in der nächsten Umgebung über 200 Fabriken, meist Baumwollfabriken, dann Leinwandindustrie, Eisen- und Messinggießerei, Maschinenbau, Malzdarren, Brauerei, Gerberei und Seilerbahnen. Kleine Seeschiffe gelangen bis zur Stadt. In P. wurde Arkwright geboren. Bei P., das einst Priest's-Town hieß, auf dem Ribbleton Moor, erfochten 17. bis 19. Aug. 1648 Cromwell und Lambert einen Sieg über die Royalisten und Schotten, und an derselben Stelle wurden 1715 die Anhänger des Prätendenten Jakob (III.) Stuart zersprengt. Etwa 21 km nordöstlich von P. liegt das Jesuitenkolleg Stonyhurst mit 200 Zöglingen.

Preston (spr. prest'n), Richard Graham, Viscount, s. Graham, Geschlecht.

Preston-Pans (spr. prest'n pänns), kleiner Hafenort der schott. Grafschaft Haddington, 12 km östlich von Edinburgh, am Firth of Forth, mit 2265 E.; Brauerei, Salzsiederei, Ziegelbrennerei. Der Austernfang, einst berühmt, ist nicht mehr bedeutend. Die beste Sorte sind die Pandoors. Bei P. siegte 21. Sept. 1745 der Prätendent Karl Eduard.

Prestonsalz, s. Riechsalze.

Prestwich (spr. -witsch), Stadt in der engl. Grafschaft Lancashire im NW. von Manchester, hat (1891) 7869 E. und Baumwollspinnerei.

Prêt à la grosse (frz., spr. gross'), s. Bodmerei.

Preti, Fra Mattia, genannt il Cavaliere Calabrese, ital. Maler, geb. 1613 zu Taverna in Calabrien, besuchte die Akademie San Luca in Rom und wandte sich darauf nach Bologna zu Guercino. In Venedig und Parma studierte er die Werke Veroneses und Correggios; in Paris endlich lernte er die Werke Rubens' kennen, die ihn zu einem Besuche des Meisters in Antwerpen veranlaßten, sodann durchreiste er noch Deutschland. In spätern Jahren wurde er Malteserkomtur in Malta, wo er auch 1699 starb. P.s Werke tragen trotz der Studien nach nordital. Meistern ganz den Charakter der naturalistischen Richtung mit ihrer starken Helldunkelwirkung, deren eigentlicher Sitz Neapel war. Seine bedeutendsten Werke sind die Deckenbilder der Kirche San Pietro a Majella in Neapel, Der ungläubige Thomas (im Museum daselbst); die Dresdener Galerie besitzt von ihm drei Bilder: Marter des heil. Bartolomäus, Unglaube des Thomas, Befreiung Petri aus dem Gefängnis.

Pretiös (lat.), kostbar, wertvoll, geziert; Pretiōsen, Kostbarkeiten, Geschmeide, Edelsteine.

(lat.), «kein geringer Preis der Thaten», Wahlspruch des Ordens vom goldenen Vließ (s. d.).

Pretorĭa, Hauptstadt der Südafrikanischen Republik (Transvaal), Sitz des Volksraads und der Regierungsbehörden, im Thal zwischen den Magalies- und Witwatersrandbergen, in 1356 m Höhe, wie in einem Garten gelegen, zählt (1891) 5055 weiße E. Seit der Entdeckung der Goldfelder in der Umgebung von Johannisburg und Eröffnung der Bahn ↔ nach Kapstadt und Port-Elizabeth entwickelt sich P. zu einem stark besuchten Handelsplatz.

Prettin, Stadt im Kreis Torgau des preuß. Reg.-Bez. Merseburg, unweit rechts von der Elbe, Sitz eines Amtsgerichts (Landgericht Torgau), hat (1890) 1788 E., darunter 60 Katholiken, Post, Telegraph; Etui-, Holz- und Röhrwarenfabrikation und Dampfmolkerei. Nahebei Domäne und Strafanstalt (800 Gefangene) Lichtenburg, ehemals Schloß.

Pretze, Backwerk, s. Bretzel.

Pretzsch, Stadt im Kreis Wittenberg des preuß. Reg.-Bez. Merseburg, nahe links an der Elbe, an den Nebenlinien Wittenberg-Torgau und P.-Eilenburg (im Bau) der Preuß. Staatsbahnen, hat (1890) 2103 meist evang. E., Post, Telegraph; Dampfmahl- und Schneidemühle, Ziegeleien, Schiffahrt und Fischerei. Schloß P., auf der Elbseite, schon von den Wenden als feste Burg (Pretokinie im Gau Nizizi) benutzt, ist seit 1829 eine Tochteranstalt des königl. Waisenhauses für Mädchen in Potsdam. Südwestlich die königl. Domäne P. mit Park.

Preuner, Christ. Ludw. August, Archäolog und Altertumsforscher, geb. 14. Sept. 1832 zu Öhringen in Württemberg, studierte in Tübingen, habilitierte sich daselbst 1862 als Privatdocent der klassischen Philologie und wurde 1866 außerord., 1870 ord. Professor der Archäologie und der alten Geschichte an der Universität Greifswald. Er hat mit seinem Werke «Hestia-Vesta. Ein Cyklus religionsgeschichtlicher Forschungen» (Tüb. 1864) den seitdem namentlich von W. H. Roscher eingeschlagenen Weg der zugleich histor.-kritischen und vergleichenden Mythenforschung betreten und als Mitarbeiter an dem «Jahresbericht der klassischen Altertumswissenschaft» und an Roschers «Lexikon der Mythologie» weiter verfolgt. Außerdem schrieb P. «Über die Venus von Milo» (Greifsw. 1874) und «Über die pergamenischen Skulpturen» (in den «Verhandlungen der Stettiner Philologenversammlung», Lpz. 1881).

Preußen, Königreich, der größte Staat des Deutschen Reichs, ist aufgebaut aus einer Reihe von Landerwerbungen, deren Kern die Markgrafschaft Brandenburg bildete.

Lage, Grenzen und Größe. P. grenzt im N. an die Ostsee, Mecklenburg, Dänemark und die Nordsee, im O. an Rußland, im S. an Österreich, das Königreich Sachsen, die thüring. Staaten, Bayern und Hessen, im W. an Elsaß-Lothringen, Luxemburg, Belgien und die Niederlande. Mit Ausnahme von 14 Exklaven in 42 Stücken sowie verschiedener zu 16 andern deutschen Staaten gehöriger Enklaven ist das Gebiet seit 1866 geschlossen. Es erstreckt sich zwischen 49°6'45" (südlichster Punkt der Rheinprovinz), einschließlich Hohenzollern dagegen zwischen 47°36'5" und 55°53'46" nördl. Br. und zwischen 5°52'6" und 22°53'35" östl. L. von Greenwich. Der längste Tag dauert am nördlichsten Punkte (im Reg.-Bez. Königsberg) 17 Stunden 30 Minuten, am südlichsten Punkte (Hohenzollern) 15 Stunden 55 Minuten, die längste Nacht 17 Stunden 7 Minuten und 15 Stunden 39 Minuten. Dem östlichsten Punkte (Reg.-Bez. Gumbinnen) geht die Sonne um 1 Stunde 8 Minuten 6 Sekunden früher auf als dem westlichsten Punkte (Reg.-Bez. Aachen). Die äußere Landesgrenze des Hauptgebietes, abgesehen von den Grenzen der Exklaven und Enklaven, ist rund 7600 km lang; davon fallen 1244 auf die Grenze gegen die Ostsee, 410 gegen die Nordsee und fast 6000 auf die Landgrenze;

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 385.