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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Preußen (Wappen. Orden. Litteratur zur Geographie, Statistik und Verfassung)

aus Bayern, Württemberg und Sachsen, während ein preuß. Fußartilleriebataillon (Nr. 13) zum württemb. 13. Armeekorps gehört. S. Deutsches Heerwesen (Bd. 5, S. 67) und die Karte: Militärdislokation im Deutschen Reiche und in den Grenzgebieten seiner Nachbarstaaten.

Vgl. ferner die Artikel: Generalstab, Kriegsministerium, Infanterieschulen, Militärschulen, Militärreitschulen, Militärschießschulen, Militärroßarztschule, Militärveterinärwesen, Artilleriedepot-Inspektionen, Artillerie-Prüfungskommission, Gewehrprüfungskommission, Gewehrfabrik, Bildungsanstalten (Militärärztliche).

Wappen. Der Ursprung des preuß. Wappens ist auf den Deutschen Orden zurückzuführen, welchem der Kaiser Friedrich II. als Anerkennung der Tapferkeit seiner Ritter den Reichsadler als Wappen verlieh. Als Sigismund den Reichsadler veränderte, blieb der alte Reichsadler das ausschließliche Eigentum der Deutschen Ritter. Mit ihren Farben schwarz und weiß ging er als Wappen an das Herzogtum P. über, als der letzte Großmeister, Albrecht (s. d.) von Brandenburg, Protestant wurde und 1525 die Besitzungen des Ordens in ein weltliches erbliches Lehn verwandelte. Als das Herzogtum P. 1618 an die Linie Kurbrandenburg (deren Landeswappen ein roter Adler in silbernem Felde war) überging, erhielt diese auch den schwarzen Adler im silbernen Schilde als Wappen P.s. Dieser Adler ist rot gezungt, mit goldenem Schnabel, goldenen Fängen versehen, mit goldener Krone gekrönt und mit goldenen Kleestengeln auf den Flügeln und dem goldenen Namenszug ^[Sonderzeichen, siehe Faksimile] auf der Brust belegt u. s. w. In dem neuen großen preuß. Wappen, wie es durch den königl. Erlaß vom 16. Aug. 1873 abgeändert ist, erscheinen im ganzen acht verschiedene Adler, je einer für P., Brandenburg, Posen, Schlesien, Niederrhein, Crossen, Ostfriesland (gekrönter Jungfrauenadler) und Frankfurt a. M. (Vgl. Stillfried-Alcantara, Die Titel und Wappen des preuß. Königshauses (Berl. 1875).

Das Staatswappen ist dreifach. Das kleine Wappen enthält in Silber den erwähnten preuß. Adler mit dem Scepter in der Rechten und dem Reichsapfel in der Linken. Das mittlere Wappen zeigt im Mittelschild das Wappen von P., in den übrigen 11 Feldern die Wappen der einzelnen Provinzen. Es ist mit der Königskrone bedeckt und wird von zwei wilden Männern mit Keulen gehalten und von der Kette mit dem Kreuz des Schwarzen Adlerordens umgeben (s. Tafel: Wappen der wichtigsten Kulturstaaten, Fig. 1, beim Artikel Wappen). Das große Wappen enthält drei Mittelschilder (P., Brandenburg, Nürnberg-Zollern), 48 Felder mit den Zeichen der Provinzen bez. Landesteile und einen roten Schildesfuß; es wird von einem gekrönten Helm bedeckt, von den Ketten des Schwarzen, des Roten Adlerordens und des königl. Hausordens sowie von dem Bande des Kronenordens umgeben, von zwei Standarten haltenden, wilden Männern gestützt. Das Ganze umgiebt ein purpurnes, mit Adlern und Königskronen besticktes Wappenzelt (mit dem Wahlspruch "Gott mit uns"), dessen Gipfel die Königskrone und das königl. Reichspanier decken.

Die Landesfarben sind Schwarz und Weiß.

Die Flagge zeigt inmitten des weihen, oben und unten schwarz eingefaßten Flaggtuchs mit dreieckigem Ausschnitt den preuß. Adler.

Orden. Der schwarze Adlerorden (s. d.) ist der vornehmste. Ihm zunächst steht der rote Adlerorden (s. d.). Der Orden Pour le mérite (s. Mérite) wurde 1740 von Friedrich d. Gr. gestiftet. Zur Belohnung für Gelehrte und Künstler besteht ferner eine Civilklasse dieses Ordens sowie eine goldene und eine silberne Verdienstmedaille. Der Hausorden von Hohenzollern (s. Hohenzollernscher Hausorden) zerfällt in den königl. preuß. und in den fürstl. Hausorden. Am 18. Okt. 1861 wurde von König Wilhelm I. der Kronenorden (s. d. 4) gestiftet. Das Eiserne Kreuz (s. d.) wurde 10. März 1813 gestiftet und 1870 wiederum erneuert. Außerdem bestehen noch das Militärverdienstkreuz, das Militärehrenzeichen (s. d.) und das Allgemeine Ehrenzeichen (s. Ehrenzeichen), endlich das Verdienstehrenzeichen für Rettung (eines Menschenlebens) aus Gefahr (Rettungsmedaille). Schließlich wären zu nennen die Landwehrdienstauszeichnung 1. und 2. Klasse, ein Dienstauszeichnungskreuz für Offiziere des stehenden Heers, eine Dienstauszeichnung für Unteroffiziere und Gemeine, eine Erinnerungsmedaille für alle, welche 1848-50 unter den Fahnen gestanden sowie dergleichen Medaillen für die an den Kriegen seit 1864 beteiligt Gewesenen. Auch kommt hier der Johanniterorden (s. d.) in Betracht. Der Luisenorden (s. d.) wurde 3. Aug. 1814, das Verdienstkreuz für Frauen und Jungfrauen 22. März 1871 gestiftet. (Vgl. Tafel: Die wichtigsten Orden. I. Fig. 8, 18, 24-28, 31; II. Fig. 7 u. 8.)

Litteratur zur Geographie, Statistik und Verfassung. Karten. Außer den im Artikel Deutschland und Deutsches Reich (Bd. 5, S. 166) ausgeführten Werken und Karten seien genannt:

1) Geographie. Müller-Köpen, Die Höhenbestimmungen der königlich preuß. Landesaufnahme (Berl. 1875 fg., einzelne Provinzhefte, noch nicht abgeschlossen); Ungewitter, Die preuß. Monarchie, geographisch, statistisch, topographisch und historisch ausführlich dargestellt (ebd. 1859): Keller, Der preuß. Staat, ein Handbuch der Vaterlandskunde (2 Bde., Mind. 1864-66); Meitzen, Der Boden und die landwirtschaftlichen Verhältnisse des preuß. Staates (4 Bde. mit Atlas, Berl. 1868-72); Krantz, Topogr.-statist. Handbuch des preuß. Staates (3. Aufl., ebd. 1860), sowie die zahlreichen Zeitschriften der Zentralstellen (z. B. des Bergwesens) des Staates und die Artikel P. in Rottecks und Welckers "Staats-Lexikon" (3. Aufl., Bd. 12, Lpz. 1865); Neumann, Geogr. Orts-Lexikon des Deutschen Reichs (Lpz. und Wien 1894).

2) Statistik. Hauptquellen für die Statistik sind die Veröffentlichungen des königlich preuß. Statistischen Bureaus, namentlich die Preuß. Statistik in zwanglosen Heften (seit 1861), die Zeitschrift des königlich preuß. Statistischen Bureaus (seit 1861); das Jahrbuch für die amtliche Statistik des preuß. Staates (Berl. 1863,1867, 1869, 1876, 1883) und dessen Fortsetzung, Statist. Handbuch für den preuß. Staat (ebd. 1883 und 1893); das Jahrbuch der Unterrichtsverwaltung; Statistik des zollvereinten und nördl. Deutschland; Dieterici, Handbuch der Statistik des preuß. Staates (ebd. 1861); ferner Herrfurth, Beiträge zur Finanzstatistik der Gemeinden 1878 (ebd. 1879); ders., Finanzstatistik der Kreise des preuß. Staates (ebd. 1880); ders. und von den Brincken, Beiträge zur Finanzstatistik der Gemeinden 1881 (ebd. 1882); ders. und von Tzschoppe, Beiträge zur Finanzstatistik der Gemeinden 1883-^[folgende Seite]