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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Preußen (Geschichte bis 1640)

84 (ebd. 1884); Engel, Das Zeitalter des Dampfes (2. Aufl., ebd. 1881); ders., Die deutsche Industrie 1875 und 1861 (2. Aufl., ebd. 1881); Petersilie, Die öffentlichen Volksschulen in P. und ihre Kosten (ebd. 1882); Die öffentlichen Volksschulen im preuß. Staate 1882 (2 Tle., ebd. 1882 u. 1883); Standesamts-Lexikon für das Königreich P. (ebd. 1884); Viehstands-Lexikon für das Königreich P. (ebd. 1884); Guttstadt, Krankenhaus-Lexikon für das Königreich P. (2 Tle., ebd. 1885).

3) Staatsrecht, Verwaltung und Unterrichtswesen. Wiese, Das höhere Schulwesen in P. (3 Bde., Berl. 1864-74); Hinschius, Die preuß. Kirchengesetze 1873-87 (ebd. 1874-87); E. Meier, Die Reform der Verwaltungsorganisation unter Stein und Hardenberg (Lpz. 1881); L. von Rönne, Das Staatsrecht der preuß. Monarchie (4. Aufl., 4 Bde., ebd. 1881-84); Petersilie, Die öffentlichen Volksschulen in P. und ihre Kosten (Berl. 1882); Der Schutz der jugendlichen Personen im preuß. Staat (ebd. 1883); Freiherr von Stengel, Die Organisation der preuß. Verwaltung nach den neuen Reformgesetzen (Lpz. 1884); H. Schulze, Das Staatsrecht des Königreichs P. (im "Handbuch des öffentlichen Rechts", hg. von Marquardsen, Bd. 2, 2. Halbbd., Freib. i. Br. 1884); Bornhak, Geschichte des preuß. Verwaltungsrechts (3 Bde., Berl. 1884-86; Ergänzungsband 1893); ders., Preuß. Staatsrecht (3 Bde., Freib. i. Br. 1888-90; Ergänzungsband 1893); Schneider und von Bremen, Das Volksschulwesen im preuß. Staat (3 Bde., Berl. 1886-87); H. von Schulze-Gävernitz, Das preuß. Staatsrecht auf Grundlage des deutschen Staatsrechts (2. Aufl., 2 Bde., Lpz. 1888-90); Grotefend, Lehrbuch des preuß. Verwaltungsrechts (2 Tle., Berl. 1890-92); G. Meyer, Lehrbuch des deutschen Staatsrechts (3. Aufl., Lpz. 1891); ders., Lehrbuch des deutschen Verwaltungsrechts (2 Bde., ebd. 1893-94); Graf Hue de Grais, Handbuch der Verfassung und Verwaltung in P. und dem Deutschen Reiche (9. Aufl., Berl. 1893); Freiherr von Stengel, Das Staatsrecht des Königreichs P. (Freib. i. Br. 1894).

4) Karten. Reymanns topographische Specialkarte von Mitteleuropa (s. d.); Ißleib, Specialatlas des preuß. Staates (16 Blatt, Gera 1869); Sohr, Wandkarte des preuß. Staates (12 Blatt, Glogau 1872); Übersichtskarte von den Waldungen P.s (amtlich, 8 Blätter, Berl. 1887); die öfters erneuerte Postkurs-Karte in 9 Blättern; Geolog. Karte von P. und den thüring. Staaten. Hg. vom königl. preuß. Ministerium der öffentlichen Arbeiten, 1 : 25000 (Berlin); vorzüglich aber die Generalstabskarte (s. d.) und die 3698 Meßtischblätter von P., den norddeutschen Kleinstaaten, Hessen und Elsaß-Lothringen von 1 : 25000, von denen große Teile von Ost- und Westpreußen, Provinz Sachsen, Hannover, Westfalen und Rheinland zur Zeit noch ausstehen. - Einen Nachweis der Litteratur giebt der "Katalog der Bibliothek des königlich preuß. Statistischen Bureaus" (2 Bde., Berl. 1874-79).

Die brandenburgischen Kurfürsten und preußischen Könige.

Friedrich I. von Hohenzollern 1415-1440.

Friedrich II. 1440-1470.

Albrecht Achilles 1470-1486.

Johann Cicero 1486-1499.

Joachim I. 1499-1535.

Joachim II. 1535-1571.

Johann Georg 1571-1598.

Joachim Friedrich 1598-1608.

Johann Sigismund 1608-1619.

Georg Wilhelm 1619-1640.

Friedrich Wilhelm, der Große Kurfürst, 1640-1688.

Friedrich III. (als König von Preußen, seit 1701: Friedrich I.) 1688-1713.

Friedrich Wilhelm I. 1713-1740.

Friedrich II. 1740-1786.

Friedrich Wilhelm II. 1786-1797.

Friedrich Wilhelm III. 1797-1840.

Friedrich Wilhelm IV. 1840-1861.

Wilhelm I. (seit 1871 zugleich Deutscher Kaiser) 1861-1888.

Friedrich III. 9. März bis 15. Juni 1888.

Wilhelm II. seit 1888.

Geschichte. 1) Die Entwicklung des preußischen Staates bis 1640 (hierzu: Historische Karte von Preußen). Die Länder an der Ostsee, die später den Namen P. erhielten, sind durch den Bernsteinhandel schon den Alten bekannt geworden. Um 320 v. Chr. gelangte der griech. Seefahrer Pytheas von Massilia (Marseille) bis an die Küsten der Ostsee; er nennt als Bewohner jener Gegenden die Guttonen, womit vielleicht der deutsche Stamm der Goten gemeint ist. An die Stelle der bei den großen Wanderungen abziehenden ältesten Bevölkerung, die vermutlich eine germanische gewesen ist, traten slaw.-finn. Stämme. Tacitus nennt sie Aestii, d. h. Ostleute oder Esten, ein Name, der später auf die finn. Einwohner des heutigen Esthland überging. Der Volkszweig, der dem Lande P. östlich von der Weichsel (in Westpreußen, Pomerellen, saßen die Pomerani) den Namen gegeben hat, die Porussi (Borussi, Prussi, Pruzzen, d. h. die Klugen, die Wissenden), wird zuerst im 10. Jahrh. erwähnt; er war den Litauern nahe verwandt. Das Gebiet zerfiel in 11 Gaue, deren Namen (Pomesanien, Pogesanien, Natangen, Nadrauen, Samland u. s. w.) bis auf den heutigen Tag sich erhalten haben. Die Preußen lebten als Hirten und Ackerbauer; an ihrer Religion, einem einfachen Naturdienst, hielten sie mit großer Zähigkeit fest. Die ersten Bekehrungsversuche, die von dem heil. Adalbert von Prag und von Bruno von Querfurt unternommen wurden, scheiterten. 1015 machte der Polenherzog Boleslaw Chrobry die Preußen tributpflichtig. Seine Nachfolger führten fortdauernd Kämpfe mit den Preußen, die immer von neuem gegen die Polenherrschaft und gegen das Christentum sich auflehnten. Erst Anfang des 13. Jahrh. gelang es dem Mönch Christian, in dem Gebiet östlich von der Weichsel eine größere Anzahl von Heiden, auch einige Stammeshäuptlinge, zur Annahme der Taufe zu bewegen. Christian wurde daraufhin vom Papst zum ersten Bischof P.s ernannt. Allein alsbald erhoben sich die heidn. Preußen, verjagten die christl. Lehrer, drangen verheerend in die benachbarten Länder ein, erstürmten 1223 und 1224 Danzig, zerstörten Oliva, verwüsteten Masovien und alle von Christian gestifteten Klöster und Kirchen. Dieser begründete zum Kampfe gegen die Preußen den Orden der Ritterbrüder von Dobrin. Da dessen Macht jedoch nicht ausreichte, so riefen Christian und Herzog Konrad von Masovien den Deutschen Orden (s. Deutsche Ritter) zu Hilfe. Der Hochmeister Hermann von Salza sandte 1230 eine Anzahl von Ordensmitgliedern unter dem Landmeister Hermann Balko (s. d.) nach P., und 1234 begann der große Krieg wider die Preußen, der unter Hinzuströmen deutschen Adels und deutscher Fürsten erst 1283 mit Unterwerfung des ganzen Preußenlandes endete. Durch Begünstigung deutscher Kolonisten, die aus allen Teilen des Reichs einwanderten (besonders zahlreich aus den niederrhein. Gebieten), wurde dem Lande allmählich ein deutsches Gepräge gegeben. Die Städte erhielten zumeist Lübisches Recht; die Bauern freie Gemeinde-^[folgende Seite]