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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Princip - Prinzeninseln
Princip ssat.), der Anfang, das Erste, wovon
man ausgeht; in der Logik ein solcher erster Aus-
gangspnnkt des Denkens, der, während er für
alles Weitere begründend sein soll, selbst keiner
weitern Begründung fähig oder bedürftig gehalten
wird; in praktischer Bedeutung nennt man so eine
letzte, alle andern begründende, selbst nicht ferner
zu begründende Regel des Handelns. In beiden
Bedeutungen deckt sich P. nngeführ mit Grundsatz
(s. d.). Doch nimmt der Ausdruck P. leichter den
Nebensinn eines in der Sache an sich (und nicht
bloß in unserm Denken) gegebenen Anfangs oder
Grundes an. So versteht z. V. Aristoteles seine vier
Principien (oder ln-cilln, nämlich Stoff, Form, be-
wegende und Zweckursache) zweifellos als reale und
nicht bloß Erkenntnisprincipien, d. h. als Gründe
und Wurzeln des Seins und Werdens, nicht blos;
unserer Erkenntnis. Danach unterscheidet man auch
Real- und Idealprincipien und sucht noch eine
letzte Einheit oder Identität beider in einem abso-
luten P. In weiterer Bedeutung nennt man P.
jede überzeuguug oder Willensregel, von der man
keine Ausnahme verstattet.
Principal, s. Prinzipal.
?rwoiV0 (ital., spr. -tschi-)', Fürst, Prinz.
?rinoipes (lat., Mehrzahl von?linc6i)8, s.d.),
in der ältesten röm. Legion die Vorkämpfer; später
bildeten sie das zweite Tressen der Manipularstel-
lung hinter den H^tati und vor den Iriarii.
(S. Legion und II^Ltati.)
Principiell, grundsätzlich, nach einem Princip.
?rinoiplis o^sta. (lat.), "widerstehe den ersten
Anfängen", d. h. widerstehe der Versuchung (nicht:
"wehre dich gegen Principien"), Citat aus Ovids
"I^meäia, kinoriä" (Vers 92).
Pringsheim, Nathanael, Botaniker, geb.
30. Nov. 1823 in Wziesko bei Landsberg in Ober-
schlesien, studierte in Vreslau, Leipzig, Berlin und
Paris anfangs Medizin, dann ausschließlich Natur-
wissenschaften, habilitierte sich 1851 in Berlin mit
der Abhandlung "Zur Entwicklungsgeschichte der
^clil^H pi-oütera." (Vresl. und Bonn 1851) und
wurde 1858 auf Grund der beiden Schriften "Grund-
linien einer Theorie der Pstanzenzellc" (Berl. 1854)
und "über die Befruchtung und Keimung der Algen
und das Wesen des Zeugungsaktes" (drei Aufsätze
im "Monatsbericht" der Akademie zu Berlin, 1855
-57) zum Mitglied der Königl. Akademie der Wissen-
schaften ernannt. 1857 begann P. die Herausgabe
der "Jahrbücher für wissenfchaftliche Botanik"
(Bd. 1-26, Verl. 1857-94). 1804 nahm er einen
Ruf als Professor der Botanik nach Jena an und
kehrte 1868 in seine akademische Stellung nach Ber-
lin zurück, wo er zugleich ein Privatlaboratorium
für pflcmzenphysiol. Untersuchungen unterhielt. Er
starb 0. Okt. 1894 in Berlin. Unter seinen wissen-
schaftlichen Leistungen ist besonders hervorzubeben
seine Entdeckung der Sexualität bei den niedrigsten
Gewächsen. Nicht minderes Aufsehen erregten die
umfassenden Untersuchungen P.s über die Wirkung
des Lichts auf die Pflanze und die Bedeutung der
grünen Farbe für die Vegetation.
Prinkipo, die größte der Prinzeninseln (s. d.).
Prinsterer, Groen van, s. Groen van Prinsterer.
?rintinF-v1ud8 (engl.), s. Vibliomanie (Vd. 2,
S. 969 a).
Prinz (vom srz. ^rines, Fürst, das aus lat. piin-
c6i>3 I^s. d.^j gebildet ist) und Prinzessin (frz. prw-
06886), gegenwärtig Bezeichnung zunächst der nicht-
regierenden Mitglieder sonveräner Fürstenhäuser,
ebenso inDeutschland allerMitglieder solcher standes-
herrlicher Familien, welche zur Zeit des Heiligen
Römischen Reichs bereits den Fürstentitel besaßen.
Der erstgeborene Prinz wird Erbprinz (s. d.), in
kaiserl. und königl. Häusern Kronprinz (s. d.)
genannt. Das alte Frankreich erteilte den Titel
?i'inc6 dem höchsten Adel ohne Unterschied, stellte
aber an dessen Spitze die Prinzen von Geblüt
l?i'wc68 ä6 8KUZ lo^i) oder die Agnaten des
königl. Hauses.
Prinz-Eduards-Insel (engl. Prince-Ed-
ward-Island), Insel im St. Lorenzgolf in Nord-
amerika und Provinz des Dominion of Canada, ist
von Neuschottland undNeubraunschweig durch die 15
-40 Km breite Nortbumberlandstraße getrennt und
nmfaht 5524 hkm mit (1891) 109 078 E. Die Insel
bat felsige, von Fjorden tief eingeschnittene Küsten,
ist aber ein ziemlich niedriges Land obne Berge und
ohne die Kohlenlager des gegenüber liegenden Fest-
landes. Trotz geringer Flußentwicklung ist die Insel
gut bewässert. Die ausgedehnten Wälder sind zum
Teil verschwunden und haben zahlreichen Obstgärten
Platz gemacht. Das Klima ist mild und fast ohne
Nebel. Den Hauptnahrungszweig bildet die Land-
wirtschaft. Alle mitteleurop. Getreide- und Gcmüse-
arten werden gebaut. Für den Fischfang ist die P.
die beste Station im St. Lorenzgolf. Die Fischerei
ist jedoch großenteils in den Händen von Fischern
der Vereinigten Staaten. Die Bevölkerung besteht
aus Nachkommen der franz. Acadier, die nach Über-
gabe der Insel hier zurückblicben, teils aus engl.
und schott. Einwanderern. Katholiken sind 47 837.
Die wenigen Ureinwohner gehören zu dem stamme
der Micmac-Indianer. Die Schulen wurden im
Durchschnitt täglich von 12 034 Kindern besucht.
An der Spitze der Verwaltung steht ein Lieutenant-
Governor. Die gesetzgebende Versammlung besteht
aus einer Legislative Assembly von 30 Mitgliedern.
(S. auch Canada.) Hauptstadt ist Charlottetown
(s. d.). Die Insel wird von einer Eisenbabn (272,
mit Seitenarmen 320 kui) durchschnitten. Mit Neu-
schottland, Neubraunschweig, Quebec, Halifax und
Boston besteht, solange die Schiffahrt (Mai bis
Dezember) dauert, Dampferverbindung. - Die
Insel wurde 1497 von Cabot entdeckt, Saint
John's Island, frz. Saint Jean, 1799 aber
P. genannt, siel mit der Eroberung Canadas in
engl. Hände und wurde 1763 endgültig abgetreten.
Prinzenhöhle, s. Prinzenraub.
Prinzeninsel, Ilha do Principe, portug.
Insel in der Bai von Biafra des Golfs von Guinea,
1471 entdeckt, 230 kni im SSW. von Fernando Po,
mit einem 825 in hohen Berg, zablt auf 151 hkm
(1878) 26l)5 E., Portugiesen und Neger, hat unge-
sundes Klima und führt etwas Kaffee und Kakao
aus. Hauptort ist Säo Antonio an der Nordspitze
mit sicherm Hafen.
Prinzeninfeln, Gruppe von neun Inseln im
Marmarameer, von denen nur vier gegenwärtig be-
wohnt sind: Proti, Antigoni, Chalki und Prinkipo,
15-24 km von Konstantinopcl. Die P., im Alter-
tum Demonesi genannt, dienten als Verbannungs-
ort von Prinzen, geistlichen Würdenträgern u. s. w.,
die am byzant. Hofe in Ungnade gefallen waren.
Im Mittelalter trugen sie berühmte Klöster; gegen-
wärtig ist auf Chalki ein griech. Priesterseminar und
die türk. Marinefchule. Von Konstantinopel aus
fahren regelmäßig Dampfer.