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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Propepton; Properispomenon; Propertius; Propheten

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Propepton - Propheten

und Griffith, in ihrer Form erfahren, wodurch ihr Slip bedeutend verringert worden ist. (Vgl. Tafel: Dampfschiff II, Fig. 2-7, Bd. 4, S. 747.)

Im Verein mit Vervollkommnungen der Maschine und der Schiffsform ist es gelungen, Schraubenschiffen eine Geschwindigkeit von 26 Knoten (48 km) in der Stunde zu geben. Gegenwärtig versieht man die Schiffe meistens mit Zwillingsschrauben, d. h. es befindet sich an jeder Seite des hintern Schiffs eine durch eine besondere Maschine und Welle getriebene P. Man gewinnt dadurch nicht nur bessere Manövrierfähigkeit, indem man bei Drehungen die eine Schraube rückwärts und die andere vorwärts gehen läßt, sondern dies System gestattet auch flachgehenden Fahrzeugen mehr Fahrt zu geben, als dies mit einer Schraube wegen ihres geringen Durchmessers der Fall sein könnte. Ein besonderer Vorteil liegt in der größern Sicherheit des Schiffs, das beim Unbrauchbarwerden der einen Maschine immer in der Lage bleibt, die Fahrt mit der zweiten Maschine allein fortzusetzen, weshalb alle neuern Kriegsschiffe und Schnelldampfer mit Doppelschrauben versehen sind.

Man nimmt an, daß zur Erreichung der größten Geschwindigkeit die geringste Flügelzahl am günstigsten ist; darum sind viele Schiffe nur mit zweiflügeligen P. gebaut. Doch bewirkt die zweiflügelige P. bei bewegter See unruhigen, stoßenden Maschinengang. Deshalb haben die modernen Zweischrauben-Schnelldampfer meist dreiflügelige P. und bei den großen Einschrauben-Schnelldampfern findet man sogar vierflügelige P. Für große Schiffsgeschwindigkeiten haben sich P. von kleinerm Durchmesser, die schneller rotieren, besser bewährt als große P., die entsprechend langsamer rotieren; die Oberflächenreibung ist geringer. Die Doppelschrauben der großen Schnelldampfer haben etwa 7 m Durchmesser. Zum Material benutzt man für die P. Stahlguß, der häufig zum Schutz gegen Rost mit Bronzeplatten belegt wird, ferner Bronze, namentlich Manganbronze, und in neuester Zeit auch Stahlkerne mit Deltametallüberzug. Nm die Reibung zu vermindern, werden die Flügelränder geschärft und ihre Flächen gut geglättet. Die Wurzeln der Flügel sind mit Schrauben auf einer kegelförmigen Nabe befestigt. Neuerdings hat man auch eine besondere Art verstellbarer Schraubenflügel erfunden; die Flügel können mit einer Zahnradübertragung, die durch die hohle Schraubenwelle hindurchführt, um 90° gedreht werden. Dadurch wird das Schiff zum Stillstand und zur Rückwärtsbewegung gebracht, ohne daß man die Dampfmaschine anzuhalten oder umzusteuern braucht. Bis jetzt sind diese Patentschrauben nur auf kleinen Motorbooten (durch Benzingas oder Elektricität getrieben) angewendet worden.

Zuweilen hat man schon früher Schiffe mit mehr als zwei P. gebaut; so während des amerik. Bürgerkrieges Vierschraubendampfer von möglichst geringem Tiefgang; diese haben sich ebenso wenig wie die 1873 gebauten Sechsschraubenschiffe vom Typus der Popowka (s. d.) bewährt. 1882 wurden die ersten Dreischraubendampfer, für den Kamerunfluß bestimmt, in Deutschland gebaut. Für Seeschiffe wurden erst seit 1890 drei P. verwendet; namentlich sind viele der neuesten Kreuzer Dreischraubendampfer (von der deutschen Flotte hat der Kreuzer 2. Klasse Kaiserin Augusta drei P.). Wenn diese Kreuzer keine Schnellfahrten machen, fahren sie nur mit der mittelsten P. und kuppeln die beiden andern aus.

Propepton, s. Hemialbumose.

Properispomenon (grch.), in der griech. Betonungslehre ein Wort mit Cirkumflex auf der vorletzten Silbe, z. B. mûsa (μοῦσα, "die Muse").

Propertius, Sextus, röm. Dichter, geb. um 49 v. Chr. in Umbrien, wahrscheinlich zu Asisium, lebte zu Rom, befreundet mit Mäcenas, und starb um 16 v. Chr. Seine Dichtungen bestehen in einer Sammlung Elegien, die nur lückenhaft und in mannigfach verderbter Gestalt überliefert sind. Die leidenschaftliche Liebe zu der ebenso schönen als geistvollen Hostia (die der Dichter unter dem Pseudonym "Cynthia" verherrlicht) bildet den größern Teil des Inhalts dieser Gedichte. Auf die Form und Darstellung hat das Studium der griech. Poesie, namentlich der alexandrinischen Dichter Philetas und Kallimachus, den wesentlichsten Einfluß geübt.

Die Elegien von P., zuerst in Venedig 1472, seitdem in der Regel mit Catullus und Tibullus zusammen gedruckt, wurden kritisch zuerst durch Joseph Scaliger (Par. 1577) herausgegeben. Eine durchgreifende Recension gab Lachmann (Lpz. 1816 und Berl. 1829), der sich die Texte von Jacob (Lpz. 1827), W. Hertzberg (mit lat. Kommentar, 4 Bde., Halle 1843-45), Keil (Lpz. 1850), Haupt ("Catullus, Tibullus, Propertius", 5. Aufl. von Vahlen, ebd. 1885) und mit stärkern Abweichungen L. Müller (ebd. 1870) anschließen. Eine neue Textrecension hat Bährens (Lpz. 1880) unternommen, aber fast allgemeinen Widerspruch gefunden. Übersetzungen versuchten u. a. J. H. Voß (Braunschw. 1830), Strombeck (ebd. 1803; 2. Ausg. 1822), W. Hertzberg (Stuttg. 1838) und Jacob (ebd. 1868). - Vgl. Plessis, Études critiques sur Properce et ses élégies (Par. 1886).

Propheten (grch.), Personen, die, vom Geiste eines Gottes erfaßt oder von einem Dämon besessen, Handlungen vornehmen und Worte reden, die nur als unmittelbare Wirkungen der übermenschlichen Macht begriffen werden können, die von jenen Besitz ergriffen, deren Eigenwillen aufgehoben und ihren eigenen an dessen Stelle gesetzt hat. Es sind Visionäre und Ekstatiker, die sich als Werkzeug jener Mächte und unter einem innern Zwang für jene zu reden und zu handeln fühlen. Der modernen Zeit sind diese Zustände unverständlich geworden und unter andere Betrachtungsweisen gerückt. Überall aber, wo die Religionen den ethischen Charakter noch nicht oder nicht voll angenommen haben, überall, wo sich die Offenbarung Gottes in einer heiligen Schrift nicht niedergeschlagen hat, findet man Formen des Seher- und Prophetentums, und zwar um so rohere, je unentwickelter die Gottesvorstellung der betreffenden Religion ist. Außerdem ragt es als Rest früherer Entwicklung in höhere Religionen hinein, und heilige Schriften vermögen, sofern sie Erinnerungen an diese ältern Formen religiöser Offenbarung bergen, unter Umständen ekstatische Zustände neu zu erzeugen. Im Derwischtum finden sich altheidn. Formen der Gottbesessenheit, trotzdem der Islam seine heilige Schrift hat. Im Christentum, das, bevor sich ein geistliches Amt und ein Kanon gebildet hatte, unter seinen Lehrern P. hatte, überhaupt von Personen geleitet wurde, die dazu durch besondere Gaben (Charismen) berufen waren, ist das Sehertum öfter neu aufgelebt.

Vor allem aber begegnet das Prophetentum in allen alten Religionen und so auch in Israel. Hier