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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Puebla (La; auf Mallorca) - Pueblo-Indianer
der Bahnen des Staates, in 2170 in Meereshöhe,
am südwestl. Fuße der Sierra Malinche und östlich
vom Atoyac, Mischen dem Popocatepetl im W. und
dem Orizaba im O., gehört zu den schönsten Städten
des Landes. P. hat (1893) 80000, als Gemeinde
110000 E., dicke Ringmauern, außerhalb welcher
die Stadtviertel der Indianer liegen, breite Stra-
ßen, zahlreiche Kirchen, Kapellen und Klöster, ein
Priesterseminar, eine mediz. - chirurg. Akademie,
Wasserleitung, Museum und ein Theater. Bemer-
kenswert ist die 1552 begonnene, 1649 geweibte Dom-
kirche im span. Renaissancestil, mit zwei schlanken
Türmen und überreich ausgestattetem Innern, die
Kirchen San Francisco, Nuestra Eenora del Car-
men, das große Zuchthaus und die schöne Promc-
nade (?a8l)0) am Atoyac. In Vezng auf Handel
und Industrie nimmt P. einen bedeutenden Rang
ein. Man fertigt Strohhüte, Töpferwaren, Por-
zellan und Leder; bedeutend sind Baumwollindustrie,
Papiermühlen und Gießerei. - Am 5. Mai 1862
erlitten die Franzosen bei P. auf dem Hügel des
Forts Guadeloupe durch den merik. General Zara-
goza eine empfindliche Niederlage; 18. Mai 1863
mußte sich die Stadt den Franzosen ergeben.
Puebla, La, Stadt im NO. der span. Insel
Mallorca, Bezirk Inca der Provinz Valeares, an
der Bahn Palma-Empalme-P. (47 km), bat (1887)
5681 E.
Puebla de Don Fadrique (spr. -ke), Land-
stadt im NO. der span. Provinz Granada, Bezirk
Huescar, am Ostfuh der La Sagra (2400 m), hat
(1887) 6482 E.; Leinweberei und Baubolzhandel.
Puebla de Guzman, Stadt im W. der span.
Provinz Huelva, Bezirk Valverde del Camino,
50 km nordwestlich von Huelva, 204 in ü. d. M.,
hat (1887) 3909 E. und reiche Kupferbergwerke.
Pueblo, Hauptstadt des County P. im nord-
amerik. Staate Colorado, südlich vcm Denver, am
Zusammenfluß des Fontaine-Creek und Arkansas-
River, hat l1890) 24558, mit Bessemer 27 875 E.,
gegen 3217 im I. 1880. Nach N., S., O. und W.
sich erstreckende Parallelbahnen, wie die Atchison-
Topeka-Santa Fs, Missouri-Pacific, Denver-Rio-
Grande, Denver-Teras-Gulf und andere, machen P.
zu einem wichtigen Knotenpunkt. Es ist bedeutender
Handelsplatz; im Viehdistriit liegend, versorgt es
auch die Kohlen- und Minerallengegend im S. und
W. Die Colorado Coal and Iron Company produ-
ziert hier Schmiedeeisen, Röhren, Stablnägel und
Schienen; ferner besteht ein Vleischmelzwerk. Auch
andere Industriezweige haben sich rasch entwickelt.
Pueblo-Indianer, die schon in vorcolumbiscber
Zeit in Dorfgenossenschaften (span. Msdioä) ange-
siedelten, Ackerbau und allerhand häusliche Indu-
strie treibenden Bewohner der heutigen Territorien
Neumexiko und Arizona. (S.Tafel: Amerika-
nische Völkertypen, Fig. 12,13, Bd. 1, S. 526.)
Sie zerfallen sprachlich in eine Anzahl verschiedener
Stämme: 1) Die Taos in den Dörfern Taos und
Picuris im obern Thal des Rio Grande, am Fuße
des Mora Peak. 2) Die Tehua, etwas weiter fluß-
abwärts, aber noch oberbalb Santa M, in den Dör-
fern San Ildefonso, Sta. Clara und San Juan
im Thal des Rio Grande und den Dörfern Tesuque,
Pojuaque und Nambe am Fuße der Sta. Fe'Mange.
Ein Bruchteil der Nation ist neben den Moaui auf
der von diesen bewohnten Mesa angesiedelt. 3) Die
Iemez vnv Thal des Nio Iemez, der auf der rechten
Seite dem Rio Grande Fuftießt. Mit ibnen wurden
! die Pecos vereinigt, die ursprünglich am Fluß glei-
chen Namens, südöstlich von Sta. M, angesiedelt
waren. 4) Die Tanos oder Taynos in den Dör-
fern Sandia und Isleta, in der Nähe von Albu-
querque. 5) Die Ousrez in den Dörfern San Do-
mingo, Cochiti, San Felipe, Cia und Sta. Ana, die
in der Nabe der Einmündung des Sta. Fe'-River in
den Rio Grande und im untern Teil des Rio Iemez
gelegen sind. 6) Die Acoma in den Dörfern Acoma,
Laguna, Hasatch, Povuaque und Moquino, süd-
lich von den Iemez, am Rio San Jose und auf
den Höhen in der Nähe desselben. 7) Die Zuüi,
die im Thal des Flusses wohnen, der jenseit des
Zunipasses dem Colorado Chiquito zuflieht. -
Ferner rechnet man zu den P. noch die den Shoshoni
oder Schlangenindianern verwandten Hopi oder
Moqui, die auf einer zwischen dem Rio Colorado
und Colorado Cyiquito in Arizona sich erhebenden
Mesa in sechs Dörfern angesiedelt sind.
j Die Beschreibungen, die die ersten Entdecker (Alvar
Nunez 1536 und Coronado 1540) von den Städten
des Landes und seinen Bewohnern entwarfen, stim-
menrecht gut zu dem, was man noch heute beobachtet.
Doch lag schon damals ein großer Teil der Ansiede-
lungen in Ruinen, und heute ist die Zahl der be-
wohnten Orte verschwindend klein im Vergleich zu
der Zahl der alten Bauwerke. Ein Teil dieser An-
siedelungen liegt frei, in den Niederungen, auf dem
fruchtbaren Land der Flußterrassen, oder ebenfalls
frei auf den unzugänglichen, mehrere hundert Fuß
über dem Tbal aufragenden Mesas. Dies sind die
eigentlichen Pueblos. Sie bilden Parallelogramme
oder Kreise, die, auf einem Fundament aus sorg-
fältig zubebauenen Steinen aufgeführt, mehrere
Stockwerke hoch aufragen, in der Art, daß der höchste
Teil des Gebäudes nach außen gekehrt ist, während
nack der andern Seite die Stockwerke in Terrassen
vorspringen. Ein von einer Anzahl kleinerer Zellen
umgebener runder (seltener viereckiger und nach den
Himmelsrichtungen orientierter), halb unterirdischer
Raum, die sog. ^Lwia (Ösen, Badestube, Schwitz'
stube), diente als Gemeindehaus, wo die Tänze und
religiösen Ceremonien der verschiedenen religiösen
Bruderschaften vorgenommen wurden. Außer diesen
frei in der Ebene oder auf den Höhen angelegten
Pueblos findet man aber auch noch andere, die
in natürliche oder künstlich erweiterte Höhlungen
der Steilabstürze hineingebaut sind, die sog. <^ave-
! l1^6l1iiiS3 oder ^1in"-1iou368 (s. d.).
Die eigentümliche Kultur dieser Stämme und ihre
gewerblichen und künstlerischen Erzeugnisse kann
man zum Teil noch heute an den unter wenig verän-
derten Umständen lebenden Nachkommen der alten
Bewohner des Landes studieren. Aber auch die längst
verlassenen und in Trümmern liegenden Wohnstätten
sind durch wiederholte, von dernordamerik.Regierung
ausgesandte Expeditionen in Bezug auf ihren Inhalt
gründlich untersucht worden und ein reiches Material
lst im Nationalmuseum zu Washington aufgespei-
chert. Eine Besonderheit der Thonwaren der alten
P. ist, daß die Rippen, die bei der Formung des Ge-
! fäßes durch spiraliges Übereinanderlegen schmaler
! Thonstreifen auf der Außenseite des Gefäßes ent-
! standen, zur äußern Dekoration des Gefäßes mit
verwendet worden sind (s. Tafel: Amerikanische
! Altertümer 1, Fig. 10-13). Daneben kommen
l aber auch in großer Zahl außen geglättete Gefäße
! vor, die, nach einer erstmaligen Trocknung mit einer
! dünnen Schicht sehr sein geschwemmten Thons üder-