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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Rack - Rad

Oden und religiöse Lieder, den Abriß einer Geschichte von Port-Royal und eine Geschichte Frankreichs unter Ludwig XIV., wozu er, seit 1677 königl. Historiograph, mehr die Verpflichtung als den Beruf hatte. Nur geringe Bruchstücke sind von diesem Werke erhalten. In seinen letzten Lebensjahren raubte ihm seine Anhänglichkeit an Port-Royal die Neigung des Königs, was R. um so tiefer empfand, als Ludwig XIV. in frühern Jahren ihn vielfach ausgezeichnet und sich gern von ihm hatte vorlesen lassen. R. starb 6. April 1699 zu Paris. Von den zahlreichen Ausgaben seiner sämtlichen Werke, deren erste 1697 erschien, ist die beste die von Mesnard (8 Bde., Par. 1865-73) mit Einleitungen, Varianten und Wörterbuch. Eine vollständige deutsche Übersetzung der Dramen lieferte H. Bichoff (4 Bde., Berl. 1870), eine Auswahl Laun (Hildburgh. 1869). -

Vgl. Roy, R., sa vie intime et sa correspondance avec son fils (Par. 1874); Picot, Bibliographie Racinienne (ebd. 1876); Deltour, Les ennemis de R. au XVIIe siècle (ebd. 1879); Brunetière, Études critiques (ebd. 1880).

Sein Sohn Louis R., Dichter und Schriftsteller, geb. 6. Nov. 1692 zu Paris, gest. ebendaselbst 29. Jan. 1763, machte sich durch religiöse Dichtungen: "La grâce" (Par. 1720 u. ö.) und "La religion" (ebd. 1742 u. ö.) bekannt; wertvoller sind seine "Mémoires sur la vie de Jean R." (2 Bde., Lausanne 1747). Seine gesamten Schriften sind öfters gedruckt (am vollständigsten 6 Bde., Par. 1808). De la Roque veröffentlichte "Lettres inédites de Jean et Louis R." (Par. 1862).

Rack, soviel wie Arrak (s. d.). - R. im Seewesen s. Rahe.

Rackarock, ein Sprengstoff, der zu den Sprengelschen Explosivstoffen (s. Explosivstoffe) gehört, wurde 1881 in Nordamerika erfunden; er besteht aus chlorsaurem Kalium und Nitrobenzol, welche beide Bestandteile erst unmittelbar vor dem Gebrauche gemischt werden, hierdurch wird der R. völlig ungefährlich, weshalb er in den Vereinigten Staaten dem Dynamit häufig vorgezogen wird.

Racke (Rake), s. Mandelkrähe.

Rackelhuhn, Rackelwild, eine des öftern wild vorkommende Kreuzung zwischen Auer- und Birkhuhn und in der Größe zwischen diesen stehend. (S. Birkhuhn.)

Racketen, s. Raketen.

Rackets (engl., spr. räck-), die Schlaghölzer beim Lawn Tennis (s. d.).

Räcknitz, Dorf südlich von Dresden (s. die Karte: Dresden und weitere Umgegend, Bd. 5, S. 518), mit 381 E. und einem Denkmal an der Stelle, wo Moreau 27. Aug. 1813 durch eine Kanonenkugel tödlich verwundet wurde.

Rackseuche des Rindes, s. Knochenbrüchigkeit.

Racommandata, ital. Bezeichnung für Eingeschrieben, s. Einschreiben.

Ráczkeve (spr. rahz-), Donauinsel und Groß-Gemeinde, s. Csepel.

Raczynski (spr. ratsch-), eigentlich Rakecz R., großpoln. Familie aus dem alten Adelsstamme Rakecz, die sich nach dem im Wieluner Bezirke gelegenen Gute Raczyn nannte, zuerst 966 urkundlich vorkommt und gegenwärtig in einer kurländ. und einer im Posenschen ansässigen Linie blüht. Als Gründer des Hauses gilt der "Comes Raczon" (um 1252); als Stammvater der R. ist Boguslaus Rakecz de Raczeno (um 1350) anzusehen. Von seinen Nachkommen sind hervorzuheben:

Ignaz Rakecz R., der um 1741 Fürsterzbischof-Primas von Gnesen-Posen war, Kasimir Rakecz R., Kronmarschall von Großpolen und siebenfacher Starost, und der Malteserkomtur Vincenz Rakecz R., der letzte Gesandte in Malta, der die ältere kurländ. Linie der R. gründete.

Graf Eduard R., Sohn des poln. Generals Philipp R. (gest. 1804), geb. 1786 in Posen; er unternahm 1814 eine Reise nach Konstantinopel und der kleinasiat. Küste, die er in einem mit prächtigen Kupfern ausgestatteten Werke (deutsch von F. W. von der Hagen, Bresl. 1824) beschrieb. Er erhielt gemeinsam mit seinem Bruder Athanasius (nach Erlöschen einer 1798 in den Grafenstand erhobenen Linie) 1824 den preuß. Grafenstand. Mißmut über Kränkungen seitens der poln. Parteien scheint ihn veranlaßt zu haben, sich 20. Jan. 1845 das Leben zu nehmen. Von seinen weitern Veröffentlichungen sind hervorzuheben: "Gabinet medalów polskich" (Bd. 1 u. 2, Berl. 1845; Bd. 3 u. 4, Pos. 1841-48) und die durch einen Atlas erläuterten "Wspomnienia Wielkopolski" (2 Bde., Pos. 1842-43). Seine besonders für die poln. Litteratur wichtige Bibliothek von etwa 21000 Bänden schenkte er mit einem großen Gebäude der Stadt Posen. -

Sein einziger Sohn, Graf Roger R. (geb. 7. Juli 1828, gest. 24. Febr. 1864 in Paris), veröffentlichte mehrere franz. und deutsche Schriften. Dessen Sohn Eduard (geb. 21. Jan. 1847) ist der jetzige Vertreter der Linie.

Des erstgenannten Grafen Eduard Bruder, Graf Athanasius R., geb. 2. Mai 1788, wurde preuß. Gesandter in Kopenhagen, dann in Lissabon und bis 1863 in Madrid, 1854 zum erblichen Mitgliede des preuß. Herrenhauses ernannt. Er sammelte eine kostbare Gemäldegalerie, die jetzt der Berliner Nationalgalerie einverleibt ist. R. starb 21. Aug. 1874 in Berlin. Er veröffentlichte: "Histoire de l`rt moderne en Allemagne" (3 Bde., Par. 1836-42; deutsch von F. H. von der Hagen, Berl. 1836-42), "Les arts en Portugal" (Par. 1846) und u. d. T. "Geschichtliche Forschungen von Athanasius R." (2 Bde., Berl. 1860-63) die Geschichte seiner Familie. - Sein einziger Sohn, Graf Karl R., geb. 19. Aug. 1817, vermählte sich 1854 mit der Prinzessin Karoline von Öttingen-Wallerstein und lebt in Bregenz.

Das Haupt des ältern kurländ. Hauses, dessen Zugehörigkeit zum Grafenstande nicht erwiesen ist, ist Sigismund R., geb. 20. Nov. 1861.

Rad, im allgemeinen eine kreisförmige, massive oder durchbrochene Scheibe aus Holz oder Metall, welche den Zweck hat, drehende Bewegungen zu vermitteln, und daher entweder zur Übertragung von Kräften oder zur Unterstützung von Fuhrwerken dient. Die R. der erstern Art übertragen die Bewegung entweder direkt, wie die Zahnräder (s. d.) und die Friktionsräder (s. d.), oder indirekt, wie die Riemen-, Seil-, Schnur- und Kettenscheiben (s. Transmission). Das R. sitzt entweder fest, wie alle kraftübertragenden und wie die Eisenbahnwagenräder, oder drehbar, wie die gewöhnlichen Wagenräder, auf der in der Mitte durchgehenden Achse.

Das Speichenrad, im Gegensatz zu dem massiven R. oder Scheibenrad, besteht als Wagenrad aus der Nabe, den in dieselbe eingefügten Speichen (10-16 an der Zahl) und 6-8 Felgen, welch letztere vereinigt den Kranz bilden, wozu noch die verschiedenen Beschläge kommen. Um die paarweise je in einem Kranzteil angeordneten