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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Raphelengh - Rappier
(5unicu1u3) mit dem Knospen- oder Eckern verwachsen
ist. Am ausgebildeten Samen tritt die R. bei vielen
Pflanzen gewöbnlich als dentlich begrenzte und an-
ders gesärbte Linie hervor.
Raphelengh oder Rapheling, Franz, Ge-
lehrter und Buchdrucker, geb. 27. Febr. 1539 zu
Lannoy (Französisch-Flandern), bildete sich in Nürn-
berg zum Kaufmann aus, widmete sich aber dann
in Paris den alten, besonders auch den orient. Spra-
chen und wurde hierauf in Cambridge Lehrer des
Griechischen. Nach kurzer Zeit in die Niederlande
zurückgekehrt, wurde er Korrektor in der Plantin^
scken Druckerei zu Antwerpen und heiratete 1565
Margarete Plantin, die älteste Tochter Christoph
Plantins (s. d.). Die große Korrektheit der Plan-
tinschen Drucke ist zum großen Teil sein Verdienst,
was vorzüglich auch von der "Nidlw pol^iotta"
(8 Bde., Antw. 1509-72) gilt. Von 1582 bis 1585
leitete N. das Antwerpener Geschäft, dann aber
dauernd die Leidener Offizin. 1586 wurde er da-
selbst zum Ilniversita'tsbuchdrucker sowie zum Pro-
fessor der hebr. und arab. Sprache ernannt. Auch
schrieb er Lehr- und Hilfsbücher orient. Sprachen
(z. B. "Hcbr. Grammatik", "Chaldäisches und arab.
Lexikon"). R. starb 20. Juli 1597. Auch seine Söhne,
Franz und Iustus R., waren Kenner der alten
Sprachen und leiteten die Druckerei bis 1617.
R.a.plii3., Weinpalme, s. Palmwein.
Rapld (lat.), reißend schnell; davon das Haupt-
wort Rapidität.
Rapidan (spr. räppldänn), Nebenfluß des
Rappahannock (s. d.), 135 kin lang, viel genannt
während des Bürgerkrieges. Am 9. Aug. 1862 fand
hier ein auch nach Cedar Mountain genanntes,
blutiges Treffen statt.
Rapidpulver, s. Insektenpulver.
Rapier, s. Rappier. ftabak.
Rapieren (frz.), Rapiermaschine, f. Schnupf
Rapilli (ital.), s. Lapilli.
Rapitz, Dorf bei Vuschtiehrad (s. d.).
Rapontikawurzel, s. Oonotiisi-a.
Rapp, Georg, Stifter der Harmoniten (s. d.).
Rapp, Jean, Graf, franz. General, geb. 26. April
1772 zu Colmar, trat 1788 in dasfranz. Heer,
machte die Rcvolutionskriege und die ägypt. Expe-
dition mit und wurde 1800 Adjutant Napoleons,
was er mit kurzen Unterbrechungen biä> zur Abdan-
kung des Kaisers blieb. 1804 wurde R. Brigade-
general, 1805 Tivisionsgcneral, 1807-9 war er
Gouverneur von Danzig. Bei Aspern (22. Mai
1809) zeichnete R. sich durch Leitung eines Bajonett'
angrisss aus; am 12. Okt. verhinderte er den Mord-
versilch von Friedr. Staps (s. d.) gegen Napoleon
und wurde hierauf in den Grafenstand erboben. Im
Feldzug gegen Rußland 1812 that sich R. mehrfach
hervor und wurde beim Rückzug nach Danzig vor-
ausgesandt, um dort die flüchtigen Heero^trümmer
zu sammeln; bald wurde R. dort eingeschlossen und
verteidigte die Festung aufs tapferste, bis ilm Jan.
18l4 Mangel zur Übergabe zwang. Während der
Hundert Tage trat er zu Napoleon über und erhielt
von diesem das Kommando über die Nbeinarmee,
wurde aber von den Österreichern nach Straßburg
zurückgedrängt und schloß dort einen Waffenstill-
stand. Nach oer zweiten Restauration begab sich R.
auf sein Gut im Kanton Aargau. 1817 kehrte er nach
Frankreich zurück, erhielt die Pairswürde und wurde
Kammerderr und Generallieutenant der Kavallerie.
Am 8. Nov. 1821 starb R. auf seinem Gut Rhcin-
wcilcr bei Lörrach in Baden. Er hinterließ "N6-
moii-63" (Par. 1823; deutsch Danz. 1824).
Rappahannock, Fluß im nördl. Virginien in
Nordamerika, entsteht durch die Vereinigung des
North-Fork und anderer kleiner Gewässer in Cul-
pepper County und fällt, über 200 ^m lang, sich
zu einer 90 km langen Bucht erweiternd, in d/e
Chesapeakebai. Bei Fredericksburg wird er schiff-
bar. Während des amcrik. Bürgerkrieges bildete
der R. häufig die vielumkämpfte Scheidelinie zwi-
schen den feindlichen Heeren. (S. Fredericksburg,
Chancellorsville und Wilderneh.)
Rappee (frz. i'äpö), geriebener Schnupftabak.
Rappen, ehemalige schweiz. kleine Scheidemünze
von Kupfer oder sehr geringhaltigem Silber (Billon).
Es gab auch Stücke zu 5, 10 und 20 R. Zehn R.
machten einen Batzen (s. d.). Noch jetzt wird in der
deutschen Schweiz R. für Centime gebraucht. N. hieß
schon eine im 15. Jahrh, im Vreisgau umlaufende
kleine Silbermünze mit einem Rabenkopf, wonach
sie benannt sein soll.
Rappenantilope, s. Vlaubock.
Rapperswil, Nappersweil oder Rapper-
schwyl, Hauptstadt des Seebezirks im schweiz. Kan-
ton Zürich und Hafenplatz auf einer Landzunge am
rechten Ufer des obern Züricher Sees, an den Li-
nien Zürich-Meilen-R. (31 km) der Nordostbahn,
Zürich-N.-Chur(128Iiin) der Vereinigten Schweher-
dahnen und R.-Arth-Goldau (39 kin) der Süd-
ostbahn, Tampferstation, hat (1888) 2789 E., dar-
unter 1009 Evangelische und 35 Israeliten, Post,
Telegraph, Fcrnsprecheinrichtung, kath. Kirche, nach
oem Brande von 1882 neu gebaut, mit wertvollem
Kirchengerät, evang. Kirche, Kapuzinerkloster, altes
restauriertes Schloß mit einem vom Grafen N.
Platcr gegründeten Polnischen Nationalmuscum
und einem Denkmal zum Gedächtnis an den hundert-
jährigen Freiheitskamps der Polen, schönes Rathaus,
Progymnasium, Hotels, Seebäder; Baumwollspin-
ncreien, Eisengießerei, Metallwarcn- und Karton-
sabrik. Über der Stadt der Lindcnhof mit alten Lin-
den und Promenaden. Der Seedamm, welcher seit
1878 an Stelle der hölzernen Brücke die beiden Sce-
ufer verbindet, ist 931 in lang, 11 m breit, hat drei
eiserne Jochbrücken mit 20 Öffnungen von je 9 m
Breite und eine eiserne Drehbrücke (14 in lang)
für Schiffe. Über den Damm läuft die Eisenbahn,
eine Fahrstraße und ein Fußsteig. Am südl. Ende
des Dammes, wo die Grenzen der Kantone Zürich,
Schwyz und l^t. Gallen zusammentreffen, der Drci-
ländcrstein, ein 18^3 errichteter Obelisk (11 in hoch)
mit den Wappen der drei Kantone. - N. wurde zu
Ansang des 12. Jahrh, von den Grafen von N. ge-
gründet, deren Stammburg Alt-Rapperswil dem
jetzigen R. gegenüber auf dem linken Ufer des Sees
lag, kam 1354 an Österreich, von dessen Herrschaft
es sich 1458 freimachte, bildete von da an mit seinem
Gcbict unter dcm Schutz der Eidgenossenschaft ein
selbständiges Gemeinwesen, bis es 1798 an den Kan-
ton Linth' der Helvetischen Republik fiel und 1803
dem neugeschaffenen Kanton St. Gallen einverleibt
wurde. - Vgl. Rickenmann, Geschichte der Stadt
R. (2. Aufl., Rapperschwvl 1879); Dierauer, N. und
sein Übergang an die Eidgenossenschaft (St. Gallen
1892). ^Österreich.
Rappert, Benennung für die Schisfslafetten in
Rappier (frz. i-aiMi-e), der für den Fcchtbodcn
und die Mensur bestimmte Degen zum Stoßen oder
Hauen, als ersterer Stohrappicr oder Florett