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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Raschdorff - Rasiermesser
Posamentenfabrikation, Gerberei, Fabrikation von
Zinnnerdekorationen, Ziegelei, Kalkwerk, Loh- und
Sägemühle und 2 Holzspundfabriken.
Raschdorff, Iul., Baumeister, geb. 2. Juli 1823
zu Pleß im Reg.-Vez. Oppeln, besuchte 1844-47
die Bauakademie in Berlin und wurde 1853 Stadt-
baumeister in Köln. Hier restaurierte er mehrere
Kirchen sowie das Rathaus, lieserte den Plan zum
Umbau des Gürzenich, leitete mit Fclten den Bau
des Wallraf-Richartz-Museums (1861 vollendet),
baute das neue Stadttheater (im Renaissancestil),
das rhein. Provinzialstündehaus in Düsseldorf
(ital. Renaissance), das Gymnasial- und Realschul-
gebäude in Bielefeld, die Neichspost zu Braun-
schweig (deutsche Renaissance), zu Münster i. W.
und Heidelberg, das Eisenbahn-Empfangsgebäude
zu Münster i. W. u. a. 1878 als Professor an die
Berliner Bauakademie berufen, vollendete er die
Technische Hochschule in Charlottenburg, baute die
engl. Kirche im Garten des Schlosses Monbijou
(1885), entwarf und veröffentlichte im Anschluß an die
vom Kaiser Friedrich III. herrührenden Anregungen
ein neues Domprojekt sür Berlin, baute die an die
Friedenskirche bei Potsdam angefügte Gruftkirche
(1890 vollendet) des Kaifers Friedrich III. nach dem
Motiv einer Kirche zu Innichen in Tirol und ist
zur Zeit in Gemeinschaft mit seinem Sohne Otto R.
mit dem Bau des Berliner Doms betraut. (S. Tasel:
Berliner Bauten I.) N. lebt in Berlin; er ist
Geh. Regierungsrat, Mitglied der Akademie des
Bauwesens und der Kommission für das technische
Unterrichtswesen, Mitglied und Senator der Aka-
demie der Künste. Er veröffentlichte: "Vaurecht in
der prcuh. Rhcinprovinz und denjenigen Ländern,
in welchen das bürgerliche Gesetzbuch Geltung hat"
(4. Aufl., Köln 1869), "Die Prämonstratenserabtei
Knechtsteden" (Berl. 1874), "Abbildungen deutscher
Schmiedewerke" (ebd. 1875-78), "Entwürfe und
Bauausführungen im Stile deutscher Renaissance"
(50 Lichtdrucke, ebd. 1879), "Palastarchitektur von
Oberitalien und Toscana vom 15. bis 18. Jahrh."
(Tl. 2: Toscana. 100 Blatt, ebd. 1883-88), "Bau-
kunst der Renaissance. Entwürfe" (Lichtdrucktafeln:
1. bis 4. Jahrg., ebd. 1880-90).
Raschid, Stadt, s. Rosette.
Raschkow, Stadt im Kreis Adelnau des preuß.
Reg.-Bez. Posen, am Olobok, hat (1890) 1521 E.,
darunter 92 Evangelische, 106 Israelitcn, Post, Tele-
graph, kath. und evang. Kirche, Vorschußverein.
Rascia, s. Raizen und Novipazar.
Nasen, eine in der Hauptsache aus dicht bei-
sammenstehenden Grasblättcrn zusammengesetzte
Pflanzendecke des Erdbodens. Je mehr die Gräser
vorherrschen, je dichter dieselben stehen, je gleich-
mäßiger hoch und von je frischerm Grün sie sind,
desto schöner ist der R. Die Wahl der Gräser ist
abhängig nicht allein von den Bodenverhältnissen,
sondern auch eventuell von seiner Nutzbarmachimg
in landwirtschaftlicher Beziehung. In der Nähe der
Wobngcbäude und in kleinern Gürten empfiehlt sich
zur Anlage des R. die sog. Ticrgartenmisckung, be-
stehend aUs ^/g I^OliuiQ I)6I'6NN6 ^v., ^/g ?0H PI-H-
5611818 ^/. und ^3 ^Ai'08ti8 ^oionilera. Hle?/. Zu
Nachsaaten benutzt man in freier Lage einen Zusatz
von ^5 (^ii08ui-ii8 (.'i-i8taw8 ^., in schattiger Lage
2/5 1^0^ H6iu0i'li1i8 ^. Soll der R. nutzbar gemacht
tverom, dann empfiehlt sich nachstehende Mischung:
wenn die Lage trocken ^4 I^oUum poronne //.,
^2 I^eLwca. ovwa. und 6iätior ^., '/4 ^^roätiL Lto-
lonilßra Hle^/. und bei feuchter Lage ^5 I^oliuni ps-
I-6NN6 ^., ^5 ^Fr08ti8 8toi0Iiiloi'H ^e?/., ^5 ?K16UN
PI-Nt6N86 /^. , ^5 ^VLIIH 6i^ti01' ^. und ^5 ?0H
1)r3.t6N813 ^v.
Nm einen guten N. zu erhalten, ist es notwendig,
den zuvor durch Lehm oder Sand und verrotteten
Dünger verbesserten Boden tief umzugraben, über
Winter rauh liegen zu lassen, im Frühjahr durch
wiederholtes Harken oder Eggen gehörig zu zerklei-
nern sowie von Steinen und Unkraut zu säubern.
Hierauf ebnet man den Boden, fät den Grassamen
(bei kleinern Flächen 50 F auf 1 hm, bei größern
etwa 500-700 F auf 14 hm) für sich, breitwürsig,
hackt ihn stach ein und walzt danach die ganze
Fläche über. Anfangs ist der R. mehrfach mit der
^ense zu mähen und zu walzen, später, wenn zum
Schmuck bestimmt, von acht zu acht Tagcn mit der
Rasenmähmaschine (s. Gartcngeräte) zu behandeln
und reichlich zu bewässern. Alljährlich im Herbst bei
eintretendem Frost erhält der R. eine im Frübjahr
zu entfernende Kopfdüngung von verrottetem Stall-
oder Otraßendünger. Trotzdem nicht gut gedeihen-
dem N. kann im Sommer durch überstreuen von
mit Erde vermischtem Guano, Chilisalpetcr, Blut-
mehl, Kalisalzen u. s. w. kurz vor eintretendem
Regen oder sofortiger reichlicher Bewässerung auf-
geholfen werden.
Nasenbleiche, s. Bleichen (Bd. 3, S. 112 a).
Nafenbrennen, soviel wie Brandwirtschaft
(s. Betriebssystem, Bd. 2, S. 907 d).
Naseneisenstein, Wiesen-, Sumpf-, Quell-
oder Morast er z, ein Eisenerz, das hauptsächlich
aus Eisenorydhydrat besteht, gewöhnlich etwas
Manganoryd, Kieselsäure, Phosphorsäure und or-
ganische, aus dem Pflanzenreich stammende Bei-
mengungen enthält und mit Quarzsand verunrei-
nigt ist; es ist dunkel gelblichbraun bis schwärzlich-
braun und pechschwarz, häufig fettglänzend, bald
erdig und weich, bald porös und sckwammartig
durchlöchert und findet sich meist gleich unter dem
Rasen an durchwässerten moorigen Stellen, wo
seine Bildung noch jetzt vor sich geht: weit ausge-
dehnte, aber nicht sehr mächtige Ablagerungen
kommen namentlich in der großen mitteleurop. Nie-
derung vor, von Friesland bis in die russ. Ostsee-
provinzcn und südlich bis Niederschlesien reichend.
Das aus dem N. dargestellte Eisen ist wegen des
Phosphorgehalts kaltbrüchig.
Rasenen (I^eiias), Volksstamm, s. Etrurien
(Bd. 6, S. 393 a).
Rafenerde, s. Erden (Bd. 6, S. 254a).
Rasenfalle, Mordfalle, s. Fallen (Bd. 6,
S. 545 H).
Rasenmähmafchine, s. Gartengeräle (Bd. 7,
Nafenmeister, s. Abdecker. lS. 555d).
Rasenschmiele, Pftanzenarr, ^. Xira.
Rasensprenger,s.Gartengeräte(Bd.7,S.557H).
Rasenwurz, Bilsenkraut, s. H^o80)^inu8.
Raserei, s. Manie.
Rasgrad, Stadt in Bulgarien, s. Razgrad.
Rasieren (frz.), scheren, besonders den Bart ab-
nehmen <s. Bart); ferner abtragen, dem Boden
gleichmachen, besonders gebraucht für das Freilegen
des Vorgeländes vor Festungen sowie für das Nieder-
legen und Einebnen kleiner Festungswerke. Das Ab-
tragen ganzer Festungen oder Entfestigen eines
Platzes heißt Schleifen der Festungswerke.
Rasierflechte, s. Hcrpes.
Rasiermesser, s. Messer.