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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Regulatoren (elektrotechnische) - Reh

Proell, Steinle, Schäffer und Budenberg, den Cosinus-Regulator u. s. w. Ein Wattsches Tachometer ist dargestellt auf Tafel: Dampfmaschinen I, Fig. 3 (a). Wird die Muffe k dieses Tachometers durch ein Gewicht belastet, so erhält man Tachometerformen, wie sie aus Fig. 1 (k), Taf. II, Fig. 4 u. 8, Taf. III, Fig. 5 ersichtlich sind. An Stelle des Belastungsgewichts wird oft mit Vorteil eine Feder angeordnet. Ein solches Tachometer bezeichnet man mit Feder-Tachometer oder Tachometer mit Federbelastung. Eine oft angebrachte Ölbremse hat den Zweck, stoßweise Bewegungen des Tachometers zu verhindern (Dämpfung).

Über das Centrifugalpendel-Tachometer bei Gasmotoren s. Gasmotor (Bd. 7, S. 581 a). über den R. bei Lokomotiven s. Lokomotive (Bd. 11, S. 266). R. nennt man ferner eine Art sehr regelmäßig gehender Uhren (s. d.). Mit Druckregulatoren bezeichnet man auch die Reduzierventile (s. d.). Die bei Wasserrädern und Wassersäulenmaschinen zuweilen angewendeten hydraulischen R. bestehen aus einer Pumpe, die vom Motor je nach dessen Gang schneller oder langsamer bewegt wird. Sie pumpt Wasser in ein Reservoir, in welchem ein Schwimmer den Zufluß des Betriebswassers zum Motor reguliert. - Vgl. Laskus und Lang, Schwungräder und Centrifugalpendel-Regulatoren (2. Aufl., Lpz. 1884); G. Herrmann, Die graphische Untersuchung der Centrifugalpendel-Regulatoren (Berl. 1886).

Regulatoren, elektrotechnische, Apparate, die dazu dienen, die Stromerzeugung den Bedingungen des Verbrauchs entsprechend zu regulieren. Ist die Dynamomaschine eine Hauptstrommaschine, so liegt auch der Regulator, der aus einer Reihe von Widerstandsspulen besteht, die in größerer oder geringerer Zahl durch eine Schaltkurbel in den Stromkreis eingeschaltet werden, im Hauptstrom und reguliert die Stromstärke. Handelt es sich dagegen, wie bei größern Anlagen fast stets, um eine Anlage mit Nebenschluß- (oder auch Doppelschluß-) Maschinen und parallel geschalteten Vetriebsstellen, so liegt der Regulator im Nebenschluß und reguliert die Spannung. Der Betrieb erfolgt von Hand oder automatisch durch einen Mechanismus, dessen Bewegung in einem oder in anderm Sinne durch etwa eintretende Störungen ausgelöst wird.

Regulators (engl., spr. réqjuleht'rs), Regulatoren, die Mitglieder einer Art Volksgericht in den Vereinigten Staaten von Amerika, bestehend aus den angesehensten Männern der Bevölkerung, die zugleich Gesetzgeber, Richter und Vollstrecker waren und bei der Bestrafung von Verbrechern höchst summarisch verfuhren. Namentlich in Arkansas, aber auch in Texas, im Innern Missouris und überhaupt in den ehemaligen Sklavenstaaten bildeten sie früher eine Art Feme, um in ihren der Kultur neu eröffneten Gebieten der Gesetzlosigkeit der herzuströmenden rohen und verwilderten Bevölkerung zu steuern. Bei dem gänzlichen Mangel an einer geordneten Justiz verfuhren die R. nach der Lynchjustiz (s. d.) und hingen, prügelten oder erschossen die Verbrecher, je nach Umständen. Nach dem Bürgerkriege führte der Kuklux-Klan (s. d.) diese Art Justiz fort.

Regulieröfen, s. Öfen (Bd. 12, S. 536 a).

Regulierte (lat. Regulares) oder Religiosen (Religiosi), in der kath. Kirche alle, Geistliche und Laien, die sich durch ein Gelübde zum Leben nach einer bestimmten religiösen Regel verpflichtet haben, also alle Mitglieder der Orden, Kongregationen

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u. s. w. Im Unterschiede von ihnen heißen alle übrigen, gleichfalls Geistliche und Laien, Saeculares. Über die rechtlichen Verhältnisse der R. s. Religiösen.

Regulierte Gesellschaften, s. Handelscompagnien.

Regulierte Kleriker vom Glauben Jesu, s. Société du Saré-Cœur.

Regulierte Kleriker von der göttlichen Vorsehung, s. Theatiner.

Regulierung, Regelung, Berichtigung; kaufmännische Bezeichnung für Bezahlung einer Schuld, namentlich Ausgleichung einer Warenschuld. - Über R. eines Flusses s. Flußbau.

Regulīnisches Metall, s. Regulus.

Regŭlus (lat., d. i. kleiner König) oder Metallkönig, regulinisches Metall, das reine Metall, im Gegensatz zu vererztem, und zwar sowohl das von Natur gediegene (z. B. Regulus Antimonii oder Spießglanzkönig, s. Antimon), als auch das durch Schmelzen erhaltene.

Regŭlus, das Goldhähnchen.

Regŭlus, Stern 1. Größe im Sternbild des Löwen (α Leonis).

Regŭlus, Marcus Atilius, röm. Feldherr, aus einer Familie der plebejischen Gens Atilia, kämpfte als Konsul 267 v. Chr. erfolgreich in Unteritalien. Während seines zweiten Konsulats 256 v. Chr. siegte er zusammen mit seinem Kollegen C. Manlius Vulso entscheidend über die karthag. Flotte bei Ecnomus an der Südküste Siciliens und landete darauf in Afrika. Auch hier war er, obwohl sein Kollege mit einem Teil des Heers heimkehrte, zunächst vom Glück begünstigt, bis ihn 255 der in karthag. Diensten stehende spart. Söldnerführer Xanthippos bei Tunes schlug; das rüm. Heer ging fast vollständig zu Grunde, ein Teil, darunter R., geriet in Gefangenschaft. 250 wurde R. einer karthag. Friedensgesandtschaft nach Rom beigegeben, riet aber energisch vom Frieden ab und kehrte dann seinem Versprechen gemäß in die Gefangenschaft zurück. Die röm. Überlieferung läßt ihn danach unter schrecklichen Martern getötet werden, doch handelt es sich hier wahrscheinlich um tendenziöse Erfindungen röm. Annalisten. - Vgl. O. Jäger, M. Atilius R. (Köln 1878).

Reh, eine Gattung der Familie Hirsch mit schaufelartig erweiterten mittlern Vorderzähnen, die viel breiter als die seitlichen sind, und fehlenden Eckzähnen, so daß nur 32 Zähne vorhanden sind. Die Thränengruben sind äußerlich sehr wenig bemerkbar. Das Männchen hat ein rundes, gabelig verästeltes, rauhes Geweih ohne Augensprosten. Im normalen Zustande hat jede Stange des ausgewachsenen Tiers nur drei Enden. Diese der Alten Welt angehörige Gattung hat nur eine Art: das gemeine R. (Cervus capreolus Blas., s. Tafel: Hirsche, Fig. 5). Das zierlich und schlank gebaute Tier hat einen kurzen, nach vorn ziemlich zugespitzten Kopf; von den Nasenlöchern bis zur Oberlippe reicht ein breites, nacktes Nasenfeld bis an den Innenrand der bogigen Nasenlöcher. Die Augen sind verhältnismäßig groß, die länglichrunde Pupille schneidet die Augenspalte schräg. Das Kinn, der vordere Teil des Unterkiefers und jederseits ein Fleck an der Oberlippe unter den Nasenlöchern sind weiß; über die Schnauze verläuft eine schwarzbraune Binde, hinter der Mitte der Unterlippe jederseits ein brauner Fleck; Stirn und Schnauzenrücken sind dunkler als der übrige Körper. Die Sommerfärbung des R. ist rostrot, die Farbe des dichtern und sprödern Winterpelzes braun-