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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Reng - Rennbahn
sten Orte sind Paisley und Greenock, dann Port- !
Glasgow und Pollokshaws. R. schickt zwei Abgeord-
nete in das Parlament. - DieHauptstadtR., am
Weißen Cart und links am Clyde, hat (1891) 6777 E.,
eine Lateinschule, Spinnerei, Musselinweberei, Sei-
fen- und Kerzenfabriken.
Neng, soviel wie Henna (s. Alkannawurzel).
_l?en^., hinter lat. Tiernamen Abkürzung für
Johann Rudolf Rengger, Arzt, Zoolog und
Reisender, geb. 31. Jan. 1794 zu Aarau, gest. als
Arzt daselbst 9. Okt. 1832; er schrieb: "Die Säuge-
tiere Paraguays".
Reni, Stadt im Kreis Ismail des russ. Gou-
vernements Bessarabicn, an der Mündung des
Pruth in die Donau und an der Eisenbahn Bender-
R., die sich hier an die rumän. Eisenbahn nach Ga-
latz anschließt, hat (1893) 8215 E., Post, Telegrapb,
Zollamt, Flußhafen und bedeutenden Handel. R.
gehörte 1856-78 zu Rumänien.
Reni, Guido, ital. Maler und Kupferätzer, geb.
4. Nov. 1575 zu Calvenzano bei Bologna, trat zu-
erst bei Denijs Calvacrt als Lcbrling ein und ar-
beitete dann unter den Carracci (besonders Lodo-
vico), von denen er sich jedoch 1596 trennte. Er
machte hierauf mehrere Reisen nach Rom (1599,
1605-12), wo er nach der Antike studierte und
5 urch Papst Paul V. und andere Gönner reiche Ve-
häftigung fand. 1620 malte er in Navenna im
^)om. 1621 nach Neapel berufen, um daselbst die
Kapelle des beil. Ianuarius auszumalen, wurde er
cdcnso wie Annibale Carracci und Domenichino
von den neapolit. Malern, die keinen Fremden aus-
kommen lassen wollten, verfolgt, weshalb er bald
seine Arbeiten aufgab; ähnlich erging es ibm in
Rom, fo daß er 1624 nach Bologna zurückkebrte.
Zuletzt malte er fabrikmäßig, um zur Deckung seiner !
Spielschulden Geld zu gewinnen. Er starb 18. Aug. ^
1642 zu Bologna. In seinen ältesten Bildern er-
kennt man noch die manieristische Schule Calvaerts,
von der er sich schon in der Krönung Marias (Pina-
kothek zu Bologna) frei macbt. In Rom gewinnt
Caravaggios Weise auf ibn Einstuft; daber sind die
Kreuzigung Petri (in der Vatikanischen Galerie) und
die Einsiedler Paulus und Antonius (im Berliner
Museum) in krustigem Helldunkel mit bellen Lichtern
und dunkeln Schatten gehalten. Doch verläßt er
diese Weise bald wieder, und es solgen seine schön-
sten Bilder in warmtöniger Fardenfreudigkeit und
edelster Formcnsprache, z. B. Der beil. Andreas
auf dem Gange zur Richtstätte (1608; in San
Gregorio Magno zu Rom), das reizende Eugcl-
konzert ebenda und die berühmte sog. Aurora,
Deckenbild im Palast Rospigliosi zu Rom (1609;
gestochen von N. Morghen, Preisler, Bürger,
Dinger), darstellend den Sonnengott aus einem mit
vier Pferden bespannten Wagen von den Hören
umgeben, wie er die Nacht vertreibt. (S. Tafel:
Italienische Kunst V11I, Fig. 1.) Weiter ge-
hören dieser Zeit einige großartige Altarbilder an,
z. B. Petrus und Paulus (Vrera'zu Mailand), Der
dethlehemitische Kindermord (Pinakothek zu Bo-
logna), Die Himmelfahrt Marias (in San Am-
brogio zu Genua), dazu das gewaltige Freskobild
der Aufnahme des heil. Dominicus in den Himmel
(in der Kirche dieses Heiligen zu Bologna). In
seinen letzten Jahren geht R. von seinem lcucbtcnden
Goldton zu einem feinen Silbcrton über, wird aber
immer nachlässiger und fader in der Zeichnung,
immer leerer in der Modellierung, verdlasener und
bärter in der Farbe, affektierter, sentimentaler im
Ausdruck. Vielfach kehrt in seinen Werken der
schwermütige Ausdruck der schönen Beatrice Cenci
(1599; im Palazzo Varberini zu Rom) und der Nio-
bidentypus wieder. Christus mit der Dornenkrone,
die Klcopatra, der heil. Sebastian und die reuige
Magdalcna sind Lieblingsgestalten von ihm und
der ganzen Schule. R. hat zahlreiche Bilder hinter-
lassen; die meisten befinden sich im Louvre, z. V.
Der heil. Sebastian, Die reuige Magdalena, Der
Raub der Helena, vier Geschichten des Hercules,
der wirkungsvoll gemalte David mit Goliaths
Haupt. Die berühmtesten Christusköpfe mit der
Dornenkrone (I^coo Iioiuo) sind im Hofmufeum zu
Wien" in der Londoner Nationalgalerie, in der
Pinakothek zu Bologna und in der Dresdener Ga-
lerie; die schönsten Exemplare der Kleopatra im
Pittipalast zu Floreuz und in der Madrider Ga-
lerie. Ferner sind zu nennen: der Simson in der
Pinakothek zu Bologna, die Judith im Palazzo
Adorno zu Genua, die Salome im Corsinipalast
zu Rom, die leicht über den Erdball hinrollcnde
Glücksgöttin (in der Lukasakademie zu Rom) und
ebenda Bacchus mit Ariadne. R. hat auch eine
Anzahl Blätter in geistvoller Weise radiert, beson-
ders Madonnen und heilige Familien nach eigener
Erfindnng, auch Amoretten und Bildnisse. "Als
Maler bildete er eine Menge von Schülern, unter
welchen Simone Cantarini und Giovanni Andrea
Eirani sowie dessen Tochter Elisabctha die bekann-
tern sind. Rousselet, die beiden Poilly, I. I. Frey,
Cunego, Volpato, Dorigny, Strange, Raphael Mor-
ghen u. a. führten nach feinen Bildern fchöne Stiche
Reniförm (neulat.), nierenfö'rmig. laus.
Renitent (lat.), widerspenstig; Renitenz,
Widerspenstigkeit.
Renke, Fischgattung, s. Felchen.
Rennarbeit, Rennen, die direkte Gewinnung
von Eisen und Stahl aus den Erzen (s. Eisen-
erzeugung, Bd. 5, S. 925 d).
Rennbahn, der Platz, auf dem Wettrennen (s. d.)
abgebaltcn werden, nebst seinen Einrichtungen. Die
R. bestebt aus dem sog. Geläuf und den Baulich-
keiten. Flachrennbahnen haben ein ebenes, elastisches
Rasengeläuf und daneben sog. Trainier- oder Galop-
pierbahncn, die meist ein sandiges Geläuf besitzen und
als Arbeit's- und Vorbereitungsbahnen dienen. Auf
Hindernisrennbahnen ist das Geläuf von natürlichen
oder künstlichen Hindernissen, z. B. Hürden, Wasser-
gräben, Mauern, Hecken, irischem Wall u.s.w. unter-
brochen. Trabrennbahnen besitzen ein chausseeartig
hartes Gcläuf. Die Breite des Geläufs beträgt etwa
20 m, die Länge 800 - 2400 m und darüber, wobei
scharfe Ecken und Krümmungen vermieden sind. Die
Entfernungen sind markiert und das ganze Geläuf
ist durch Stangen kenntlich gemacht.
Zu den Baulichkeiten einer R. gehören haupt-
sächlich die Zuschauertribünen mit Restaurati ons-
rüumen, Antleidezimmern und einem Raum für die
Wage, wo die Reiter vor und nach dem Rennen
gewogen werden. Zum Satteln und Bewegen der
Pferde dient ein ^attelstall mit Sattc-lplatz. Dem
Eiegcspsosten gegenüber befindet sich die Richter-
loge. Vor den Tribünen sind Tafeln angebracht
mit den Nummern der beteiligten und siegreichen
Pferde. Auck ein Telegraphenamt und ein Totali-
satorraum sür den Wettbetrieb fehlen auf größern
Rennplätzen nicht. In der Nähe der 3t. befinden sich
meistens Training-Etablissements und Ställe zur
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