Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

789
Respirieren - Restinseln
atmenden Luft getragen wird. Der R. soll in der
kalten Jahreszeit im Freien von Leuten getragen
werden, die an Katarrhen leiden oder diese leicht
bekommen (Tuberkulöse, Emphyscmatiker). Neuer-
dings hat man auch R. zur permanenten Einatmung
medikamentöser Stoffe konstruiert. Am zweckmäßig-
sten hat sich in dieser Beziehung die von Curschmann
angegebene Inhalationsmaske erwiesen (s. In-
halation). Auch hat man R. zum Sckutz gegen die
Einatmung des Staubes angegeben (s. Staubinha-
lationskrankheiten).
Respirieren (lat.), atmen, Atem holen; sich
wieder erholen, ausruhen; respirabel, einatern-
bar, zum Einatmen dienlich oder tauglich; respi-
ra torisch, auf die Atmung bezüglich.
Refpiro (ital.), Respittage, s. Respekttage.
Respondentia (lat.), s. Grohaventurei.
Respondieren (lat.), antworten; entsprechen;
Responde'nt, der Antwortende, Verteidiger bei
einer Disputation; responsabel, verantwortlich.
Responsorien (lat.), Wechselgesänge zwischen
dem Geistlichen und der Gemeinde beim kath. und
prot. Gottesdienst. (S. Antiphonie.)
AV8P0N8NIN (lat., "Antwort"), in der ältern
Rechtssprache die Entscheidung, welcke von einem
dazu bestellten Rechtskollegium oder einer Juristen-
fakultät auf geschehene Anfrage in streitigen oder
doch zweifelhaften Rechtsfällen gutachtlich erteilt
wurde; wenn es auf Anfrage des Prozeßgerichts so
erging, daß dasselbe freie Hand behielt, Infor-
mationsurteil genannt. Gegen das Ende der
röm. Republik und bis in das 3. Jahrh. n. Chr.
bildeten die R68P0Q83. pruäentuin ein wichtiges
Mittel zur Fortbildung des röm. Rechts.
"ss prinoiMiss (lat.), Hauptsachen (s. Acces-
"S8 pnblioa. (lat.), s. Republik. sson).
Rs8 32.or2.G (lat., "heilige Sachen"), s. Kirchen-
sachcn.
Nessel, Joseph, der Erfinder der Schiffsschraube
(s. Propellerschraube), geb. 29. Juni 1793 zu Chru-
dim in Böhmen, vollendete 1809-11 einen theore-
tisch-praktischen Kurs des Landartilleriewesens zu
Budweis in Böhmen, studierte 1812-14 in Wien
und dann auf der Forstakademie Mariabrunn bei
Wien. 1817 wurde er Revierförster in Kram, 1821
kaiferl. Waldmeister der küstcnländischen Domäncu-
inspektion in Trieft. Später zur Disposition gestellt,
trat er 1848 als Marine-Eubintendant wieder in
Dienst. Er starb auf einer Dienstreife zu Laiback
10.Okt. 1857. Sein Hauptstreben war das Treiben der
Seeschiffe mittels einer der Archimedischen Schraube
verwandten Vorrichtung, zu der er bereits 1812
eine vollständige Zeichnung entworfen hatte. Im
Sommer 1829 begann die Probefahrt mit einem
durch eine sechspferdige Dampfmaschine getriebe-
nen, etwa 40 Personen enthaltenden Schraubcn-
schiff mit gutem Erfolg, wurde aber durch einen zu-
fälligen Umstand (Losgehen eines Dampfrohrs)
schnell gehemmt. Schon vor 1829 hatte er daran
gedacht, seine Erfindung in Frankreich zu verkaufen,
und es ist so gut wie erwiesen, daß sowohl hier als
in England die spätern Konstruktionen von Schiffs-
schrauben dirclt oder mittelbar auf R.s Erfindung
fußten. In Wien ist 1803 vor dem k. k. Poly-
technikum ein Vronzestandbild R.s (von Fernkorn)
errichtet worden. - Vgl. Reitlinger, Joseph R.(Wien
1863); Joseph R. und seine Ansprüche auf die Er-
findung der Dampfschiffsschraube (in "Unsere Zeit",
Vd. 7, Lpz. 1863).
3lb8 ssvsra. (S8t) vernin FHUÜIUIN (lat),
"eine ernste Sache ist eine wahre Freude", sprich-
wörtlich gewordenes Citat aus dem 23. Briefe des
jüngern Seneca.
Nefsort (frz., spr. -ohr), Springfeder; Fach, das
sich durch den Druck einer Feder öffnet; Fach, Ge-
schäftskreis einer Behörde; ressor tieren, zu einer
Behörde, in deren Zuständigkeit gehören.
Ressource (frz., spr. -sürh), Hilfsquelle; Er-
holungsort (Name geselliger Vereine und ihrer
Lokale). fliegen gebliebene Ware.
Restant (lat.), ein mit derZahlung Rückständiger;
Restaurant (frz., spr. -storäng), Speisehaus,
bessere Gastwirtschaft (s. Wirtshäuser); dafür wird
im Deutschen gleichbedeutend Restauration ge-
brauckt; Restaurateur (spr. -storatöhr), Wirt
einer Restauration.
Restauration (lat.), Wiederherstellung einer
Sache in den frühern Stand, bezeichnet in der Poli-
tik zunächst die Wiederherstellung einer durch Revo-
lution vertriebenen Dynastie. Eine solche R. fand
statt in England nach dem Tode Cromwells 1660
durch die Zurückführung des vertriebenen Karl II.
Stuart auf den engl. Thron und in Frankreich durch
die Wiedereinsetzung der Bourbons nach dem Sturze
Napoleons I., zuerst 1814, dann nach den sog. Oein-
^oul8 (s. d. und Frankreich, Bd. 7, S. 99) Napo-
leons, 1815. Diese dynastische N. war dort wie
dier von einer Wiederherstellung überlebter polit.
Zustände begleitet, und das Wort erhielt so die
gleiche Bedeutung wie Reaktion (s. d.). Im all-
! gemeinen pflegt man wohl die Zeit nach den Be-
freiungskriegen als R estaurationsepoche zu
bezeichnen, weil sich bei den europ. Kabinetten die
Neigung kundgab, soweit als möglich das Alte,
welches durch die Französische Revolution und ihre
Rückwirkungen auf die andern Länder verdräng:
war, wiederherzustellen und die neuen Zeitideen zu
! unterdrücken. Ihren staatsrechtlichen Ausdruck fand
! diese Richtung unter anderm in Karl Ludw. von
Hallers "R. der Staatswissenschaft" (Bd. 1-4,
Wintertb. 1816-20; 2. Aufl. 1820-22; Bd. 5,
1834;Bd. 6,1822).
über N. in der Kunst s. Restaurierung.
Restaurator (lat., "Wiedcrhersteller"), ein Künst-
ler, der sich mit der Wiederherstellung von beschädig-
ten Gemälden und andern Kunstwerken beschäftigt.
Restaurierung (vom lat. i'65t5uvHr6), 3testau-
' ration, in der Kunst die Wiederherstellung von
Gebäuden, Skulpturen, Gemälden u. s. w., welche
durch Alter, Einfluß der Witterung oder Menschen-
bände gelitten haben. Über die Restauration von
Ölgemälden s. Ölmalerei. - Vgl. Th. von Frimmel,
Handbuch der Gemäldekunde (Lpz. 1894).
Man dehnt die Bezeichnung R. auch auf die Wieder-
herstellung untergegangener Kunstwerke, namentlich
von Bauwerken, in Zeichnung oder Modell, aus,
wclcke man nur aus Beschreibungen oder Vermes-
sungen einzelner Teile kennt.
Restausgaben, im Staatsrechnungswesen die-
jenigen Ausgaben, welche auf verbliebene Ausgabe-
reste (s. d.) nach dem Abschlüsse der Kassenbücher
nachträglich geleistet werden; Resteinn ahmen da-
aegen diejenigen Einnahmen, welche auf verbliebene
Einnahmereste (s. d.) nach dem Abschlüsse der Kassen-
bücher nachträglich eingehen.
Restdividende, s. Dividende (Bd. 5, S. 366a).
Resticren (lat.), übrigbleiben; im Rückstände
i Restinseln, s. Inseln. j>'ein.