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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Reyer - Reynolds
ineiiikure äs8 l6Md1i(iu68" (4 Bde., 1848) folgen.
1846 wurde er Mitglied der Kannner, und 1848 ge-
hörte er auch der Konstituante an. Später trat er
vom polit. Leben zurück und veröffentlichte noch
mehrere nationalökonornifche Schriften. Er starb
28. Okt. 1879 zu Paris.
Neyer (spr.räjähr), Erncst, franz. Komponist und
Musikschriststcller, ged. 1. Dez. 1823 zu Marseille,
lebte als Verwaltungsbeamter einige Jahre in Al-
gier, widmete sich 1848 ganz der Musik und studierte
m Paris. Nach dein Tode Bcrlioz' wurde er Musik-
kritiker des "^ournai äe3 D6dat8". Seine Kompo-
sitionen umfassen: eine Ode-Sinfonie "1^6 86iain",
die Kantate "Victoii-6" und die Opern "Naiti-6
^Voi^m" (1854),, "ZakuMaw' (Ballett, 1858), "1.3.
8taw6" (1861), "^I'08ti-5tt6" (1862), "3iF!irä" (1884)
und "Z^winuido" (1890). Außerdem schrieb er zahl-
reiche Lieder. ftrt, s. Caldas.
Reyes (spr. rejes), Caldas de, spau. Bade-
Reykjavlk (d. i. Rauchbucht), Hauptstadt und
größter Handelsplatz der Insel Island auf der Süd-
westküste, am südl. Ufer des Kollafjord, einer Bucht
des Faxa Fjöror, in unfruchtbarer Gegend gelegen.
Die Stadt besteht aus meistenteils hölzernen Häu-
sern mit parallelen Straßen und (1890) 3900 (5.
<1801: 300). N. ist Sitz fast sämtlicher höhern Behör-
den der Insel: des Landhövdings, des einen Amt-
manns, des Schatzmeisters, des Bischofs, des Land-
physikus, desObergcrichts und der Landesbank. Von
höhern Unterrichtsanstalten findet sich hier feit 1847
ein Seminar für Geistliche, eine Unterrichtsanstalt
für Llrzte, zwei Mädchenschulen und die einzige
Gelchrtenschule der Insel. In dem Althingshause
ist die Landesbibliotbek und eine Sammlung von
einheimischen Altertümern. Nur 6 km im S. der
Stadt liegt auf einer Landzunge Befsastadir,
früher Sitz des Hauptmanns, des ersten Beamten
der Insel, 1805-46 der Sitz der Gelebrtcnschule,
jetzt ein großer Hof mit einer Kirche. Historisch be-
rühmte Orte der weitern Umgegend sind: Thing-
vellir, etwa 45 km im NO., am nördl. Ufer des
Thingvallasees; hier wurde das Althing (Landtag)
930 - 1800 unter freiem Himmel gehalten; Stal-
holt, etwa 65 km im O., früher Sitz einer Ge-
lehrtenschule und bis 1796 des einen Bischofs der
Insel; Reikholt, etwa 65 km im N. in einen:
Thale gelegen, Wohnsitz des berühmten isländ.
Geschichtschreibers Snorri Sturluson.
Reymanns topographische Specialkarte
von Mitteleuropa, ältere Bezeichnung der gegen-
wärtig von der kartogr. Abteilung der preusi. Lan-
desaufnahme herausgegebenen "Topographischen
Specialkarte von Mitteleuropa" im Maßstabe von
1: 200000. Der Plan zu dem umfangreichen Kar-
tenwerk wurde Ende des vorigen Jahrhunderts von
dem damaligen Hauptmann Reymann entworfen,
1806 erschienen die ersten Blätter in Kupferstich
und bei Neymanns Tode 1832 waren von der auf
231 Blätter angelegten Karte bereits 139 Blätter
fertig gestellt. Die Karte ging nun auf den Oberst-
lieutenant von Osfeld über, der sie bis 1844 auf
150 Sektionen brachte. Mit diesem Jahre über-
nahm die Buchhandlung von Carl Flemming (s. d.)
in Glogau das Kartenwerk und erweiterte den Um-
fang desselben auf 405 Blätter, von denen bis zum
I. 1874 326 teils in Kupferstich, teils in Litho-
hiaphie hergestellt wurden. In diesem Jahre ging
die Karte an den preuß. Generalstab über und das
Netz derselben wurde auf 796 Sektionen erweitert, so
daß die Karte nunmehr im Norden bis Kap Skagen,
im Süden bis Turin, im Westen bis Cberbourg, im
Osten bis Minsk reicht. Von den 796 Blättern der
Karte sollen jedoch in erster Linie nur 576 hergestellt
werden, so daß die auf Ungarn, Schweden, England
u. s. w. entfallenden Blätter zunächst noch unbear-
beitet bleiben. Bis Ende 1894 sind 548 Blätter
erschienen und dieselben sind teils in Kupferstich, teils
in Lithographie und in Heliogravüre ausgeführt;
neuerdings wird das letztere Verfahren fast aus-
schließlich zur Anwendung gebracht.
Neynaud (spr. ränoh), Jean Erncst, franz.Schrift-
stellcr und Philosoph, geb. 14. Febr. 1806 zu Lyon,
kam 1824 in die Polytechnische Schule zu Paris und
erhielt 1830 eine Anstellung als Bcrgbauingemeur.
Gemeinschaftlich mit P. Lcrour leitete er die "Ilovus
knc^ciopoäiHuo" (1835), und als diefe Zeitschrift ein-
ging, unternahmen beide 1836 die "NnovciopLäis
N0liv^1i6", ein weitläufig angelegtes Werk, das
jedoch nur teilweise zur Allsführung kam und den
Meinungsausdruck derjenigen Gruppe unter den
neuern franz. Denkern bildete, welche den Socialis-
mus mit der Kirchenlehre zu vereinigen fuchten.
Nach der Februarrevolution von 1848 wurde N.
zum Präsidenten des höhern wissenschaftlichen und
litterar. Studienausschusses ernannt, legte aber
dieses Amt bald nieder und starb 26. Juni 1863 zu
Paris. Er schrieb: "(^onZiäöi-HtionZ Zur i'eZprit
äs III. l^HulL" (Par. 1847 u. ö.) und sein Hauptwerk
"^eri-6 6t cisl" (ebd. 1854 u. ö.). Seine "d^nvi-63
011013168" erschienen (7 Bde.) Paris 1867.
Neynier (spr. ränleh), Jean Louis Ebenezer,
Graf, franz. General, geb. 14. Jan. 1771 zu Lau-
faune , studierte in Paris Vauwissensckaft und trat
beim Ausbruch der Revolution in die Armee ein, in
der er bis 1795 zum Geucralmajor aufstieg. 1796
-97 war er Moreaus Generalstabschef in Deutsch-
land, nahm, seit 1798 Divisionsgeneral, an der
ägypt. Expedition teil und entschied am 20. März
1800 unter Kleber die Schlacht bei Heliopolis. Mit
Menou,der bald darauf den Oberbefehl übernommen
hatte, geriet er in Konflikt, wnrde 1802 nach Frank-
reich zurückgesandt und von Napoleon auf fein Gut
im Depart. Nievre verwiesen,^wo er zu seiner Ver-
teidigung die Schrift "1)6 1'^^ptL apreg 1a da-
tai1i6 ä'llöliopoiw (Par. 1802) verfaßte, die 1827
als "NöinoiroL 8ui- 1'N^ptL" von neuem erschien.
Seit 1805 nahm er teil an der Eroberung Neapels,
1809 zeichnete er sich an der Spitze eines Korps bei
Wagram aus, 1810 focht er in Spanien, und im
Feldzuge gegen Rußland 1812 befehligte er das
7. meist aus Sachsen bestehende Armeekorps. Im
Feldzuge von 1813 führte er von ueuem das neu-
gebildete sächs. Korps, das durch eine franz. Division
verstärkt war, und wurde mit Oudinot 23. Aug. bei
Grohbceren, mit Ney 6. Sept. bei Dennewitz ge-
schlagen. In der Schlacht bei Leipzig geriet R. in
Gefangenschaft und starb bald nach seiner Aus-
wechselung 24. Febr. 1814 in Paris.
Reynolds (spr. renn-), Sir Joshua, engl. Maler,
geb. 16. Juli 1723 zu Plympton in Devonshire,
lernte seit 1741 bei dem Vildnismaler Hudson in
London, malte seit 1743 selbständig, ging 1749 nach
Rom, wo er sich drei Jahre lang aufhielt, und ließ
sich 1752 in London nieder. Auf R.' Vorfchlag
wurden 1765 die Kunstausstellungen in London
eingerichtet, doch trat cr 1767 aus der Künstler-
gescllschaft aus und gründete 1768 mit andern die
tönigl. Akademie der Künste, deren erster Präsident