Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

824
Rheinischer Böschungsmesser - Rheinisch-Westfälisches Kohlenbecken
569 unbesoldete), 9450 Schülern und bat 46 Mis- ^
sionszöglinge. Ausgaben: 469 750 M. Organ: "Be-
richte der R. M." (Halle). Iquadrant.
Rheinischer Böschungsmefser, s. Kapscl-
Nheinifcher Bund, soviel wie Rheinischer
Städtebund (s. d.).
Rheinischer Gulden, s. Gulden.
Rheinischer Städtebund oder richtiger Land -
friedensbund, eine Vereinigung zablrcicher ^
Stände, welche (1254), ausgehend von den Städten !
Mainz, Vingen, Oppenheim und Worms, angesichts !
der zahllosen Fehden des sog. Interregnums den ,
Schutz des Friedens bezweckte und diese Aufgabe!
zeitweise auch nachdrücklich erfüllte. Der Bund
breitete sich schnell vom Rbein bis zur Donau und
Nordsee hin aus, kraulte aber an dem Gegensatz der
in ihm vereinten Grafen, Herren, Erzbischöfe, Bi-
schöfe und Städte und zerfiel fast ebenso rasch, wie
er entstanden, als die doppelte Kaiserwahl von 1257 >
ihn spaltete. Die rhcin. Städte setzten, ebenso wie >
andere, die örtlichen Bünde fort, und dicse griffen >
unter König Wenzel noch einmal bedeutsamer in!
die Reichsgeschichte ein; aber nach ihrer Niederlage ^
dei Worms durch Pfalzgraf Ruprecht II. 1388 musz-
ten sie sich alsbald wieder auf den Schutz der lokalen
Interessen beschränken. - Vgl. Schaab, Geschichte
des großen R. S. (2 Bde., Mainz 1843-45); Weiz-
säcker, Der Rheinische Bund (Tüb. 1879); Bnsson,
Zur Geschichte des großen Landfriedensbundes deut-
scher Städte (Innsbr. 1874).
Rheinischer Trauben-Brust Honig, s. Ge
Heimmittel.
Rheinisches Schiefergebirge, Gesamtname
des niedrigen Massengebirgcs von 500 m ^tittel-
höhe, zu beiden Seiten des Rheins, unterhalb
Mainz. Den Ostflügel durchschneidet die Ladn, den
Westflügel die Mosel; Teile sind Hunsrück, Arden-
nen, Eisel, dort Taunus, Westerwald mit Sieben-
gebirge, Sauerland, Haarstrang. !
Rheinisch-Westfälische Baugewerks-Be-
rufsgenossenfchaft, s. Vaugewerts-Verufsgenos-
senschaften.
Rheinisch-Westfälische Hüttenfchule zu
Bochum, s. Metallindustrieschulen. ^
Rheinisch-Westfälische Hütten- und Walz
werks-Berufsgenoffenschaftfürdieprcusi. Pro-
vinzen ^Rheinland und Westfalen mit Ausschluß des
Beg.-Vez. Trier und des Kreises Wetzlar, außerdem
für'Birkenfcld. Sitz ist Düsseldorf, Sitz der 9 Sek- ,
tionen: Essen, Oberhausen (Rheinprovillz), Düssel-
dorf, Koblenz, Aachen, Dortmund, Bochum, Hagen
i. Wests., Siegen. Ende 1893 bestanden 249 Betriebe
mit 89 606 versicherten Personen, deren anzurech-
nende Jahreslöhne 95 361486 M. (1064 M. auf den
Kopf) betrugen. Die Jahreseinnahmcn belicfcn sich
auf 1 515 370 M., die Ausgaben auf 1 43? 263 M., !
der Reservefonds (Ende 1893) auf 3 943199 M. !
Entschädigt wurden (1893) 882 Unfälle (10 auf
1000 versicherte Personen), darunter 84 Unfälle
mit tödlichem Ausgang und 27 mit völliger Erwerbs-
unfähigkeit. Die Entschädigungssumme betrug, ein-
schließlich der aus frühern Jahren zu zahlenden
Renten, 965 092 M. (S. Verufsgenosjenschast.)
Rheinisch-Westfälische Maschinenbau und
Kleineisenindustrie Berufsgenossenschaft sür
die preuß. Provinzen Rheinland und Westfalen mit
Ausschluß des Reg.-Bez. Trier und des Kreises
Wetzlar, außerdem für Virkenfeld. ^itz ist Dussel- ^
dorf, Sitz der 6 Sektionen: Tortmund, Hagen i. ^
Wests., Altena, Düsseldorf, Remsckeid, Köln a. Rh.
Ende 1893 bestanden 5669 Betriebe mit 95 372
versicherten Personen, deren anzurechnende Iabres-
löhne 87 906 542 M. (921,72 M. auf den Kopf) be-
trugen. Die Jahreseinnahmen beliefen sich aus
1032 758 M., die Ausgaben auf 937 678 M., der
Reservefonds (Ende 1893) auf 2102442 M. Ent-
schädigt wurden (1893) 695 Unfälle (7,3 auf 1000
versicherte Personen), darunter 41 Unfälle mit töd-
lichem Ausgang und 12 mit völliger Erwerbsun-
fähigkeit. Die Entschädigungssumme betrug, ein-
fckließlich der aus frühern Jahren zu zahlenden
Renten, 589 493 M. (S. Verufsgenossenschaft.)
Rheinisch - Westfälisches Kohlenbecken,
Nuhrbecken, Ruhrkohlengebiet, Nubrkoh-
lenrevier, reicht etwa von Dortmund ab west-
lick bis nahezu Oberhausen, Duisburg, Ruhrort,
also bis fast zum Rhein, durchzieht nach Süden die
Bezirke von Steele, Bochum, Essen, Witten und
darüber hinaus, während die Ausdehnung nach
Osten und Norden noch nicht ganz bekannt !st und
umfaßt etwa 4500 (ikni. (.hierzu die Karte: Rhei-
nisch-Westfälisches Kohlen- und Industrie-
gebiet.) Als sicher kohlcnführend gelten gegen
3700 hkm mit einem geschätzten Kohlenreichtum von
etwa 60000 Mill. t. Hiervon liegen etwa 40 Proz.
in einer Tiefe bis zu 200-250 m, sind also ohne
erhebliche Schwierigkeiten zu gewinnen. In 100 Ge-
wichtstcilen Kohle sinden sich 79-86 Proz. Koblen-
stofs, 4,5-5,i Proz. Wasserstoff, 6,2-12,i Proz.
Sauerstoff und als Asche 1,6-5,5 Proz. minerali-
sche Bestandteile. Die nutzbare Verdampfungskraft
sür 0,51^3 der rohen Kohle schwankt zwischen 6,9-
7,9, die Koksgewinnung erreicht 73-88,5 Pro>, der
Betrag der beim Verkoken entweichenden Gase 10,9
-21,4 Proz. Die Beschaffenheit der Kohle ist daher,
wenn auch bei so großer Ausdehnung des Kohlen-
gcbictes sehr verschieden, meist recht gut, aus man-
chen Zechen sogar vorzüglich, und in Bezug auf tzeiz-
kraft, Aschcnrückstände, Verkokung, Gasgewinnung,
geringe Rauchentwicklung stehen die Kohlensorten
der R. K. den besten der Erde, namentlich auch den
englischen mindestens gleich. Dies ist durch Unter-
suchungen der deutschen Marine nachgewiesen wor-
den, die sich deshalb in den heimatlichen Häfen nur
noch mit deutscher Kohle versorgt.
Die Förderung betrug:
Jahr
Tonnen
Jahr
Tonnen
1737
20 724
1873
16 219 432
1800
177 082
1880
22 364 311
1840 ,
993 108
1890
35 517 083
1850
1 694 208
1891
37 478 579
1860
4 366 000
1892
36 853 502
1870
12 219 432
1893
38 613 146
Im I. 1894 wird die Förderung 40 Mill t über-
schritten haben. Der Wert der 1893 geförderten
Kohlen wird zu 247,6 Mill. M. angegeben. Die
Zahl der beschäftigten Bergleute stellte sich (1893)
auf 146816, deren Durchschnittslohn auf 1180 M.
per Jahr und Kopf; die Zahl der Werke (Zechen)
betrug 167. Daruuter sind die bedeutendsten: Gel-
senkirchener Bergwerks-Aktiengesellschaft, Essener
VergwerksvereinKönig Wilhelm, DortmunderBerg-
werksverein Hibernia in Herne, Kölner Bergwerks-
verein, Consolidation Schalke, Pluto in Essen, (5on-
cordia in Obcrhausen u. a. Außerdem besitzen nahezu
alle großen Eisenwerke in Rheinland-Westfalen