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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Ricke - Riechbein
welches bei 0" erstarrt. Die Krystalle schmelzen bei
16". Beim Erhitzen zerfällt sie in Önanthol, (^H^O,
undUndecylensäure,^iH2c)02. DiebeiderVeband- z
lnng von Ricinusöl mit Schwefelsäure entstehende z
Ricinolschwefelsäure, ^"H^.o.^^H, ist der
Hauptbestandteil des Türkischrotöls.
Ricke, das weibliche ausgewachsene Reh.
Nickert, Heinrich, Politiker, geb. 1833 zu Putzig !
bei Danzig, besuchte 1852-56 die Universitäten Bres-
lau und Berlin, übernahm 1858 die Redaktion der
"Danziger Zeitung", deren Miteigentümer er wurde, !
trat in die Kommunalverwaltung Danzigs ein und >
wurde unbcsoldeter Stadtrat, als welcher er die!
Armenverwaltung leitete. 1870 wurde er von Dan-
zig in das Abgeordnetenhaus, 1874 in den Reichs-
tag gewählt und gehört seitdem beiden Körperschaf-
ten ununterbrochen an. Als Mitglied der national-
liberalen Partei, deren Geschäftsführer im Central-
tomitee er mehrere Jahre war, wirkte N. im preuß.
Abgeordnetenhause bei der Schaffung der Sclbst-
verwaltungs- und Steuergesetze mit. Das Gesetz
über die Aufhebung der Schlacht- und Mahlsteuer
wurde von ihm und dem konservativen Abgeord-
neten Elsner von Gronow eingebracht; er nahm an
den Budgetberatungen regelmäßigen Anteil, auch im
Reichstage, wo er mehrere Jahre Referent für den
Marinectat war. Die seit 1879 eingetretene neue
Wirtschafts- und Steuerpolitik bekämpfte R. auf das
entschiedenste; er gehörte 1880 zu den Eecessionisten
der nationalliberalen Partei, die die "Liberale Ver-
einigung" bildeten, und schloß sich mit ihnen 1884 der
Deutsch-Freisinnigen Partei an. Bei der Spaltung
derselben 1893 trat er der Freisinnigen Vereinigung
bei. Bei der Einführung der neuen Provinzial-
ordnung wurde N. 1876 in Königsberg i. Pr. zum
Landesdirektor der Provinz Preußen gewäblt, legte
jedoch 1878 bei der Teilung der Provinz dicfes Amt
nieder. Seit 1883 ist er Vorsitzender der "Gesell-
schaft zur Verbreitung von Voltsbildung".
Rickmers, Peter Andreas, deutscher Reeder,
geb. 8. Aug. 1838 zu Vremerhaven, machte in seiner
Jugend größere Reisen, darunter eine Reise um die
Erde 1868-69 und war 1876-79 Landtagsabge-
ordneter für den Untcrweser-Wahlkreis. Nach dem
Tode ihres Vaters wurden R. und sein Bruder in
Bremen die alleinigen Inhaber und Chefs der Firma
Rickmers, Reismühlen-, Reederei- und Sckiffbau-
Aktiengefellfchaft. Der Betrieb der Firma umfaßt
Reederei (namentlich von Segelschiffen) und eine
Schiffbauwerft in Vremerhaven-Gecstcmünde, Reis-
mühlcn von großer Ausdehnung in Bremen und
die frühere Reisstärkefabrik, jetzt "Union", Ol- und
Futtermittel-Fabrik in Hannövcrisch-Münden. Die
fast ausschließlich für den Neistransport aus Indien
bestimmte Flotte umfaßt 3 Dampfer und 13 Segler
von zusammen 53050 t Ladefähigkeit; für den
Transport des Reises auf der Weser sind 2 Etahl-
schlcppdampfer und 9 Leichterschiffe bestimmt. 1891
verarbeitete die Firma 1357158 Ballen oder etwa
130000 t (5 1016 kF) Reis. R. ist Teilhaber der
Norddeutschen Reismühle zu Hamburg und seit 1894
auch Inhaber der Firma A. Markwaldt & Co. in
Bangkok (Siam). Zahlreiche Unternehmungen zum
Besten der Arbeiter hat er ins Leben gerufen.
Ricochettieren, s. Nikoschettieren.
Itioos koindros, span. Adel, s. Granden.
Ricotta (ital.), s. Molkensaucr und Zieger.
Ricotti-Magnani (spr. manjä-), Cciare Fran-
cesco, ital. Kriegsminister, geb. 3. Juni 1822 zu
Vorgo Lavezzaro (Provinz Novara), wurde in der
königl. Militärakademie zu Turin erzogen, diente in
den Kriegen von 1848,1855, 1859, 1866 mit Aus-
zeichnung als Artillerieoffizier und im General-
stab, zuletzt als Generallieutenant, und übernahm,
seit 1870 Mitglied der Kammer, unter Lanza das
Kriegsministerium, das er auch unter Minghetti
behielt (Sept. 1870 bis März 1876) und an dessen
Spitze er wieder unter Dcpretis trat (Okt. 1884 bis
Febr. 1887), worauf ihn Vertole-Viale ersetzte.
Riotns lupiuiis (lat.), der Wolfsrachen, s. Gau-
menspalte. ^Litteratur.
Riddarvisa, altschwed. Gedichte, s. Schwedische
Rideau (frz., spr. -doh), Vorhang; schützende
Hecke; deckende Erderhöhung.
Niüenäo (eigentlich I5iä6iit6in) äioörs voruin.
(lat.), "lachend (d. h. ohne Bitterkeit) die Wahrheit
sagen", Citat aus Horaz' "Satiren" (1,1,24).
Nidersteuerung, eine Abart des Meyerschen Ex-
pansionsschiebers (s.Dampfmaschine, Bd. 4, S.740a).
Ridicule (frz., fpr. -kühl), lächerlich; auch Strick-
beutel (für i-Lticnik).
Ridinger, Joh. Elias, Tierzeichner, geb. 16. Febr.
> 1695 in Ulm, lernte hauptsächlich unter Rugendas
! in Augsburg und wurde 1759 Direktor der dortigen
Kunstschule. Er starb 10. April 1767. R. hat auch
! gemalt, doch sind seine Bilder äußerst selten. In der
^ Hauptsache schuf er Zeichnungen, nach denen andere
stackcn, dann Kupferstiche, Radierungen und Schab-
kunstblätter. Er zeichnete alles mögliche, ganz be-
sonders aber Tiere: von Haustieren namentlich
Hunde und Pferde, von wilden Tieren aber alle ihm
bekannten Gattungen. Von seinen Folgen sind her-
vorzubcben: " Fürsten-Iagdlust" (36 Blatt), "Ent-
wurf einiger Tiere nach ibren Arten, Aktionen und
Leidenschaften" (126 Blatt), "Neue Reitkunst"
(22 Blatt), "Neue 'Reitschule" (8 Blatt), "Betrach-
tungen der wilden Tiere" (mit Versen von Vrockes,
40 Blatt), "Fabeln aus dem Reiche der Tiere"
(16 Blatt), die von Hunden gehetzten jagdbaren Tiere
l28 Blatt) und das "Paradies" (12 Blatt). Alte
Abdrücke sind selten und zum Teil hoch im Preise;
eine neue Ausgabe erschien 1817 (unvollständig).
Sammler Ridingerscher Blätter ist der Herzog von
Cumberland. - Vgl. Thienemann, Leben und Wir-
ken R.s (mit drei Nachträgen, Lpz. 1856-76).
Niebecklt, ein schwarzes, bläulich durchscheinen-
des, zur Gruppe der Amphibols gehöriges Mineral,
welckes in meist nur mikroskopisch kleinen Prismen
als Gesteinsgemcngteil in einzelnen Graniten und
Trachvten gefunden wird. Der R. ist nach seiner
chem. Beschaffenheit ein thonerdefreies Natron-Eifen-
orydsilikat. Ein gewissermaßen fafcriger R. ist der
! Krokvdolith (f. 0.).
i Niechbein, Siebbein oder Ethmoidal-
! knochen (0ä ktQinoiäeuin 8. cridroZuiu), ein un-
! paariger, eigentümlich gestalteter, zwischen Schüdel-
! höhle, Nasenhöble und den beiden Augenhöhlen ge-
l legener Schädelknochen, der in naher Beziehung zu
! dem Geruchsorgan steht. Man unterscheidet an ihm
die nach der Schädelhöhle zu sehende siebartig durch-
löcherte Siebplatte (I^mina. cridi-oLg.), durch
deren feine Öffnungen die Geruchsnerven aus der
Schädelböhle zur Nafenfchleimhaut treten, diefent-
rechte Platte, die den obern Teil der knöchernen
Nasenscheidewand bildet, und die beiden aus dünn-
wandigen Knochenzellen bestehenden Seitenteile
! oder Labyrinthe, die in ihren Hohlräumen von
! der Nasenschleimhaut ausgekleidet werden und die