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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Riedenburg - Rieger (Franz Ladislaus, Freiherr, von)
dienste um die Pflege alter und neuer Kirchenmusik !
erwarb und seit 1888 von Hermann Krctzschmar!
(s. d.) geleitet wird. N. hat sich auch als Herausgeber ,
von Werken Eccards, Schütz' n. a. verdient gemacht.
Er starb 3. Juni 1888 in Leipzig.
Riedenburg, Marktstecken im Bezirksamt Beiln- l
gries des bayr. Reg.-Vez. Oberpfalz, rechts an der z Al
Ältmühl, Sitz eines Amtsgerichts (Landgericht Re- ! tis
gensburg), Rcnt- und Forstamtcs, bat (1890) 1543 "
meist kath. E., Posterpedition, Telegraph, Vcrg-
schloß, Burgruinen Tachenstein und Nabenstein,
Kloster der Klarissinncn mit Pensionat und Leb-
rerinncnbildungsanstalt, Wasserleitung, Distrikts'
krankenhaus, Sparkasse; Holzpappenfabrik und
Schiffahrt. Bei R. befindet sich eine große Stalak-
titcnhdhle, das Schüler Loch.
Riedgras oder Riet gras, die Arten der Gat-
tung lüarox (s. d.), im weitcrn Sinne alle Cypcra-
ccen (s. d.).
Riedlingen. 1) Oberamt im württcmb. Donau- !
kreis, hat 429,14 c^m und (1890) 26 901 (12 669 !
männl., 14232 weibl.) E., 2 Städte und 51 Land- <
gemeinden. - 2) Oberamtsstadt im ^bcramt N., ^
links an der Donau, an der Linie Ulm-Immen- !
dingen der Württcmb. Staatsbabnen, Sitz des ^
Oberamtes und eines Amtsgerichts (Landgericht '
Ravcnsberg), hat (1890) 2288 nicist kath. (5., Post,
Telegraph, Reallatcinschule; Fabrikation von Woll- ,
waren und Eifcngarn. 6 Icin östlich von R. erhebt !
sich der Bussen (s.d.).
Riedlinger Ried, s. Donauricd.
Niedmüller, Franz Tavcr von, Landschafts-
maler, geb. 22. Jan. 1829 in Konstanz, begann '
seine Künstlerlaufbahn 1856 in Karlsruhe unter,
Schirmer und ließ sich später in Stuttgart nieder. ^
Die Motive seiner Bilder entnahm er meist den
Bayrischen Alpen und dem Echwarzwald. Von i
seinen Ölbildern gelangte die Partie bei Straft- !
bürg (1875) in die Galerie zu Stuttgart. Außer-
dem machte er sich durch stimmungsvolle Kohle-
zeichnungen bekannt, von denen die meisten nach
England gingen. Zwölf Kohlezeichnungen von der ^
Insel Mainau befinden sich im Besitz der Großhcr- !
zogin von Baden, zwei andere in der Galerie zu ^
Karlsrube. R. ist grohherzoglich bad. Hofmaler I
und in Stuttgart tbätig. ^
Riefstahl, Will)., Maler, geb. 15. Aug. 1827
zu Neustrelitz in Mecklenburg, besuchte 1842-46 i
als Schüler W. Schirmers die Berliner Akademie.
Nachdem er 1848 an den architektonischen Holz- ^
schnitten zu Kuglcrs Kunstgeschichte gezeichnet hatte, '
malte er seit 1850 eine Reihe Landschaften, welche !
meist Motive aus Rügen und Westfalen bchandcl- ^
ten. Sein Begräbnis am Säntis zeigt ihn auf dem
Nbergangspunkte zwischen Landschaft und Genre- '
malcrei. Vorzüglich ist es das Passeicr Tbal, dem
cr seitdem gern seine Motive zur Landschaft wie "
zum Genre entlehnte. So entstand: Prozession im
Passeier Thal, Begräbnis in einer Tiroler Dorf-
gasse, Feldandacht Passeier Hirten (1864; Natio-
nalgalcrie in Berlin), Hochzeitszug in Tirol, Vor
der Taufe (aus dem Appenzell), Prozession von
Tiroler Kapuzinern im Chor ihrer Kirche, Aller-
seelcntag im Vregenzerwalo (1869; Berliner Na-
tionalgalcric). Das 1.1870 brachte er in Rom zu,
wo das bedeutendste Gemälde R.s entstand: Das
Pantheon des Agrippa mit einem Leichenzugc
(1871; Dresdener Galerie), welchem 1877 das Fo-
rum Romanum nachfolgte. Von hier aus nahm R.
einen Ruf nach Karlsruhe als Professor an der dor-
tigen Kunstschule an, deren Direktion er seit 1876
leitete. In neuerer Zeit entstanden die Gemälde:
Traucrversammlung im Appcnzellcr Hochgebirge
(1876; Galerie in Karlsruhe), Begräbnis im Hoch-
gebirge (Wiesbadener Galerie), Die Segnung der
Alpen (1881), Die Glaubcnsboten in den Rhä-
tischcn Alpen (1884), Kinocrbcgräbnis im Passeicr,
Krcuzgang in Vriren (1885; Kunsthalle in Ham-
burg). 1878 legte R. seine Stellung nieder und lieh
sich nach mehrjährigem ital. Aufenthalt, während
welcher Das Anatomische Theater in Bologna (1880;
Museum in Leipzig; ein ähnliches Bild, aber mit
weniger Figuren in der Galerie zu Dresden) ent-
stand, in Viünchcn nieder, wo cr sein letztes Bild,
Die Fcucrweihc, malte und 11. Okt. 1888 starb.
Riege, eine unter einem Vorturner stehende Ab-
teilung Turnender.
Riegel, Hcrman, Kunsthistoriker, geb. 27. Febr.
1834 zu Potsdam, studierte in Berlin, wurde 1868
Vorsteher des Städtischen Museums und Privat-
docent an der Universität zu Leipzig, 1871 Direktor
des herzogt. Museums zu Vraunschwcig und ord.
Professor an der Technischen Hochschule daselbst.
Auch war er Stifter des Allgemeinen Deutschen
Sprachvereins, dessen Vorsitzender er 1885-93 war.
Er sckricb: "Cornelius, der Meister der deut-
schen Malerei" (Hannov. 1866), "Deutsche Kunst-
studicn" (ebd. 1868), "Ital. Blätter" (ebd. 1871),
"Grundriß der bildenden Künste" (3. Aufl., ebd.
1876), "Geschichte des Wiederauflebens der deutschen
Kunst zu Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrh."
(ebd. 1875), "Kunstgcschichtliche Vorträge und Auf-
sätze" (Braunschw. 1877), "Beiträge zur niedcrländ.
Kunstgcsckichtc" (2 Bde., Verl. 1882), "Geschichte der
Wandmalerei in Belgien" (ebd. 1882), "Unter dem
Striche. Bunte Bilder aus beiden Welten" (ebd.
1890), "Ein Hauptstück von unserer Muttersprache"
(2. Aufl., Vraunschw. 1888), "Der Allgemeine
Deutsche Sprachverein" (Hcilbr. 1885). Auch ver-
anstaltete er eine Ausgabe von Carstens' Werken
(3 Bde., Lpz. 1869-84), von Fcrnows Schrift "Leben
und Werke llarstens'" (Hannov. 1867), sowie der
vorzüglichsten Gemälde des herzogl. Museums zu
Braunscbwcig (100 Blatt in photogr. Kupferdruck,
Berlin ^18841) und leitete 1886-93 die "Zeitschrift
des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins".
Riegelwand, s. Fachwerk.
Riegen, Getreidedarren, von Ziegeln er-
baute Häuser, in welchen Darrkammern durch die
einem großen Ofen entströmende heiße Luft erwärmt
werden; sie dienen zum Trocknen des Getreides und
sind nur im Norden Europas üblich, wo der rasch
verlaufende Sommer eine künstliche Trocknung der
Getreidekorner für längere Aufbewahrung oder weite
Versendung notwendig macht. Das Getreide wird
in den R. so stark erhitzt, daß es zur Mchlbereitung
tauglich bleibt, aber seine Keimfähigkeit verliert.
Rieger, Franz Ladislaus, Freiherr von, öfterr.
Politiker, geb. 10. Dez. 1818 zu Semil im böhm.
Kreise Iicin, studierte die Rechte in Prag und wurde
beim Kriminalgericht daselbst beschäftigt. Er verließ
den Staatsdienst, weil er in einen polit. Prozeß
verwickelt wurde, und widmete sich der Publizistik.
1848 ward er in sieben Bezirken als Abgeordneter
zum österr. Reichstag gewählt, wo er als Haupt-
redner der slaw. Partei großen Eindruck ausübte.
Infolge der Nestaurationspolitik des Ministeriums
^chwarzcnbcrg ging cr in der letzten Sitzungs-