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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Rillenschienen - Rinde
Nillenfchienen, Eisenbahnschienen mit Halb-
kreis' oder trapezförmigen Vertiefungen sür den
Spurkranz der Räder, um das Einklemmen der
Pferdehufe beim Überschreiten der Gleise zu ver-
meiden. Sie finden häusig sür Straßenbahnen Ver-
wendung. Demselben Zweck dienen bei Wegeüber-
gängen die Leit- oder Streich schienen (s. Eisen-
badnbau, Bd. 5, S. 838 d).
Rilodagh, Rila, auch Nvl, im Altertum
Skombros, Gebirgsmassiv aus Gneis und Granit
im südwestl. Bulgarien, südlich des Beckens von Sa-
makov, ist reich mit Nadelholz bewaldet, steigt bis zu
2673 m auf und entsendet nach N. den Ister, nach
W. Zuflüsse des Struma (Strymon). Im Innern
das vulgär. Kloster des heil. Johannes von Nila.
Niiua. (ital., Mehrzahl I5,im6), Reim, Vers.
Rima. ^lottläis, die Stimmritze (s. Kehlkopf,
Bd. 10, S. 276 d).
Nima-Szombat (spr. ßom-), deutsch Groß-
Steffelsdorf, Stadt nüt geordnetem Magistrat
und Hauptort des ungar. Komitats Gömör, an der
zum Sajö gehenden Nima und der Linie Feled-Tbeiß-
holz der Ungar. Staatsbabnen, hat (1890) 5562
meist evang. magyar. E., darunter 2251 Katholiken,
in Garnison das 17. Divisionsartillerieregiment
(außer der 4. Batterie), evang. Obergymnasium,
Lehrerinnenpraparandie; Gerberei und Handel mit
Leinwand undHäuten, sowie Getreide- und Wein-
bau. In der Nähe ein Staatsgestüt.
Nimeffe (ital., fälschlich Remesse), anck An-
schaffung (frz. remis?; engl. i-LiniNanck), in der
Handelvsprache die Übersendung von Geld oder
Wechseln; namentlich aber werden die Wechsel selbst
als R. bezeichnet, welche man an Zahlungsstatt
oder zum Verlaufe an andere schickt. Daher beißt
remittieren soviel wie Wechsel übersenden, über
R. für fremde Rechnung, fog. Kommissions-
rimessen, s. Kommissionstratte. (E. auch Remit-
tent.) Im Französischen heißt i-6iui36 auch die Ver-
gütung an den Remisier (s. d.).
Rimim, das alteAriminum (s. d.), Hauptstadt
des Kreises N. (87 455 E.) der ital. Provinz Forü,
zwischen den Mündungen der Marecchia (lat. ^ri-
miuuä) und der Ausa (^i)r^8Ä) in das Adriatische
Meer und an den Linien Bologna-Ancona und
NavennaM. (50 wu) des Adriatischen Netzes, ist
seit dem 4. Jahrh. Bischofssitz, hat (1881) 10 838,
als Gemeinde 37 078 E., in Garnison das 16. In-
fanterieregiment, einen Dom San Francesco (Tem-
pio dei Malatesta), ursprünglich got.Van, 1447-55
durch Ghismondo Vtalatesta nach den Entwürfen
des Leo Battista Alberti im Frübrenaissancestil um-
gebaut, aber nicht vollendet; San Giuliano in der
Vorstadt; den Palazzo del Comune mit Gemälde-
sammlung und Altertümern, davor das Vronze-
stcmddvw des Papstes Paul V.; auf dem Iulius-
Cäsar-Platz einen Denkstein (aus dem 15. Jahrh.)
des Überganges über den Nubicon; cine 1617 von
Gambalunga gegründete Bibliothek (33 000 Bände,
300 Inkunabeln und 4800 Manuskripte), bedeu-
tende röm. Altertümer (^oi-tii I^oman^ oder Arco
d'Augusto, ein 14m hoher Triumphbogen zu Ehren
des Augustus für die von Rom bis hierbcr gebaute
Via^ianiiiiia; eine die letztere mit der Vi^ ^einili^
verbindende, 72 m lange, gnt erbaltene Marmor-
brücke mit fünf Bogen über die Marecchia nach der
Vorstadt San Giuliano), ein Gefängnis im ehe-
maligen Schloß der Malatesta, den Palazzo Nuffo,
in dem die von Dante besungene Francesca da Ri-
! mini (s. d.) getötet wurde, ein Tbeater, Gymnasium,
, Hafen mit Leuchtturm und ein Seebad mit Prome-
' naden. Die Bewohner treiben Fischfang und Sei-
^ denweberei und gewinnen Schwefel. - R. war seit
' 269 v. Chr. röm. Kolonie und starke Festung, unter
. dem Erarckat die nördlichste der fünf Seehafen- und
Freistädte ^entapoliä maritima), 359 Ort des Kon-
zils , das den Arianismus verdammte. Die Mala-
! testa (s. d.) wurden 1239 in R. Podestä und setzten
^ sich 1295 in den unbestrittenen Besitz der Stadt, die
sie zuerst 1500 an Cefare Borgia verloren und 1503
an Venedig abtreten muhten. Letzteres wurde 1528
gezwungen, N. an den Kirchenstaat zurückzugeben,
bei dem es bis 1797 und 1815 - 60 verblieb. Es
^ gehörte 1797 zur Cisalpinischen Republik und dann
l bis 1814 zum Devart. Rubicone des Königreichs
i Italien und kam 1860 mit der Nomagna zum neuen
Königreich Italien. - Vgl.Tonini,3wri3.1lilliiii686
^ (2 Bde., Nimini 1860).
Rimini, Francesca da, s. Francesca da Rimini.
Rimnicu-sarat, Hauptort des rumän. Kreises
R. (3340 cikm, 115014 E.), am Rande der Walachi-
schen Tiefebene, am Rimnik und an der Bahn Ro-
man-Bukarest, hat (1890) 10533 E.
Nimnicu-Valcii, Hauptstadt des rumän. Krei-
ses Valcea oder Valtscha (4230 ykm, 166 683 E.),
^ an der Aluta, Endpunkt der Eifenbahn Corabia-R.,
in der Hügelzone am (^üdfufte der Transsylvanifchen
Alpen, ^itz eines griech. Bischofs, hat 12 Kirchen
und 4488 E. Unweit R. ein Salzbergwerk (Okna),
das Schwefelbad Calimanefci, die alten Klöster
Vistrita, Kozia, Horezu und der durch seinen Nein-
bau berübmtc Ort Dragasani.
Rimpau, Theodor Hermann, Landwirt, geb.
12. Jan. 1822 zu Braunschweig, machte nach Er-
lernung der praktischen Landwirtschaft Reisen in
Holland, Belgien, England und Schottland, studierte
auf der landwirtschaftlichen Akademie Hohenheim,
kaufte 1847 das Rittergut Cunrau im Kreis Ealz-
wedel im Drömling, mit geringem Boden und viel
Moorländereien. Durch die von ihm erfundene
^ Moordammkultur (f. Moorkultur) gelang es ihm,
die Wirtschaft sehr bedeutend zu heben. R. starb
5. Aug. 1888. Er schrieb: "Vorschläge zur Kultur
des Moorbodens" (Berl. 1867), "Die Bewirtschaf-
tung des Ritterguts Cunrau" (ebd. 1887). - Vgl.
die Biographie von W. Rimpau-Schlanstedt in den
"Mitteilungen des Vereins zur Förderung der Moor-
kultur im Teutschen Reich" (1889).
Nin, Ring, japan. Gewicht, s. Monmeh.
Rinaldo Ninaldini, berühmter Räuberroman,
s. Vulpius, Christian August.
Nind, s. Rinder und Rindviehzucht.
Ninde, gewöhnlich die peripherisch liegenden
Gewebeschichten der Holzgewächse, in der Botanik
alle Gewebe, die bei den in die Dicke wachsenden
Stämmen und Wurzeln außerhalb des Cambium-
ringes (s. Cambium) liegen. Die R. lätzt sich in
vielen Fällen leicht abschälen, da die Cambiura-
zellen, die sie vom Holzkörper abgrenzen, zarte
Wandungen haben und deshalb leicht zerreißen.
Ihrem anatom. Bau nach kann die R. aus den ver-
schiedenartigsten Gewebeelementen bestehen; nach
außen ist sie stets von dem Hautgewebe, Epidermis
oder Peridcrm, umgeben; auf dieses folgen mehrere
Lagen parenchymatischer Zellen, das sog. Rinden-
parenchvm oder die primäre R., die häufig Stränge
von Bastzellcn oder andere zur Festigung dienende
, Elemente enthalten. Weiter nach innen liegt das