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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Ring (Gewicht) - Ringelspinner

bilde an den Stielen vieler Pilze aus der Gruppe der Hymenomyceten, wie z. B. beim Champignon, Hallimasch, Parasolschwamm, Pantherschwamm, Fliegenpilz, Knollenblätterschwamm u. a. (s. Tafel: Pilze I: Eßbare Pilze, Fig. 1, 2, 3; Taf. II: Giftige Pilze, Fig. 1, 2, 3).

Ring, japan. Gewicht, s. Monmeh.

Ring, in der Volkswirtschaft, s. Kartell.

Ring, Max, Romanschriftsteller, geb. 4. Aug. 1817 in Zauditz (Regierungsbezirk Oppeln), studierte in Breslau und Berlin Medizin, ließ sich 1841 als praktischer Arzt in Gleiwitz nieder, widmete sich aber bald der schriftstellerischen Thätigkeit, lebte kurze Zeit in Breslau und siedelte 1850 nach Berlin über. Von seinen Romanen seien genannt: "Berlin und Breslau" (2 Bde., Bresl. 1849), ein Zeitbild aus der Märzrevolution, "Der Große Kurfürst und der Schöppenmeister" (Berl. 1851), "Verirrt und erlöst" (2 Bde., Gotha 1855), "John Milton und seine Zeit" (Frankf. 1857), "Rosenkreuzer und Illuminaten" (4 Bde., Berl. 1861), "Götter und Götzen" (1870), "Der große Krach" (Jena 1875), "Das Haus Hillel" (3 Bde., Berl. 1878), "Berliner Kinder" (3 Bde., ebd. 1883), "Streber und Kämpfer" (2 Bde., Jena 1888). Außerdem veröffentlichte R. die illustrierten Werke: "Die deutsche Kaiserstadt Berlin" (2 Bde., Lpz. 1882-84) und "Das Buch der Hohenzollern" (ebd. 1888).

Ringamsel, s. Amsel und Drossel.

Ringanker, die neben dem von Hefner-Alteneckschen Trommelanker heute meist gebräuchliche Form des Ankers der Dynamomaschinen (s. d.). Zuerst angewendet 1841 von Elias an seinem Elektromotor (s. Tafel: Dynamomaschinen I, Fig. 2), wurde derselbe 1860 von Pacinotti und 1870 von Gramme wieder erfunden, von den beiden letztern in Verbindung mit der heute meist gebräuchlichen Pacinotti-Steuerung (s. Kollektor).

Ringbahnen, s. Gürtelbahnen.

Ringblume, s. Anacyclus.

Ringdeiche, s. Deich (Bd. 4, S. 879 a).

Ringdrossel, s. Drossel.

Ringel, eine Art Flitter (s. d.).

Ringelblume, s. Calendula.

Ringelechsen (Annulata s. Amphisbaenidae), Doppelschleichen, eine Unterordnung der Echsen,

^[Abb.]

die in wenigen (etwa 50), Afrika (eine Art bis Südspanien) und Südamerika inkl. Westindien bewohnenden Arten vertreten sind, unterirdisch, und zwar mit Vorliebe in Ameisenhaufen, leben und ihre Beine bis auf rudimentäre Vorderfühe oder häufiger ganz verloren haben. Ihre Augen sind von Haut überdeckt, und der Körper ist schlangenförmig geworden; die R. können vor- und rückwärts gleich

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gut kriechen und sich in die Erde einwühlen. Die Haut hat keine Schuppen, gewinnt aber durch Ringfurchen, die durch Querfurchen verbunden sind, ein getäfeltes Ansehen. Die R. gelten bei den Brasilianern fälschlich für höchst giftige Tiere. Die einzige Familie der R. ist die der Doppelschleichen (Amphisbaenidae), deren bekanntester und zugleich größter Vertreter die 50 cm lange Ibijara Brasiliens (Amphisbaena alba L., s. beistehende Abbildung) ist; die einzige europ. Art, Blanus cinereus Vendelli, kommt in Spanien vor und wird nur 30 am lang.

Ringelgans, s. Gans.

Ringelgedicht, s. Rondeau.

Ringelkrebse, s. Krustentiere.

Ringeln, eine tierärztliche Operation beim Gebärmuttervorfall, darin bestehend, daß man die Scham mit Messing- oder Bleidrähten zunäht.

Ringelnatter, Kragennatter oder gemeine Natter, Schnake (Tropidonotus natrix Brix.), ist die häufigste unserer Nattern. Die R. erreicht bis 1 1/2 m Länge, ist auf dem Rücken aschgrau oder schieferblau, mit zwei Reihen schwärzlicher Flecken, oft auch grünlich, unten größtenteils schwarz gefärbt und am leichtesten kenntlich an dem gelben oder weißen, nach hinten schwarz begrenzten Halbmondfleck an den Seiten des Hinterkopfes, dem sog. Krönchen der Sage. Sie findet sich vom mittlern Schweden und Rußland an durch ganz Europa bis Nordafrika in der Ebene und im Gebirge bis 2000 m Höhe, vorwiegend in der Nähe des Wassers, das sie sehr liebt (daher Wassernatter) und vielfach als Jagdgebiet benutzt. Die Paarung erfolgt im Mai kurz nach dem Verlassen der Winterverstecke; die gegen 30 weichen, perlschnurartig verbundenen Eier werden gern in fauliges Laub oder feuchten Dünger abgelegt, wodurch sie die zur Entwicklung nötige Wärme erhalten. Die R. ist ein Tier, das vollkommen unschädlich ist und leicht zahm wird; doch ist ihr Geruch widerwärtig.

Ringelrose, s. Calendula.

Ringelschnitt, eine Operation am Obstbaum, namentlich beim Kernobst und Weinstock, bestehend in der Fortnahme eines schmalen (1 1/2-3 mm) Rindenstreifens eines Zweiges oder Triebes in Ringform. Der R. bewirkt, daß der von der Wurzel aufgenommene Saft durch die jüngsten Holzschichten wohl in den Zweig gelangen, der in den Blättern umgewandelte Saft aber zwischen Holz und Rinde nicht wieder austreten kann, um untere Baumteile und Wurzel zu ernähren; dadurch wird der abgeringelte Zweig zur Fruchtbarkeit veranlagt oder eine bestehende Frucht in ihrer Entwicklung befördert (Zauberring). Man macht den R. beim Wein unter der Traube nach dem Fruchtansatz mit einer eigens hierfür konstruierten Ringelzange (s. Tafel: Gartengeräte, Fig. 12); beim Kernobst ringelt man im ersten Frühjahr einige Zweige eines unfruchtbaren Baums nahe an ihrer Basis.

Ringelspieß, s. Fruchtholz.

Ringelspinner (Gastropacha neustria L., s. Tafel: Schädliche Forstinsekten II, Fig. 4c, Bd. 6, S. 999), ein gelb- bis rotbrauner Spinner von 35 bis 45 mm Flügelbreite, mit einer dunklern, hellgesäumten Querbinde über den Vorderflügeln. Das Weibchen befestigt im Juli seine zahlreichen (gegen