Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

885
Rio de la Plata - Rio Grande do Sul
Mehrere D ocks erleich tcrn den Schiffsverkebr, der
in langer Fahrt (1893) im Eingang 1397 Schiffe
mit 2 Mill. Registertons betrug. Darunter waren
650 eng!., 169 franz., 141 deutsche Schiffe. In
Küstenfahrt liefen 371 Segler und 712 Dampfer
mit zusammen 653 244 t ein. Zier überwiegt näckst
der einheimischen die deutsche Flagge mit 96 Fahr-
zeugen, (über die regelmäßig anlaufenden Dampf-
schiffahrtslinien s. Dampfschiffahrt, Vd. 4, S. 750,
und die Karte dort.) Als Ausfuhrhafen hat die
Stadt neuerdings Rückschritte gemacht; wichtigster
Artikel ist der Kaffee, von dem 1892: 3,38, 1893:
2,43 Mill. Säcke zu 60 k^ verschifft wurden. Etwa
zwei Drittel geht nach den Vereinigten Staaten von
Amerika. Ferner werden Kakao, Kautschuk, Zucker,
Zuckerbranntwein, Tabak (2,2 Mill. K^), Häute und
Holzkohlen ausgeführt. In der Einfuhr stehen
Baumwollwaren aus England obenan, dann folgen
Wollwaren, Wäsche, Papier, .Handschuhe, Galanterie-
waren, Thon-, Glaswaren, Mehl, Wein, Bier, Neis,
Butter, Fische, Dörrfleisch vom La Plata (51,8 Mill.
K3), holz und Steinkohlen u. a. Alle Handels-
staaten unterhalten Konsulate. Wata.
Rio de 1a Plata<GFluß in Südamerika, s. La
Rio del Norte, s?Mo Grande del Norte.
Rio de Säo Marcos (spr. ßäung), der Ober-
lauf des Paranahyba (s. d.).
Rio Doce, Fluß in Brasilien, s. Doce.
Rio Dulce, Fluh in der Argentinischen Re-
publik, entspringt als Rio Tala im S. der Provinz
Salta, berührt Tucuman und Santiago del Estero
und mündet, 590 km lang, in die Laguna de los Po-
rongos als Saladillo; letztern Namen nimmt er
an, weil er auf seinem untern Laufe durch die Salz-
wüste sein süßes Wasser mit Salz gesättigt hat.
Rio Grande, brasil. Fluß, s. Araguaya. -
R. G., Quellstuß des Colorado, soviel wie Grand-
River (s. d.). - R. G., Fluß in Portugiesisch-Guinca
(s. d.). - R. G. oder Para, Nebenfluß des Pa-
rana (s. d.). ^Sul 2.
Rio Grande, Hafenstadt, s. Rio Grande do
Rio Grande de Belmonte, s.Iequitinhonha.
Rio Grande del Norte, auch Rio Bravo
del Norte oder Rio del Norte, einer der größten
Flüsse Nordamerikas, entspringt im Staat Colo-
rado, in dem Gebirge, das die Wasserscheide zwi-
schen dem Atlantischen und dem Stillen Ocean und
den Übergang zwischen den mexik. Centralcordilleren
und dem Felsengebirge bildet, zwischen 37 und 38"
nördl. Br. Von'2000 bis 2500 in hoben Bergen ein-
geschlossen, besitzt sein Thal in Neumexiko ein sehr
starkes Gesälle und eine durchschnittliche Breite von
32 km. Bei Taos oberhalb Sta. M durchbrickt er
eine schauerliche Steilschlucht. Oberhalb El Paso
verläßt er Neumeriko, verändert seinen bisher süd-
lichen in einen südostl. Lauf, bildet von dort an bis
zu feiner Mündung die Grenze zwischen Texas und
den mexik. Staaten Chihuahua, Coahmla und Ta-
maulipas, und nachdem er links den Rio Pecos
oder Rio de Puercos, rechts den Rio San Pablo
oder de los Conchos, Salado, Alamo oder Sabinas
und den Rio Pesauerto aufgenommen, ergießt er
sich in einer wüsten Gegend unterhalb Matamoros
in mehrern Armen in den hier von Sandbarren be-
grenzten Golf von Mexiko. Die Länge beträgt
2500 km, das Stromgebiet nur 622 000 ykm, was
sich aus dem Mangel bedeutender Nebenflüsse er-
klärt. Im ganzen ist er zu seicht, als daß er für die
Schiffahrt Bedeutung erlangen könnte.
Rio Grande de Santiago, Tololotlan,
Fluß im mexik. Staate Ialisco, im obern Laufe
Lerma (s. d.) genannt, verläßt den See Chapala
mit einem Wasscrfall, nimmt rechts den Rio Verde
auf, durchbricht die Küstenkette in einer Reihe schö-
ner Kaskaden und mündet nach 816 km Lauf 30 km
nordwestlich von San Blas in den Großen Ocean.
Rio Grande do Norte, brasil. Küstenstaat
an der Nordostecke des Reichs, nördlich und östlich
vom Atlantischen Ocean, westlich von dem Staate
Ceara, südlich vom Staate Parahyba begrenzt,
zählt auf 57 485 ykm (1888) 308 852 E. Im O.
des Landes erhebt sich als Nandstufe des brasil.
Berglandes die Serra Vorborema, welche nach O.
nur unbedeutende Küstenflüsse entsendet, darunter
den R. G. d. N. Der Westen wird von den kur-
zen Ketten der nach Ceara hinüberreichenden Serra
do Apody und auf der Grenze von Parahyba von
der Serra Pajehu durchzogen, und in südnördl.
Richtung von dem nur sür Boote fahrbaren Rio
Apodv und dem aus Parahyba kommenden Rio
das Piranhas (Rio Assu) durchströmt. Bis auf die
sandige und wenig ertragsähige schmale Küsten-
ebene ist das Land hügelig und besteht aus Gneis,
Granit, Sandstein. Das Klima ist sehr heiß, aber
gesund. Die Küste ist durch Riffe und Sandbänke
fast unzugänglich. Hauptprodukte sind Baumwolle
und Zucker, besonders im Thale der Ccara-merim;
auf den Höhen im Innern gedeiht Kaffee gut. Auch
Rindvieb wird ausgeführt. Hauptort ist Natal
(s. d.). Als Hafen ist noch S. Luzia (Mossoro) am
Apody wichtig.
Rio Grande do Sul. 1) Südlichster Staat
Brasiliens, offiziell Sa 0 Pedro do R. G. d. S.,
grenzt im SW. an die Republik Uruguay, im SO.
an den Atlantischen Ocean, im N. an Santa Catha-
rina und Parana und ist im NW. durch den Uru-
guan von den argentin. Provinzen Missiones und
Corrientes getrennt, hat 236 553 t^km und (1890)
886 808 E., d. i. 4 auf 1 ykm. (S. die Nebenkarte
zur Karte Brasilien.) Das Land zerfällt in
zwei Zonen. Den Norden nimmt das Bergland
ein, den Süden das Flachland. Das aus archai-
scken Gesteinen, Sandsteinen und einer basaltischen
Decke bestehende Bergland, in welchem die Quell-
flüsse des Uruguay in dichtem Urwalde verlaufen
und die großen Campos von Vaccerio liegen, ist
nabe 800-1000 m hoch und fällt als Serra Geral
nack Osten und Süden ab. Auf der Höhe ein Tafel-
land mit feltsamen Verwitterungsformen, nimmt
das Bergland am Eüdabfall Gebirgscharakter an.
Höhere Gipfel und tiefe Pässe fehlen, es ist nur
der durch die Flüsse zerschnittene Rand des Tafel-
landes. Entlaug dem Rande des Tafellandes fließt
der Iacuhy in die große Lagoa dos Patos, gegen
Westen der Micuy Guossu zum Uruguay. Die
südl. Zone besteht fast nur aus wellenförmigem
Weideland, das den Charakter der Pampa trägt und
auf dem eine schwunghafte Pscrde- und Rindviehzucht
getrieben wird. Die Küste ist meist stach und sandig
und hat fast nur schlechte Ankerplätze. Eigentümlich
sind die großen Strandseen, besonders die Lagoa
dos Patos und die Lagoa Mirim. Hauptstuß des
äußersten Südens ist der Camaquam. Nabe Rio
Grande mündet der Goncalo. Die Erzeugnisse sind
in erster Reihe die der Viehzucht, Pferde und Maul-
tiere werden alljährlich zu vielen Tausenden zum
Verkaufe nach dem großen Markte von Sorocaba
in Süo Paulo getrieben. Außerdem werden Hun-