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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Rohde - Rohlfs
Vacksteinbau im Mittclalter (Karlsr. 1855); Liebold,
Der Ziegelrohbau (2. Aufl., Holzminden 1883);
Strack, Ziegelbauwcrke des Mittelalters und der
Renaissance in Italien (Berl. 1889).
Rohde, Erwin, Philolog, geb. 0. Okt. 1845 zu
Hamburg, studierte in Bonn, Leipzig und Kiel, be-
reiste 1869-70 Italien, habilitierte sich dann an
der Universität Kiel, wurde 1872 zum außerord.
Professor ernannt, 1876 ord. Professor in Jena,
1878 in Tübingen, Ostern 1886 in Leipzig, Herbst
desselben Jahres in .Heidelberg. Seine Hauptwerke
sind: "Der griech. Roman und seine Vorläufer" (Lpz.
1876), "Psyche. Scelenkult und Unsterblichkeits-
glaube der Griechen" (Frcib. i. Br. 1890-94).
Roheisen, s. Eisen (Bd. 5, S. 826k), Eisen-
erzeugung (Bd. 5, ^. 923d) und Eisengießerei.
Rohertrag, s. Ertrag und Ertragsanschlag.
Rohfafer, Nohfett, s. Futter (Bd. 8, S. 445 a).
Rohfrischen, s. Eisenerzeugung (Bd. 5, S. '
926 d). Md. 5, S.925a). !
Rohgang eines Hochofens, s. Eisenerzeugung ^
Rohgewinn, s. Gewinn. !
Rohglas, Kalcine, ein nach einem Vorschlage ^
von Lcuffgen erzieltes reineres und schliercnfreics ^
Glas, das man erhält, wenn man das Läutcrschmel-
zen und Verarbeiten des Glases in zwei verschiede- !
nen Schmelzgcfäften vornimmt. Das in einem ^
Schachte niedergeschmolzene Glas wird in Wasser ^
abgeschreckt und dann zur Verarbeitung wieder ein- !
geschmolzen oder als R. in den Handel gebracht' ^
man läßt es auch direkt aus dem Schacht in die !
Arbeitswanne fliehen. Weitcrc Verbreitung hat die !
Verarbeitung von N. noch nicht gefunden. !
Rohgummi, s. Gummiwarenfabrikation.
Rohttfch, slowen. RoZatsc, Marktflecken in der
österr. Bezirkshauptmannsckaft Pettau in Steier- !
mark, unweitder Grenze von Kroatien, in einem engen !
Thale der Sotla, am Fuße des kegelförmigen Donati
(883 m), Sitz eines Bezirksgerichts (152,"4 lilvm, ^
12 460 meist slowcn. E.), hat (1890) 745 E., Schloß, ^
Burgruinen, Korbflechtschule und Schleifstcinbrüche. ^
In der Nähe B a d R. oder Sauerbrunn - Nohitsch
(2145 E.), berühmter, dem Laude gehöriger Kurort, l
mit koblensüurehaltigcn Glaubersalz-Säuerlingen, ^
deren Wasser zum Trinken und Baden benutzt und
versandt (jährlich über 1 Mill. Flaschen) wird, großem
Kursaal, Badehüusern, Wandelbahn und einem
Denkmal des Grasen Attems, des Förderers des!
Bades (1891: 2290 Kurgäste). - Vgl. Fröblich, !
R. und sein Säuerling (4. Aufl., Graz 1873); Schü-
ler, Der Kurort Rohitsch-Sauerbrunn in Stcicrmark
(ebd. 1877); Hoisel, Der landschaftliche Kurort N.
(3. Aufl., Wien 1885).
^?oe/li., hinter lat. Pstanzcnnamen Abkürzung
sür Johann Christoph Rohling, geb. 1757 zu
Guntershausen, gest. 1813 als Psarrcr zu Meffcn-
heim.
Rohlfs, Gerhard, Afrikareifender, geb. 14. April
1831 in Vegesack, studierte Medizin und machte 1855
- 60 als Arzt in franz. Diensten die Fclozüge in
Algier mit. Er begab sich 1860 nach Marokko, blieb
längere Zeit in Wessan und Fes und durchreiste,
als Mohammedaner verkleidet, fast das ganze
Land; 1862 erforschte er als erster Europäer die
Oase Tafilet. Auf der Rückreise überfallen, wurde
er schwer verwundet, konnte aber Geryville er-
reichen. 1863 ging er von Tanger über den Großen
Atlas nach Tuat, welche Oase er als erster Euro-
päer durchreiste, über Nhadames und Tripolis
kehrte er nach Europa zurück und trat nach kurzem
Aufenthalt daselbst 1865 seine dritte Reise von Tri-
polis zum Tsadsee an. Er durchzog Vornu, Man-
dara und Sokoto, erreichte den Binue bei Loko, fuhr
den Strom abwärts bis Lokodscha und den Niger
aufwärts bis Rabba und ging durch Ioruba nach
, Lagos an der Guincaküste. 1867 nahm er an der
! abessin. Expedition der Engländer teil, 1868 fchickte
> er von Tripolis aus die Gcfchcnke des Königs von
! Prenhcn an den Sultan von Bornu ab und betraute
! mit überbringung derselben Gustav Nachtigal (s.d.),
^ während er selbst die Kyrenaika durchreiste und über
^ Audschila, Dschalo und die Oase des Jupiter Am-
l mon nach Ägypten kam, wobei, er die Depression
z südlich vom libyschen Küstenplateau entdeckte. Be-
! gleitet von Zittel, Jordan und Ascherson, leitete er
! 1873 und 1874 im Auftrag des Chediv eine Erpc-
! dition durch die Libysche Wüste; 1875-76 reiste er
> quer durch Nordamerika. 1878 unternahm er im
! Auftrag der Afrikanischen Gesellschaft in Deutsck-
^ land und mit Unterstützung des Reichs eine neue
! Reise nach Afrika; in Begleitung Steckers zog er
^ von Tripolis nach der Oase Sokna, dann über
Dschalo nach der zuvor von keinem Europäer be-
suchten Oase Kufra. Hier verhinderte die feindliche
Bevölkerung das Vordringen nach Wadai und R.
mußte nach der Küste zurückkehren. 1880 überbrachte
er dem König Johannes von Abeffinicn ein Schrei-
ben des Deutschen Kaisers. Ende 1884 wurde er
Generalkonsul und ging als Reichskommissar nach
Sansibar; er kehrte im Aug. 1885 nach Deutschland
zurück. In den Pausen zwischen seinen Reisen lebte
R. seit 1870 in Weimar, seit 1890 wohnt er in
Godesberg am Rhein. R. schrieb: "Reise durck
Marokko" (2. Aufl., Vrem. 1869), "Im Auftrage
Sr. Maj. des Königs von Preußen in Abessinicn"
(ebd. 1869), "Land und Volk in Afrika" (ebd. 1870),
"Von Tripolis nach Alcrandria" (2 Bde., ebd. 1871),
"Mein erster Aufenthalt in Marokko" (ebd. 1873).
"Quer durch Afrika" (2 Bde., Lpz. 1874-75), "Drei
Monate in der Libyschen Wüste" (Cass. 1875; mit
der Fortsetzung: "Expedition zur Erforschung der
Libyschen Wüste", ebd. 1876), "Veitrüge zur Ent-
deckung und Erforschung Afrikas" (Lpz. 1876),
"Neue Beiträge zur Entdeckung und Erforschung
Afrikas" (Caff. 1881), "Kusra. Reise von Tripolis
nach der Oase Kufra" (Lpz. 1881), "Meine Mis-
sion nach Abessinien" (ebd. 1883), "Huiä novi ex
^tricn?" (Cass. 1886).
Rohlfs, Heinr., Bruder des vorigen, mediz.
Schriftsteller, geb. 17. Juni 1827 zu Vegesack,
studierte in Göttingen, Berlin, Würzburg, Prag
und Paris Medizin, nahm als Militärarzt an den
schlcsw.-Holstein. Kriegen 1848-51 teil, war Arzt
bis 1860 in Vegesack, dann in Bremen, gab aber
1874 die Praxis auf und zog als Privatgelehrter
zunächst nach Göttingen, 1881 nach Wiesbaden.
Von 3t.' Schriften sind außer zahlreichen Auf-
sätzen in mediz. und andern Zeitschriften hervor-
zuheben: "Über die Radikalkur des Wasferbruchs"
lBrem. 1862), "Über die Emancipation der Medi-
zin" (ebd. 1867), "Mediz. Neisebriefe aus England
und Holland" (Lpz. 1868), "Gemeinfahliche Heil-
kunde für Schisfsoffizicre" (4. Aufl., Halle 1885",
"Gefchichte der deutschen Medizin" (Bd. 1 - 2,
Stuttg. 1875-80; Bd. 3 u. 4, Lpz. 1883-85). Er
gründete 1878 mit seinem Bruder das "Deutsche
Archiv für Geschichte der Medizin und mediz. Geo-
graphie", das er von 1881 bis 1885 allein herausgab.