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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Rosenlauigletscher - Rosenthal
Königsthron zum Beutestück bald dieser, bald jener
Partei gemacht und die königl. Familie und den
hohen Adel fast ganz vernichtet hatte. Das Volk
wurde im ganzen weniger betroffen, ebenfo über-
dauerten auch die Verfassung fowie die Einrichtun-
gen in Gericht und Verwaltung alle Stürme.
Rosenlauigletscher, Glctfchcr in der Finster-
aarhorngruppe der Verner Alpen, südlich vom
Hasli am Fuße der Wettcrhörner gelegen, senkt sich
vom Wetterkessel als klarer Eisstrom zwischen den
Felswänden des Wellhorns und des Gstellihorns,
dessen Abflüsse dem Neichenbach (s. d.) zugehen. Tie
Länge des seit 1860 stark zurückgewichenen Glet-
schers beträgt von der Wetterlimnn (3182 m), wclcke
den Wctterkessel vom Gauliglctschcr scheidet, bis
zum Rosenlaui-Hubel 4^ km, die Breite 1-2 km.
Er ist stark zerklüftet. (S. Tafel: Gletfcherll,
Fig.2.) Das Rosenlauibad (1330m), 6km süd-
westlich von Meningen dem Gletscher gegenüber auf
dem linken Ufer des Reichenbachs gelegen, wird als
Luft- und Molkenkurort viel besucht.
Nosenlorbeer, soviel wie Oleander (s. d.).
Rofenmöve, s. Keilschwanzmo've.
RofenmüUerhöhlc, s. Muggendorf.
Roscnobel,eine englische, sebr breite, aber dünne
Goldmünze, zuerst unter Eduard III. (1343) geprägt,
benannt nach der Rose aus ihren beiden Seiten
(s. Nobel): ihr Feingehalt betrug 23 Karat 10 Gran.
Auf die Rauhe Mark gingen reichlich 30 Stück, so
daß der R. einen Wert von 19 bis 20 M. hatte.
Rosenöl, Attar, ätherisches Öl, welches in
den Blüten der Rosen, namentlich der Centifolien
enthalten ist und durch Destillation derselben mit
Wasser gewonnen wird. Es bildet eine blaßgclbliche
Flüssigkeit, die schon bei mittlerer Temperatur
krystallinisch erstarrt und aus einem festen geruch-
losen Stcaropten, gelöst in dem stark und angcnebm
riechenden flüssigen Anteil (Gcraniol, Rhodinol),
nebst andern noch nicht genau gekannten Verbin-
dungen besteht. Die Fabrikation wird nament-
lich am Südabhange des Balkans, in der Um-
gegend von Kazanlü, betrieben. Je nach dem Aus-
fall der Rofenernte werden daselbst jahrlich 800-
3000 KZ Ol gewonnen, bei einer Ausbeute von
durchschnittlich 1 kx Öl von 3000 kF Rosenblättern.
Die Preise sind großen Schwankungen unterworfen
und bewegten sich 1891-93 zwischen 650 M. und
1100 M. für das Kilogramm. 1894 sind sie etwa
um 20 Proz. gegen 1893 zurückgegangen. Man
glaubte bis vor kurzem, daß nur das Klima des
Orients geeignet sei, der Rose genügenden Duft zu
erteilen, um technisch verwertbar zu sein. Dem ist
jedoch nicht so. Die in nördlichern Gegenden ge-
wachsenen Rosen sind nicht allein ebenso gehaltreich
wie die des Orients, sondern übertreffen diefelben
sogar in der Feinheit des Produkts. Seit 1884 wird
auch in Deutschland (zuGroß-Miltitz bei Leipzig und
in der Magdeburger Gegend) R. in Mengen von
50 bis 60 kF jährlich gewonnen, welches durch die
Feinheit seines Geruchs dem türkischen weit über-
legen ist. Dies ist zum Teil darauf zurückzuführen,
daß das türk. Öl selten in reiner Form, sondern meist
mit ind. Geraniumöl verfälscht in den Handel kommt.
Rosenorden, brasil. Orden, von Pedro 1.17. Okt.
1829 gestiftet, zerfiel seit 1856 in sechs Klassen, Grob-
kreuze, Großwürdentrüger, Würdenträger, Com-
mandeure, Offiziere und Ritter. Das Ordcnszeichen
besteht in einem fechsstrahligen, weih emaillierten,
an den Spitzen mit goldenen Kugeln besetzten, von
einem Rosenkränze umgebenen Stern. Das Band
ist rosa mit zwei weißen Streifen. Er wird feit Er-
richtung der brasil. Republik nicht mehr verliehen.
(S. auch Santa Rosaorden.)
Nofenpapagei (?8ittacul3, roseicolliZ I^'e^.,
s. Tafel: PapageienII, Fig. 1), eine 17 cm lange
Art der Sperlingspapageien (s. d.) des südwestl.
Afrika, dessen Gesieder hauptsächlich lebhaft gras-
grün ist, am Schwanz und an den Flügeln blau und
an der Kehle und den Backen zart rosenrot wird.
Ein von Liebhabern wegen seines muntern Wesens
sehr begehrter und gut bezahlter (50 M. das Paar)
Vogel. Er ist ausdauernder als die ihm verwandten
Unzertrennlichen und pflanzt sich leichter als diefe
Rosenpappel, f. IlidigouL. ^fort.
Rofenparfüme, namentlich in Grasfe, Cannes
und Nizza hergestellte Parfüme, die man erhält,
indem man frische Rosenblätter der Enfleurage (s. d.)
unterwirst. ^S. 1022 d).
Rosenperlen, türkische, s. Perlen (Bd. 12,
Roscnplüt, Hans, s. Nosenblut, Hans.
Rofenpunzen, s. Punzen.
Rosenquarz, s. Quarz.
Nosenschcre, s. Gartengeräte (Bd. 7, S. 556a).
Rofcuschwamm, s. Rose <S. 991a).
Rosensonntag, der Sonntag I^swi-s (f. d. und
Goldene Rose).
Nosenstahl (frz. acisi- a. Ia 1-086), eine Sorte
Puddel- oder Cementstahl mit einem Bruch, welcher
eigentümliche, konzentrische farbige Ringe zeigt.
Rosenstar, f. Hirtenvogel.
Rofenstein, ein Edelstein, besonders ein Dia-
mant, dessen Echliffsorm die Rofe (s. Edelstein-
schleiferei, Bd. 5, S. 710 H) ist.
Roscnstein,königl.LandhausbeiCannstatt(s.d.).
Rosenstiehls Grün, s. Varyummanganat.
Rofenstöcke, in der Jägersprache die zapfen-
förmigen Verlängerungen der Stirnbeine, auf denen
das Geweih (s. d.) steht.
Rosenthal, Stadt im Kreis Frankenberg des
preuß. Reg.-Bez. Cassel, in einem rauhen Thale
des Vurawaldes, Sitz eines Amtsgerichts (Land-
gericht Marburg), bat (1890) 1123 meist evang. E.,
darunter 67 Isracliten, Postagentur, Fernsprechver-
bindung, Reste der alten Befestigung und Landwirt-
schaft. R. ist um 1400 vom Erzbischof von Mainz
erbaut und führt noch heute das mainzische Wappen.
Roscnthal, Dors in der österr. Vczirkshaupt-
rnannsckaft und dem Gerichtsbezirk Neichenbcrg in
Böhmen, an der Lausitzcr Neisse und an der Reichen-
bcrg-Gablonz-Tannwalder Eisenbahn, besteht aus
zwei Gemeinden (R. I. und II. Teil) mit (1890)
1111 und 2620 meist deutschen E. und hat Vigogne-
und Schafwollspinncrei, Leimfabrik, Tuchfabriken,
Tuckwalke, Mühle und Ziegeleien.
Rosenthal, Isidor, Physiolog, geb. 16. Juli 1836
zu Labischin im preuß.Rcg.-Vez.Vromberg, studierte
;u Berlin Medizin und Naturwissenschaften, wurde
Ostern 1859 Assistent am Physiologischen Institut
daselbst, habilitierte sich 1862 als Privatdocent cbcn-
dort, wurde 1867 aufterord. Professor zu Berlin und
1872 ord. Professor der Physiologie und Gesund-
heitspflege in Erlangen. Er schrieb außer verschie-
denen Abhandlungen in wissenschaftlichen Zeit-
schriften: "Elettricitätslehre für Mediziner" (Berl.
1862: 3. Aufl. mit M. Bernhardt, 1883), "Die
Atembewegnngcn und ihre Beziehungen zum ^er-
vu3 v^u3" (ebd. 1862), "Zur Kenntnis der Wärme-
regulierung bei den warmblütigen Tieren" (Erlangen