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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Rosinante - Rosmini
Rosinante, Name von Don Quixotes elendem
Pferde in Cervantes' Roman.
Rosinduitne, eine Reihe von künstlichen Farb-
stoffen, die sich von den Indnlinen (s. d.) dadurch
unterscheiden, daß sie an Stelle eines Bcnzolkerns
einen Naphthalintcrn enthalten. Sie baben lcbhast
rote Färbung und erleiden mit konzentrierter Schwe-
felsäure einen Farbenumschlag durch Blau zu Grün.
Nosmen (?a83ula6 m^oi-68), die an der Sonne
oder durch künstliche Wärme getrockneten Wein-
beeren; sie bilden einen bedeutenden Handelsartikel
der Levante, Persiens, Spaniens, Italiens, Frank-
reichs und Kaliforniens und gelangen in Fässern,
Kisten oder Päcken verpackt in den Handel. Die
kleinasiatischen N., für die Smyrua Haupthandels-
platz ist, werden nach den Produktions orten als
Wurla-, Tschesme-, Karaburun-, Fokiarosinen be-
zeichnet, seine sticlfreie ausgesuchte Ware als Eleme-
und Derlirosmen. Die besten kernlosen hellgelben
R. führen den Namen Sultana- oder Sultanin-
rosinen und werden in Schachteln verpackt ver-
sandt, .häufig unterscheidet man auch die klein-
asiatischen N. der Farbe nach als rote und schwarze
R. und zu letztern zählen die minder guten, der
Menge nach überwiegenden Sorten verschiedener
Herkunft. Geschätzt, aber selten nach Teutschland
eingesührt sind die Damascencr N. Die Ausfuhr ge-
trockneter Trauben aus der Türkei betrug (1891/92)
30,8 Mitt. M. Von spanischen N. gelangen haupt-
sächlich Malaga- (Ausfuhr 1893: 3 699 000 kx) und
Valenciarosincn (Ausfuhr 1893: 21377 000^) an
den Markt. Persische R. gehen zumeist nach Nuß-
land; sie besitzen einen eigentümlich säuerlichen Ge-
schmack, der sie für den deutschen Konsum wenig
geeignet macht. Kalifornische R. (Ausfubr 1892:
29,5 Mill. k^) gehen meist nach Nordamerika. Die
Rosinensorten von länglichen Beeren (von Vitiä
Numpliii ^. abstammend) werden Cibebcn ge-
nannt; letzterer Name wird aber auch oft für alle
Sorten N. gebraucht. Am berühmtesten sind die
honigsüßen span. Pickcibeben oder Pickrosinen,
die, nachdem die Trauben abgeschnitten worden, in
eine aus Weinrebenasche bereitete Lauge getauckt
und dann in der Sonne an freier Luft getrocknet
werden sollen. Bei diesem Versahren springen die
Beeren häufig auf, der Saft gerinnt an der Lust und
die Trauben gleichen dann einer mittels Zucker zu-
sammenhängenden Viasse. Die kleinen sternlosen)
R. heißen meist Korinthen (s. d.). Der Rosinen-
wein, der aus R. und Wein durch Gärung bereitet
wird, war schon den Alten unter dem Namen Vi-
num M88nm bekannt und ein Lieblingsgetränk der
Römerinnen. Jetzt braucht man die großen zucker-
reichen R. zur Fabrikation der Faconweine (s. d.), be-
sonders in Frankreich. Deutschlands Einfuhr an R.
betrug (1893) 20665700KF im Werte von 5373000
M., meist aus der Türkei.
Rostilde, andere Schreibung fürRoeskilde(s.d.).
Noskolniken, soviel wie Raskolniken (s. d.).
Röslau (Rösla), rechter Nebenfluh der Egcr,
entspringt am Nußhart im Fichtelgebirge, mündet
auf der bayr.-böhm. Grenze.
Roslawl. 1) Kreis im füdl. Teil des russ. Gou-
vernements Smolensk, im Gebiet der Sosh und der
Desna, hat 6263,3 ^m, 149309 E.; Flachs-, Hans-,
wenig Ackerbau, Waldindustrie. - 2) Kreisstadt im
Kreis N., am Oster und an der Eiscnbabn Orel-
Witebsk, hat (1894) 11123 E., 7 Kirchen, Mönchs-
kloster; Handel mit Getreide, Flachs,Hanf und Tabak.
Röster, Robert (Pseudonym Julius Mühl-
feld), Schriftsteller, geb. 6. Jan. 1840 zu Cöthen,
redigierte 1864-66 in Leipzig die "Mitteldeutsche
Volkszeitung", lebte 1867-70 teils in Cöthen, teils
in Kosen, wurde 1870 Redacteur des "Wächter" in
Bielefeld und 1872 Chesredacteur der"Hartungschen
Zeitung" in Königsberg, wo er 18. Mai 1881 starb.
Von R.s zahlreichen Romanen seien genannt: "Ebre"
(4 Bde., Wien 1862), "Mittel und Zwecke" (An-
klam 1863; 3. Aufl. u. d. T. "Pater Bernhard. Eine
Hof- und Icsuitengcschichte", 2 Bde., Zerbst 1871),
"Fürs Vaterland" (2 Bde., Jena 1866). Außer-
dem veröffentlichte N. Sammlungen lyrischer Ge-
dichte und geschichtliche Arbeiten, wie "Deutschlands
Vertcidigungskampf gegen Frankreich" (3. Aufl.,
Vielef. 1872), "Eugenie, die Exkaiserin der Fran-
zosen" (ebd. 1870) u. a. R.s "Gesammelte Schriften"
kamen in Berlin 1880 in 5 Bänden heraus.
Nosmarnt (Il08m^rlnii3 olKcinaliZ ^., s. Tafel:
Labiatifloren, Fig. 6), zur Familie der Labiaten
(s. d.) gehöriger, immergrüner Halbstrauch von 1^
bis 2 ni Höhe, die einzige Art seiner Gattung, in
den Mittelmeerländern einheimisch, wo er im dürr-
sten, der beißen Sonne ausgesetzten, säst alles andere
Pflanzenleben ausschließenden Boden vorkommt
und oft schon an schönen Wintertagen seine blaß-
blauen Blüten hervorbringt. Er ist durch ganz
Europa bekannt und wird, da er in Deutfch'land
nickt mehr wintcrhart ist, hier in Töpfen unter-
halten oder in: Herbst aus dem Lande in Töpfe ge-
pflanzt und in einem frostsichern, trocknen und
dcllen Raum überwintert. Die lcderartigen, linien-
förmigen, am Rande umgerollten, oben glänzend
dunkelgrünen, unten graufilzigen Blätter riechen
stark gewürzbast und enthalten viel ätherisches öl
und in diesem vielen frei darstellbaren Kampfer.
Man bat von diesem Strauche zwei Spielarten, eine
mit gold- und eine mit filbcrbunten Blättern. Das
Kraut wird in der Küche beim Einpökeln, beim
Marinieren der Fische u. s. w. als Gewürz benutzt.
Man erzieht den R. leichter aus Stecklingen als aus
Samen. - Wilder R., s. I.6äum.
Rosmarinheide, deutscher Name der Pflanzen-
gattung ^näromeäH (s. d.).
Nosmarutfalbe. Nerven- oder Glieder-
salbe (UnFuentum N08NH!'ini c0mp03ituin), eine
gelbliche, kräftig aromatische Salbe. Sie besteht aus
Schweineschmalz, Hammeltalg, gelbem Wachs,
Muskatbutter, Rosmarinöl und Wacholderöl und
findet bei Gliederschmerzen u. dgl. Anwendung.
Nosnnni, Rosmini Serbati, Antonio, ital.
Philosoph, Theolog und Staatsmann, geb. 25. März
1797 zu Rovercdo in Tirol, wurde 1821 zum Priester
geweiht. Er gründete 1828 eine Kongregation von
Weltgeistlichen (iLtiwto äeiia cai-ita, Priester
der Liebe, Rosminianer), die 1839 von Gre-
gor XVI. bestätigt wurde und in Oberitalien und
England verbreitet ist und sich der Erziehung, dem
Studium und Werken der Nächstenliebe widmet.
N. verfaßte eine große Zahl von philos. und theol.
Schriften, unter denen "^.uovo LNFFio Lull'oli^ink
äeiis iciee" (Rom 1830) und "11 i-iunovaniOnto deila
ui080ü^ ili 1WÜÄ" (2 Bde., Tur. 1836) die bedeu-
tendsten sind. Von 1837 an erschien eine (nicht voll-
ständige) Gesamtausgabc seiner Schriften in 30 Bän-
den ; mehrere sind erst nach seincmTode gedruckt. Seine
Ansichten wurden unter andern von V. Gioberti (s. d.),
namcntlick aber von den Jesuiten angegriffen, die
auch über das Aufblühen seiner Kongregation mih-