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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Rotomagus - Rotteck
Il.otoina.FU8, der lat. Name von Rouen (s. d.).
Notomahana, früherer See im Lakedistritt auj
oer Nordinsel von Neuseeland (s. d., Bd. 12, S. 285 a).
Notorfe, Fisch, s. Aland.
Rotrou (spr. -truh), Jean de, franz. Dramatiker,
geb. 21. Aug. 1609 zu Dreux (Eure-et-Loir), gest.
28. Juni 1650 als Richter zu Dreux, erzielte schon
mit 19 Jahren mit zwei Dramen in der Manier
Hardys Erfolg, was Richelieu veranlaßte, ihn in
feinen Lustspielrat aufzunehmen. Durch Corneilles
Einfluß und das Studium der Alten wurde R.s
dramat. Naturalismus geläutert und gehoben.
Seme besten Stücke sind "8aint (^6ii68t" (1646),
ein christl. Trauerspiel nach dem Muster von Cor-
neilles "?0i)'6uct6", "VencoLi^F" (1647), nach dem
Spanischen des Francesco de Rojas, und "<Ü08ro68"
(1649). Außer 6 Tragödien verfaßte R. in den I.
1628-50 noch 13 Komödien und 16 Tragikomödien.
Seine "Nivi-68" gaben Viollet-le-Duc (5 Bde., Par.
1820-22) und He'mon ("k., I1i6lUi'6 ciioisi",
ebd. 1883) heraus. - Vgl. Iarry, ^88ai 8nr 168
wuvl63 äi'ÄiuÄti(iu68 (16 .1. 66 K. (Par. 1869);
L. Meslet,I^0tic6 dioFr^liiliuc! 8ui- .1. äs R. (Char-
tres 1886); Sainte-Bcuve, I^ort-Ilo^i (Vd. 1,
3. Aufl., Par. 1867).
Rotrückenkasfike, f. Veutelstare. ^
Notrußland, Notreußen, russ. lüoi^änna^
I^uä, poln. ^0i-^von3. I^uä (woraus der deutsche
Name übersetzt ist), in älterer Zeit der öftl. Teil
des heutigen Galiziens (um San, Dnjestr und Bug)
mit einem Teil des Königreichs Polen (um Chelm).
Notfalz, aus Holzessig dargestelltes essigsaures
Natrium, das durch anhängende Neste von teerigen
Bestandteilen eine rötliche Farbe besitzt; es ist ein
Zwischenprodukt bei der Darstellung der Essigsäure.
Notfämischledcr, rotgefärbtes sämischgares
Schaf- und Ziegenleder, zum Überzug von Futte-
ralen dienend.
Nötscher, Heinr. Theod., Dramaturg, geb.
20. Sept. 1803 zu Mittenwalde, studierte in Berlin
und Leipzig Philologie und Philosophie, habilitierte
sich dann in Berlin, wurde darauf Gymnasialpro-
fessor in Vromberg, siedelte aber 1845 nacb Berlin
über und widmete sich ganz der Dramaturgie.
R. starb 9. April 1871 in Berlin. Er veröffent-
lichte: "Abhandlungen zur Philosophie der Kunst"
(5 Bde., Verl. 1837-47; Bd. 5 auch u. d. T. "Dra-
maturgische Skizzen und Kritiken"), "Kunst der dra-
mat. Darstellung" (3 Bde., ebd. 1841-46; 2. Aufl.
in 1 Bd., Lpz. 1864); ferner "Kritiken und drama-
turgische Abhandlungen" (Lpz. 1859), "Das Schan-
spielwesen" (Berl. 1843), "Manfred. Eine Tragödie
von Lord Byron, in ihrem innern Zusammenhange
entwickelt" (ebd. 1844), "Scydclmanns Leben und
Wirken" (ebd. 1845), "Jahrbücher für dramat.
Kunst und Litteratur" (1. und 2. Jahrg., ebd. und
Frankf. a. O. 1847-49), "Shakespeare in seinen
höchsten Charaktergebilden" (Dresd. 1864), "Drama-
turgische und ästhetische Abhandlungen" (2 Samm-
lungen, Lpz. 1864 u. 1867), "Dramaturgische Pro-
bleme" (Dresd. 1865), "Entwicklung dramat. Cha-
raktere aus Lessings, Schillers und Goethes Werken"
(Hannov. 1869).
Notfchultersittich, s. Edelsittiche.
Notfchwanz, soviel wie Steindrossel, s. Drossel.
- R., Nachtschmetterling, s. Vuchenspinner.
Rotschwänzchen oder Rötlinge (NuticiNH),
eine aus 20 Arten bestehende altweltliche, haupt-
sächlich in Asien verbreitete Gattung aus der Fa-
milie der echten Sänger, von schlankem Leibesbau,
mit pfriemförmigem, an der Spitze hakigem Schna-
bel ohne Einschnitt, mittellangen Flügeln, in denen
die dritte, vierte und fünfte Schwinge die längsten
sind, gerade abgestutztem Schwanz und schlanken,
schwachen Füßen. Sie nähren sich von Insekten,
verschmähen aber auch Beeren nicht. Im Aujend
halt und in der Lebensweise bilden die R. ein ver-
mittelndes Glied zwischen den Sylvien und Stein-
schmätzern; sie nisten in Baum- oder Felsenhöhlen
und sind zum Teil gute Sänger. In Europa kommen
zwei Arten von R. vor, die bei uns überall häufig
sind, das Gartenrotschwänzchen (s. d.) und das
Hausrotschwänzchen (NuticiUa 1ii)ti8Zi-e/lm).
Letzteres ist oben grau, unten fast schwarz, der
Schwanz gelblichrot mit zwei dunkelbraunen MW
telsedern. Ursprünglich Felscnbewohuer, hat es
sich den menschlichen Niederlassungen angepaßt und
nistet in Mauerlöchcrn. Es legt fünf bis sechs rein-
weiße Eier und verbreitet sich nicht so weit nach
Norden als das Gartenrotschwänzchen.
Notschwanzsittiche, s. Keilschwanzsittiche.
Notfpießglanzerz oder Antimonblende,
ein in dünnen nadel- und haarförmigen, wahr-
scheinlich monoklinen Gestalten krystallisierendes
Erz, das meist kirschrote, diamantglänzeude, büschel-
förmige Aggregate bildet; es ist schwach durchschei-
nend, hat nur die Härte 1 - 1,5, das spec. Gewicht
4,5 und liefert bei der chem. Analyse 75 Proz. An-
timon, 20 Schwesel und 5 Sauerstoff, weshalb es
als eine Verbindung von 2 Molekülen Schweselanti-
mon und 1 Moletül'Antimonoxyd(2 8d28^8d.2 03)
betrachtet wird. In Salzsäure löst es sich unter
Entwicklung von Schwefelwasserstoff. Fundorte
sind Bräunsdors in Sachsen, Pribram in Böhmen,
Pernek bei Bösing in Ungarn, Allemont in der
Dauphins Eonthham in Ostcanada.
Notstein, Mineral, f. Rötel.
Notsteißaffe, f. Makako.
Nottang, s. Rhodophyceen.
Nottanne, s. Fichte (Bd. 6, S. 765 d).
Notte, die hintereinander stehenden Leute (Pferde)
des ersten und zweiten oder auch mehrerer Glieder
einer Abteilung. Rotte nabzählen nennt man
die durchlaufende Numerierung der R. eines Zugs
vom rechten Flügel an. Volle N. ist eine solche,
die in allen Gliedern besetzt ist; fehlt ein Mann
(was nie im ersten Gliede vorkommen darf), so heißt
die R. eine blinde R.
Nottect, Karl Wenzeslaus Rodecker von, Ge-
schichtschreiber und Politiker, geb. 18. Juli 1775 zu
Freiburg i. Vr., studierte daselbst, wurde hierauf
Assessor beim Stadtmagistrat und 1798 ord. Pro-
fessor der Geschichte an der Universität, 1818 Pro-
fessor des Naturrechts und der Staatswissenschaft.
Seiner Schrift "Für die Erhaltung der Universität
Freiburg" (Freiburg 1818) verdankte zum großen
Teil diese Anstalt ihre Fortdauer. Die Universität
wählte ihn daher 1819 zu ihrem Abgeordneten in
die Erste Kammer, wo er entschieden für die Auf-
hebung der Leibeigenschaft u. s. w. eintrat. Erst
1831 erlangte er wieder ein Mandat für die Zweite
Kammer, der er nun als freisinniger und gewandter
Redner bis zu seinem Tode angehörte. Die Reaktion
veranlaßte Okt. 1832 die Versetzung R.s in den
Ruhestand, unterdrückte die von ihm gegründete
Zeitschrift "Der Freisinnige", verbot ihm die Lei-
tung der "Allgemeinen polit. Annalen" und versagte
die Bestätigung seiner Wahl als Bürgermeister von