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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Rübenwurm – Rubico

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Rubens'

Santa conversazione, eins seiner letzten und herrlichsten Werke, gemalt. 1840 wurde sein nach W. Geefs’ Modell in Erz gegossenes Standbild zu Antwerpen enthüllt (s. Tafel: Niederländische Kunst IV, Fig. 2).

R. war der fruchtbarste Maler der Welt; die Zahl seiner Gemälde überschreitet 1200. Außer Gemälden schuf er mehrere hundert Zeichnungen, die zumeist zur Reproduktion in Kupfer bestimmt waren und als Illustrationen der von seinem Freund Balthasar Moretus veröffentlichten Bücher dienten. Er wurde der Gründer einer Kupferstecherschule, die ihrerseits Ruhm gewann durch die Wiedergabe seiner berühmten Werke. Er hatte einen hochbedeutenden Einfluß auf die vläm. Malerei; ein Jahrhundert lang folgte sie der von ihm vorgezeichneten Richtung. Seine Schüler waren zahlreich, der berühmteste ist A. van Dyck. Von den andern sind zu nennen: Th. van Thulden, Corn. Schut, Erasmus Quellinus, Jan van den Hoeck, Abr. van Diepenbeeck, Jan Thomas van Ypern, Ant. Sallaert, Franc. Wouters, Deoda-del Monte, Victor Wolfvoet. Alle diese unterstützten ihn oft bei Ausführung seiner Gemälde: R. fertigte die Skizzen, die Schüler führten sie aus, danach folgte die Überarbeitung durch den Meister. Andere Künstler unterstützten ihn, indem sie ihm direkt bei den Arbeiten halfen: Frans Snyders und Paul de Vos malten oftmals in seine Gemälde die Tiere, Lukas van Uden und Jan Wildens die Landschaften, Jan Brueghel die Blumen. R. war ein Eklektiker, begeisterte sich an den Schöpfungen der großen ital. Maler und gelangte so zu einem gesunden Realismus, einem reichen und harmonischen Kolorit. Der Schwung seiner Komposition, die Leichtigkeit des Schaffens, der Glanz seiner Farben machten ihn weltberühmt. Er bewegte sich auf den verschiedensten Gebieten der Malerei, und in allen war er gleich hervorragend: Religion und Geschichte, Allegorie und Mythologie, Bildnis, Landschaften, Tier- und Jagdstücke waren die von ihm mit Glanz vertretenen Fächer.

Treffliche Stiche nach R.’ Werken lieferten in seinem Auftrage L. Vorstermann, die Brüder B. und S. van Bolswert, P. Pontius, P. de Jode, Corn. Galle, Nic. Ryckemans, Jan Witdoeck, G. Panneels, Christ. Jegher. R. beeinflußte auch die Baukunst seines Landes und zeigte sich als Anhänger eines derben Barockstils. Auch veröffentlichte er die wichtigsten Paläste von Genua im Grund- und Aufriß u. d. T. «Palazzi antichi di Genova» (2 Bde., mit 139 Kupfertaf., Antw. 1622).

Litteratur. Die von seinem Neffen Philip R. geschriebene «Vita P. P. Rubenii» veröffentlichte Baron von Reiffenberg. A. van Hasselt, Histoire de R. (Brüss. 1840); Gachet, Lettres inédites de R. (ebd. 1840); Gachard, L’articularités et documents inédits sur R. (ebd. 1842); A. Michiels, R. et l’école d’anvers (Par. 1854; 4. Aufl. 1877); Sainsbury, Original unpublished papers illustrative of the life of R. (Lond. 1859); Bakhuysen van den Brink, Les R. à Siegen (Haag 1861): Baschet, R. peintre de Vincent I de Gonzague (in «Gazette des Beauxarts», 1866–68); Kinkel, Peter Paul R. (Bas. 1874); Cruzada Villaamil, R. diplomatico espaňol (Madr. 1874); Génard, Peter Paul R. (Antw. 1877); Gachard, Histoire politique et diplomatique de R. (Brüss. 1877); Hymans, Histoire de la gravure dans l’école de R. (ebd. 1879); Ad. Rosenberg, Rubensbriefe (Lpz. 1881); Göler von Ravensburg, ↔ R. und die Antike (Jena 1882); Rooses, R. en Balth. Moretus (Antw. 1884); ders., L’œuvre de R. Histoire et description de ses tableaux et dessins (mit 360 Abbild., 5 Bde., ebd. 1886–92); Correspondance de R. et documents épistolaires concernant sa vie et ses œuvres, Bd. 1: 1600–8 (hg. von Ruelens, ebd. 1887); Rosenberg, Der Kupferstich in der Schule und unter dem Einfluß des R. (Wien 1888); ders., Peter Paul R. (in der «Zeitschrift für bildende Kunst», Lpz. 1894); endlich die beim Artikel Niederländische Kunst angeführten Werke. Verzeichnisse von R.’ Werken und der danach gestochenen Blätter lieferten: F. Basan, Catalogue des estampes gravées d’après R. (Par. 1767); Schneevoogt, Catalogue (Haarl. 1873); J. Smith, Catalogue raisonné of the works of the most eminent Dutch, Flemish and French Painters, Vol. II (Lond. 1830); A. von Hasselt in der angeführten Biographie; A. Michiels, catalogue des tableaux et dessins de R. (Par. 1854).

Rübenwurm, s. Rübennematode.

Rübenzucker, der aus den Zuckerrüben gewonnene Zucker, s. Zuckerfabrikation.

Rubeolen (Rubeŏla), soviel wie Röteln (s. d.).

Ruberythrinsäure, s. Krapp.

Rübezahl, der Berggeist des Riesengebirges, ein koboldartiges Wesen, über das viele Sagen umgehen, die zuerst von Joh. Prätorius («Daemonologia Rubenzalii Silesii», 3 Tle., Lpz. 1662–65, und «Satyrus etymologicus oder der Rüben Zahl», 1672) gesammelt sind. Einige hat Musäus in den «Volksmärchen der Deutschen» erzählt. Auch dramatisch wurden die Sagen von R. mehrfach behandelt, unter andern von Fouqué und Wolfg. Menzel. Über das eigentliche Wesen R.s ist man noch nicht genügend aufgeklärt. Der Name kommt in seiner alten Form Rubinzagal,d. i. Rübenschwanz, auch in Hessen vor. – Vgl. Zeitschrift für Volkskunde, Bd. 1 (Lpz. 1889).

Rubi, Nebenfluß des Kongo (s. d.).

Rubĭa, Farbepflanze, s. Färberröte.

Rubiaceen (Rubiacĕae), eine der artenreichsten Pflanzenfamilien, der Ordnung der Rubiinen (s. d.) zugehörig, mit über 4000 größtenteils tropischen, doch auch in den gemäßigten Zonen ziemlich verbreiteten Arten, Bäume, Sträucher oder krautartige Gewächse, zum Teil mit kletternden oder niederliegenden Stengeln, alle mit gegen- oder wirtelständigen Blättern, die ungeteilt und bei vielen Arten ganzrandig sind. Die Blüten sind zwitterig und von regelmäßigem Bau, bestehen aus einem mit dem Fruchtknoten verwachsenen Kelche, einer verwachsen-blätterigen, meist trichter- oder radförmigen Blumenkrone mit gewöhnlich vier- oder fünfteiligem Saume, ebensoviel Staubgefäßen als Blumenkronenzipfel und einem in der Regel zweifächerigen Fruchtknoten. Die Frucht ist bei den einen Beere oder Steinfrucht, bei andern Kapsel. Zu den R. gehören viele industriell oder offizinell wichtige Gewächse, wie die Stammpflanzen der Chinarinde, des Krappfarbstoffs, der Kaffeestrauch, die Brechwurzel (Cephaelis) u. a.

Rubiacin, soviel wie Purpurin (s. d.).

Rubiana, Salomoninsel, s. Neugeorgia.

Rubicéll, eine gelbrote oder orange gefärbte Varietät des Spinells (s. d.).

Rubĭco, ein kleiner Fluß der nördl. Ostküste Italiens, der seit Sulla die Grenze zwischen dem Cisalpinischen Gallien und Italien bildete. Er ist

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 1045.